Minutenprotokoll der Krawalle "Steine, Stinkefinger, brennende Autos" (mit Korrektur)

2. Teil


[19:40] Vor der Bühne, auf der kurz zuvor noch bekannte Bands wie "Wir sind Helden" und "Juli" gespielt haben, stehen Wasserwerfer und Räumfahrzeuge.

[19:25] Die Veranstalter der Demonstration streiten darüber, von wem die Gewalt ausging. Der Koordinator des Anti-G-8-Bündnisses, Monty Schädel, sieht die Schuld bei der Polizei. "Wenn hier Polizisten in tausende Menschen reingehen, kann das nur als Provokation gelten." Dagegen sagt der Geschäftsführer des Netzwerks Friedenskooperative, Manfred Stenner, die Polizei habe sich an ihren deeskalierenden Kurs gehalten. Ähnlich hatte sich zuvor schon Attac geäußert.

[19:16] Die globalisierungskritische Organisation Attac sieht die Schuld für den Gewaltausbruch bei den Autonomen. Die Eskalation habe mit deren Angriff auf einen Polizeiwagen begonnen, sagt Aktivist Werner Rätz. Für die Taktik der Polizei habe er "ein gewisses Verständnis".

[19:12] Die Veranstalter der Großdemonstration in Rostock erwägen ein vorzeitiges Ende. "Wir überlegen, ob wir die Veranstaltung früher abbrechen", sagt ein Sprecher. Gewalttätige Auseinandersetzungen seien "überhaupt nicht im Sinne der Veranstalter".

[19:09] Die Lage entspannt sich etwas. Augenzeugen sprechen aber lediglich von einer Ruhe vor dem Sturm. Die Polizei sei mittlerweile besser aufgestellt - unter anderem mit schweren Räumfahrzeugen.

[19:05] Die Straßen am Rostocker Hafen sind nach den stundenlangen Straßenschlachten von Steinen und Scherben übersäht.

[19:03] Die Polizei gibt die Zahl der verletzten Beamten mit 146 an; 18 Polizisten hätten schwere Verletzungen erlitten. Die Zahl der verletzten Demonstranten ist immer noch nicht bekannt.

[18:59] An den Sanitätswagen bilden sich lange Schlangen von Demonstranten; die meisten leiden unter den Folgen von Tränengas.

[18:49] Die Polizei berichtet von dutzenden Festnahmen, genauere Angaben gibt es zunächst nicht.

[18:42] Unweit des Veranstaltungsortes steigen dicke, schwarze Rauchschwaden auf. "Wenn Gewalt gegen Polizisten passiert, hört Konfliktmanagement auf. Da helfen keine Worte mehr", sagt ein Polizeisprecher.

[18:39] Im Stadthafen eskaliert die Situation. Viele Demonstranten, Schaulustige und Rostocker Bürger verlassen panikartig den Platz.

[18:30] Auf der Kundgebungsbühne stachelt ein Redner die militante Szene auf: "Wir müssen den Krieg in diese Demonstration reintragen. Mit friedlichen Mitteln erreichen wir nichts." Lesen Sie dazu die Anmerkung am Kopf dieses Textes.

[18:24] Die Polizei schätzt die Zahl der militanten Demonstrationsteilnehmer auf rund 2000. Auf ihr Konto sollen brennende Müllcontainer, eingeschlagene Fensterscheiben und beschädigte Autos gehen. Von 49 Störern seien die Identitäten festgestellt worden.



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