MKS-Verdachtsfall Noch keine Entwarnung in Baden-Württemberg

Auf einem Hof in Baden-Württemberg sind an vier Schweinen Symptome der Maul- und Klauenseuche festgestellt worden. Ein erster Test ist jedoch negativ.


Stuttgart - Der erste Verdachtsfall auf Maul- und Klauenseuche in Baden-Württemberg hat sich nach vorläufigen Tests und Teilergebnissen nicht bestätigt. Nach Angaben eines Beamten des Veterinäramts in Ulm kann dennoch keine Entwarnung gegeben werden.

MKS-Verdacht: Noch keine Entwarnung in Baden-Württemberg
REUTERS

MKS-Verdacht: Noch keine Entwarnung in Baden-Württemberg

Um den Verdacht endgültig entkräften zu können, seien weitere Untersuchungen erforderlich. Dazu wurden zwei der vier Verdachtstiere getötet. Alle anderen 72 Tiere des betroffenen Schweinemastbetriebes sollen ebenfalls gekeult werden. Das Landratsamt des Alb-Donau- Kreises legte einen Sperrbezirk von drei Kilometern rund um den betroffenen Hof in Berghülen.

An vier Tieren hatte ein Tierarzt klinische Krankheitssymptome festgestellt, bei denen der Verdacht auf die Seuche nicht ausgeschlossen werden konnte, hieß es.

Der Bestand in Baden-Württemberg sei gesperrt worden, zudem richte das Veterinäramt einen Verdachtssperrbezirk mit einem Radius von drei Kilometern um den Hof ein, erklärte das Landwirtschaftsministerium in Stuttgart.

Bisher gibt es keinen bestätigten MKS-Fall in Deutschland. Die Seuche grassiert besonders heftig in Großbritannien und ist auch in Frankreich, Irland und den Niederlanden ausgebrochen.

Vorbeugende Impfung: Wie entscheidet die EU?

Mit Spannung wird für Mittwoch die Entscheidung der Europäischen Union (EU) über vorbeugende Impfungen gegen die Maul- und Klauenseuche nach einem entsprechenden Antrag Nordrhein-Westfalens erwartet. NRW-Umweltministerin Bärbel Höhn (Grüne) will vorsorglich rund 1,1 Millionen Schweine und Rinder entlang eines 25 Kilometer breiten Streifens zur niederländischen Grenze impfen lassen. Die geimpften Tiere sollen nicht vernichtet, sondern verwertet werden. In Gelderland sind mehrere MKS-Fälle in Beständen etwa 50 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt festgestellt worden.

Die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" hatte unter Berufung auf einen EU-Diplomaten berichtet, der Antrag Nordrhein-Westfalens werde vor dem Ständigen Veterinärausschuss kaum Chancen haben.



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