Kritische Infrastruktur Verfassungsschutz warnt vor Sabotage in Deutschland

Ausspähversuche, Drohnenüberflüge, Suche nach Firmeninterna – in einem neuen »Sicherheitshinweis« mahnen Verfassungsschützer Firmen nach SPIEGEL-Informationen zu mehr Vorsicht.
Gekapptes Kommunikationskabel der Bahn (in Berlin)

Gekapptes Kommunikationskabel der Bahn (in Berlin)

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Sean Gallup / Getty Images

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Wegen möglicher Sabotageaktionen fordert das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) deutsche Wirtschaftsunternehmen zu erhöhter Wachsamkeit auf. Das geht nach SPIEGEL-Informationen aus einem aktuellen »Sicherheitshinweis« des BfV hervor. »Sabotageakte durch fremde Staaten oder von extremistischer Seite können weitreichende Auswirkungen haben und zu schwerwiegenden Schäden führen«, warnt die Behörde.

Der Appell des BfV richtet sich vor allem an Unternehmen, die mit sogenannter kritischer Infrastruktur zu tun haben – also zum Beispiel Energie- und Wasserversorgung, Telekommunikation oder Personen- und Güterverkehr.

Erst im Oktober hatten bislang unbekannte Täter wichtige Kommunikationskabel der Deutschen Bahn gekappt und dadurch einen stundenlangen Ausfall des Zugverkehrs in Norddeutschland ausgelöst. In dem Fall ermittelt die Karlsruher Bundesanwaltschaft inzwischen wegen des Anfangsverdachts der »verfassungsfeindlichen Sabotage«.

Nach den Angriffen auf die Kabel kam auch die Frage auf, inwieweit die Täter dabei detaillierte Informationen über die Infrastruktur der Bahn nutzten, die das Unternehmen selbst ins Netz gestellt hatte.

In seinem aktuellen Sicherheitshinweis warnt der Verfassungsschutz deutsche Unternehmen nun explizit vor der Veröffentlichung sensibler Daten im Internet. Durch »öffentlich zugängliche interne Dokumente« wie Handbücher, Leitfäden oder detailliertes Kartenmaterial könnten Angreifer »Schwachstellen und damit Ansatzpunkte identifizieren, um physische und cybergestützte Sabotageaktionen durchzuführen«.

Zudem sei dem Papier zufolge Vorsicht bei der Veröffentlichung von Kontaktdaten von Mitarbeitern oder der Verbreitung von Firmeninterna in Stellenausschreibungen oder sozialen Netzwerken geboten.

Beschäftigte sollten überdies verstärkt auf »Anzeichen physischer Sabotage« achten und ungewöhnliche Vorfälle wie »Drohnenüberflüge oder sonstige Ausspähversuche« umgehend melden.

srö

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