Migrantenrückgang Im ersten Halbjahr nur noch 90.000 Asylsuchende

Die Zahl der Asylsuchenden ist in Deutschland weiter zurückgegangen. Im ersten Halbjahr gingen nach Angaben des Innenministeriums nur noch rund 90.000 Anträge ein. Ein Jahr zuvor waren es noch doppelt so viele.

Flüchtlinge in Berliner Registrierungsstelle (Archivaufnahme)
DPA

Flüchtlinge in Berliner Registrierungsstelle (Archivaufnahme)


Die Zahl der nach Deutschland gekommenen Flüchtlinge und Migranten ist im ersten Halbjahr 2017 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich zurückgegangen. Von Januar bis Ende Juni seien 90.389 Asylsuchende registriert worden, teilte das Bundesinnenministerium am Freitag mit.

Im ersten Halbjahr 2016 waren es noch mehr als doppelt so viele. Seit der Schließung der Balkanroute und dem Flüchtlingsdeal zwischen der EU und der Türkei ist die Zahl der Schutzsuchenden, die es bis nach Deutschland schaffen, enorm zurückgegangen.

Die meisten Menschen kamen aus:

  • Syrien mit 22.320 Asylsuchenden,
  • gefolgt vom Irak ( 9283),
  • Afghanistan (6316),
  • Eritrea (5671)
  • und Iran (3987).

Die Abarbeitung der vielen Asylanträge kam beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) trotz des Rückgangs jedoch nur schleppend voran. Die Behörde war mit gut 430.000 unerledigten Verfahren ins Jahr 2017 gestartet. Inzwischen liegt die Zahl bei gut 146.000. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) sagte, das Bundesamt habe im ersten Halbjahr so viele Asylentscheidungen getroffen wie nie zuvor innerhalb von sechs Monaten. Das sei eine beachtliche Leistung.

Deutschland sei bislang nicht so sehr von der Migration über die zentrale Mittelmeerroute betroffen, über die in diesem Jahr bereits mehr als 85.000 Migranten nach Italien gekommen sind, sagte Ministeriumssprecher Tobias Plate. Allein in der vergangenen Woche sollen es mehr als 12.000 Menschen gewesen sein. Es gebe zwar gewisse Auswirkungen durch die Migration über diesen Weg auch in Deutschland. Die in der Bundesrepublik ankommenden Nationalitäten nutzten jedoch überwiegende andere Migrationsrouten.

als/dpa/Reuters



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