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Mikrozensus: Familien in Deutschland

Foto: Frank Leonhardt/ dpa

Familienstatistik So leben die Deutschen

In Deutschland verändert sich das Zusammenleben fundamental. Weniger als die Hälfte aller Menschen leben noch in einer Familie.

Berlin - Das ist die neue deutsche Lebenswirklichkeit: Zwar dominiert noch immer das klassische Modell Ehepaar mit ein oder mehreren Kindern. Im Jahr 2013 waren laut neuen Zahlen des Statistischen Bundesamts  in 70 Prozent der knapp 8,1 Millionen deutschen Familien die Eltern verheiratet.

Aber es findet ein deutlicher Wandel statt. Der Anteil der verheirateten Paare mit Kindern ist in den vergangenen 18 Jahren gesunken - 1996 machte ihr Anteil unter den Familien noch 81 Prozent aus. 2013 lebten in zehn Prozent der Familien die Eltern ohne Trauschein zusammen, 1996 waren es nur fünf Prozent. In diese Gruppe fallen auch gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften.

Entsprechend ist der Anteil der Alleinerziehenden seit 1996 stark angestiegen. 2013 erzogen in jeder fünften Familie Mutter oder Vater die Kinder ohne Partner. 1996 waren es hingegen nur 14 Prozent.

Der Mikrozensus liefert hier noch detailliertere Ergebnisse: Die Gruppe der Alleinerziehenden ist gewachsen, aber die Zahl der Väter, die ihre Kinder alleine aufziehen, seit 1996 beinahe konstant geblieben. 1996 noch waren 87 Prozent der Alleinerziehenden Frauen, seit 2005 ist ihr Anteil unter den Alleinerziehenden mit 90 Prozent konstant.

In absoluten Zahlen bedeutet das: 2013 lebten rund 1,45 Millionen Mütter alleine (1996: 1,14 Millionen) mit ihren Kindern, bei den Vätern waren es rund 167.000 gegenüber 166.000 im Jahr 1996. (Das Statistische Bundesamt definiert Alleinerziehende als "Mütter und Väter, die ohne Ehe- oder Lebenspartner/-in mit minder- oder volljährigen Kindern in einem Haushalt zusammenleben".)

Große Unterschiede gibt es immer noch zwischen den west- und ostdeutschen Bundesländern. In Baden-Württemberg war der Anteil der Ehepaare an allen Familien mit 78 Prozent am höchsten. In Berlin, Sachsen-Anhalt und Sachsen machten Ehepaare nur jeweils 51 Prozent aus - ein Tiefstwert.

Unverheiratete Eltern finden sich am häufigsten in Sachsen-Anhalt und Sachsen (jeweils 23 Prozent aller Familien), in Rheinland-Pfalz am seltensten (6 Prozent der Familien). Der Anteil der Alleinerziehenden ist in der deutschen Hauptstadt am größten. In Berlin leben in knapp einem Drittel (32 Prozent ) der Familien Kinder mit nur einem Elternteil zusammen. In Baden-Württemberg erzogen nur in rund jeder sechsten Familie Mutter oder Vater ihre Kinder ohne Partner.

Ein weiteres Ergebnis der Erhebung: Die Zahl der Familien sinkt. Insgesamt leben in Deutschland laut Mikrozensus weniger als die Hälfte (49 Prozent) aller Menschen überhaupt noch in Familien mit Kindern. 1996 waren es noch 57 Prozent.

Der Mikrozensus ist die größte jährliche Haushaltsbefragung in Deutschland und Europa. Laut Statistischem Bundesamt gelten als Familien alle Eltern-Kind-Gemeinschaften, bei denen mindestens ein minderjähriges Kind im Haushalt lebt. Zu den Kindern zählen dabei neben leiblichen Kindern auch Stief-, Pflege- und Adoptivkinder.

anr/che