Umweltminister Altmaier "Ich gehe seit 54 Jahren allein durchs Leben"

In den Medien wird über sein Privatleben spekuliert, nun will Peter Altmaier die Debatte beenden: Er wolle nicht über seine sexuelle Identität wahrgenommen werden, erklärt der Umweltminister im "Stern". Manche hätten ein Riesenproblem zu akzeptieren, dass jemand alleine leben möchte.
Umweltminister Altmaier (im Windpark Alpha Ventus): "Ich leide nicht darunter"

Umweltminister Altmaier (im Windpark Alpha Ventus): "Ich leide nicht darunter"

Foto: Focke Strangmann/ dpa

Berlin - Den Anstoß hatte der Umweltminister selbst gegeben. Mit seinem Bekenntnis, dass er "unverheiratet und allein durchs Leben gehe", sorgte Peter Altmaier (CDU) Mitte Juli für Rätselraten um sein Privatleben. Nun will er im "Stern", die Diskussion beenden. Er wolle als Politiker nicht über seine "sexuelle Identität definiert oder wahrgenommen werden", so Altmaier.

Im Interview sagte der Unionspolitiker weiter: "Die gleichen Leute, die sagen, 'Ihr müsst uns als Schwule akzeptieren', haben ein Riesenproblem zu akzeptieren, dass jemand alleine leben möchte." Die Frage, ob er schwul sei, bezeichnete Altmaier als "nicht illegitim". Er müsse aber auch das Recht haben, mit ihr auf seine Weise umzugehen.

Das Charakteristikum seines Lebens sei nun mal, dass er seit 54 Jahren allein durchs Leben gehe. "Ich leide nicht darunter, ich bin auch nicht depressiv, und jeder, der mich kennt, wird bestätigen können, dass ich ein sonniges Gemüt und eine kindliche Freude am Leben habe." Er genieße es durchaus, spielende Kinder oder Ehepaare um sich zu haben, so Altmaier.

Damit war die Plauderei über Privates jedoch noch nicht beendet. Er habe immer noch keinen Frieden mit seinem Übergewicht gemacht, gestand der Minister dem Magazin. "Es herrscht Waffenstillstand. Aber eigentlich möchte ich diesen Krieg irgendwann noch mal gewinnen." Sein aktuelles Gewicht gab er mit "fast unter 140 Kilo" an. Dass er sich nach eigenen Angaben als Umweltminister nicht mehr ungeniert in Fast-Food-Restaurants sehen lasse könne, klang da fast wie eine hoffnungsvolle Entwicklung.

Alle wollten wie Guttenberg sein

Politisch wurde es dann auch noch, zumindest ein wenig. Im Interview äußerte Altmaier sein Bedauern, dass der frühere Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg über die Plagiatsaffäre im Zusammenhang mit seiner Doktorarbeit gestolpert ist. "Sein Rücktritt hat dazu beigetragen, dass die Identifikation mit Politik noch geringer geworden ist."

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Für den smarten Guttenberg zeigte Altmaier durchaus Bewunderung - die er offenbar mit vielen Berliner Kollegen teilte: "Wir haben uns alle gefragt, ob wir den richtigen Beruf haben - so wenig, wie wir damals mit ihm mithalten konnten."

Altmaier, der das Amt des Umweltministers erst seit drei Monaten ausübt, sagte, dass er einen Amtsverlust nach der Bundestagswahl im kommenden Jahr verkraften würde: "Ich wäre sicherlich traurig. Aber es würde weder mein Leben verändern noch meine Persönlichkeit."

jok
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