Merkel vs. Gabriel Kanzlerin lernt das Kämpfen

Sigmar Gabriel wettert über die "heruntergekommene Regierung", Angela Merkel schlägt zurück - und überrascht mit einem Bekenntnis zu Stuttgart 21. In der Haushaltsdebatte des Bundestags schenken sich SPD-Chef und Kanzlerin nichts. SPIEGEL ONLINE zeigt, wo die Rivalen punkten konnten - und wo nicht.

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Angela Merkel, Sigmar Gabriel: "Dann muss es eben Streit sein"
dpa

Angela Merkel, Sigmar Gabriel: "Dann muss es eben Streit sein"

Berlin - Angela Merkel ist zu einer Einsicht gekommen. "Wenn in diesem Land jeder Meinungsaustausch Streit ist, dann muss es eben Streit sein", sagt sie. Die Kanzlerin steht da am Mittwochmorgen schon eine ganze Weile am Rednerpult des Bundestags. Sie hat ihre Politik verteidigt, sie ist laut geworden, hat Zwischenrufe gekontert oder einfach ignoriert. Es ist ein bemerkenswerter Satz aus dem Munde Merkels, der es sonst so missfällt, in Konfliktlinien zu denken.

Die Kanzlerin kämpft.

Das muss sie auch. Denn Sigmar Gabriel will Streit. Ziemlich angriffslustig hat sich der SPD-Chef kurz zuvor gezeigt. Er hat Angela Merkel als "Kanzlerin der Konzerne" und "Geheimrätin" beschimpft, "heruntergekommen" sei diese Regierung. Er hat abgerechnet mit der Politik dieser schwarz-gelben Regierung, so wie das üblich ist in der Generaldebatte des Bundestags zum Haushalt.

Gabriel ist gut darin, auch mal die Verbalkeule herauszuholen, er lässt sich hübsche Bilder ins Manuskript schreiben, das vom "Kinderladen der 68er", der im Vergleich zur Bundesregierung so diszipliniert sei wie eine "preußische Kadettenanstalt". Bei Merkel ist die Sprache da deutlich weniger blumig - bei ihr reicht es maximal zur Warnung, die Politik dürfe den Menschen "kein X für ein U" vormachen.

Doch schöne Sprache allein reicht noch nicht, um ein Rededuell für sich zu entscheiden. SPIEGEL ONLINE hat die Auftritte von Merkel und Gabriel beobachtet: Wo konnte der SPD-Chef mit einem Angriff punkten, wo die Kanzlerin einen Konter landen? Und wo patzten die Rivalen? (Klicken Sie auf die Tops und Flops der beiden Politiker.)

insgesamt 120 Beiträge
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Seite 1
jenzy 15.09.2010
1. elende verbrecherbande..
"wir haben gezeigt was in uns steckt"... offener und klarer kann man das schamlose verhalten der schwarz-gelben regierung nicht darstellen. schön das frau merkel mal klartext redet. und diese lobbyistenbande darf nun noch 3 weitere jahre uns bürger schröpfen und den reichen das geld in den anus blasen... prost mahlzeit!
Haio Forler 15.09.2010
2. .
"Wir haben gezeigt, was in uns steckt." Mein Gott, wie peinlich. Das kleine, arme Mädchen.
Hanspanzer 15.09.2010
3. ...
Was wollen wir noch mit rhetorischen Keulen? Immer das gleiche hin und her! Neue Ideen brauch die Menschheit!
-Csk- 15.09.2010
4. -
"Wir haben gezeigt, was in uns steckt." Diesen Satz hätte sie sich sparen sollen. Sich bei solchen Umfragewerten und der schlechten Regierungsarbeit auf die Schulter zu klopfen, au backe. Warscheinlich war der Satz an die Atomkonzerne gerichtet. Anders kann ich mir das nicht erklären.
Roßtäuscher 15.09.2010
5. Die Haushaltsdebatte vom Vormittag
Zitat von sysopSigmar Gabriel wettert über die "heruntergekommene Regierung", Angela Merkel schlägt zurück: "Wir haben gezeigt, was in uns steckt." In der Haushaltsdebatte des Bundestags schenken sich SPD-Chef und Kanzlerin nichts. SPIEGEL ONLINE zeigt, wo die Rivalen punkten konnten - und wo nicht. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,717629,00.html
Gabriel hat der Kanzlerin das Wesentliche über ihre chaotische Lehrlingsregierung gesagt. Er hatte einen guten Redenschreiber. Man muss aber anmerken, Gabriel selbst ist ebenfalls keine Koryphäe von einem Politiker, eher Niveau Merkel. Was hat er denn schon groß zerrissen als Umweltminister in der Großen-kleinen Koalition. Mir persönlich geht die Merkel dermaßen auf den Seiher, dass ich die weder hören noch sehen kann. Manch einer wird erleichtert sein, wenn sie endlich demissioniert.
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