"Mitteldeutschland" Bullerjahn will neues Bundesland

Der designierte SPD-Vize Jens Bullerjahn hat Großes mit Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt vor: Die Länder sollen nicht nur zu einem neuen Bundesland namens Mitteldeutschland verschmelzen, sondern auch hochqualifzierte junge Menschen in Massen aus dem Westen locken.


Hamburg - Angesichts der schrumpfenden Bevölkerung hat sich Bullerjahn für nur noch zwei Bundesländer im Osten ausgesprochen. "Zwei Bundesländer im Osten reichen völlig aus", sagte Bullerjahn der "Bild am Sonntag".

SPD-Politiker Bullerjahn: Arbeitskräfte aus dem Westen gesucht
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SPD-Politiker Bullerjahn: Arbeitskräfte aus dem Westen gesucht

Er wolle, dass Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen durch immer bessere Zusammenarbeit zu einem großen Bundesland Mitteldeutschland zusammenwüchsen. "Dann hätten wir 2020 acht Millionen Einwohner und eine erstklassig aufgestellte Wirtschaft." Mitteldeutschland könne gemeinsam auch eine weltweit anerkannte Universität schaffen, sagte der SPD-Fraktionschef in Sachsen-Anhalt.

Eine bewusste Gegenstrategie soll die Abwanderung junger Leute in den Westen und den drohenden Fachkräftemangel in den neuen Ländern nicht nur stoppen, sondern umkehren. "Wir wollen junge Menschen aus dem Westen in den Osten locken", sagte Bullerjahn. Bis 2010 wolle er in den neuen Ländern "die besten Hochschulen des Landes haben - gut ausgestattet, mit vielen Lehrkräften und mit einer Top-Kinderbetreuung".

Nach 1990 habe der Westen die besten jungen Leute aus dem Osten geholt, künftig solle es umgekehrt sein. Zugleich betonte Bullerjahn die Notwendigkeit von Zuwanderung auch in den Osten. "Ganz Deutschland, aber besonders der Osten braucht mehr gut qualifizierte Zuwanderer. Sonst werden wir den Bedarf an hochqualifizierten Jobs nicht decken können."

mbe/AFP/ddp



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