Mögliche Koalition Merkel will Grüne am 10. Oktober treffen

CDU, CSU und Grüne haben sich auf einen Termin für Sondierungen geeinigt: Die Parteien wollen am Donnerstag kommender Woche zu Gesprächen in Berlin zusammenkommen und über eine mögliche Koalition beraten.

Kanzlerin Merkel mit Baden-Württembergs Ministerpräsidenten Kretschmann: Gespräche über Schwarz-Grün
DPA

Kanzlerin Merkel mit Baden-Württembergs Ministerpräsidenten Kretschmann: Gespräche über Schwarz-Grün


Berlin - Nun steht ein genauer Termin fest: Die Unionsparteien und die Grünen werden sich am 10. Oktober treffen, um über eine mögliche Koalition zu sprechen. Die schwarz-grünen Verhandlungen werden an dem Tag um 16 Uhr in Berlin stattfinden, teilte ein CDU-Sprecher am Mittwoch mit.

Die Grünen-Delegation wird wohl größer als zunächst erwartet. Die Rede ist momentan von sieben Grünen-Politikern, die sich mit der 14-köpfigen Delegation von CDU und CSU zusammensetzen werden. Neben den Ex-Spitzenkandidaten Katrin Göring-Eckardt und Jürgen Trittin soll auch Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann dabei sein. Als einziger grüner Ministerpräsident hat Kretschmann nach der Pleite bei der Bundestagswahl an Gewicht gewonnen, seine Sympathien für schwarz-grüne Bündnisse hat er in der Vergangenheit nicht verschwiegen.

Doch die Chancen für eine solche Koalition mit der Union schätzen bei den Grünen auch Kretschmann und andere führende Realos momentan als gering ein. Auch auf Seiten von CDU und CSU gibt es Vorbehalte: Bayerns Ministerpräsident und CSU-Chef Horst Seehofer hat sich bislang vehement gegen Koalitionsverhandlungen mit der Öko-Partei ausgesprochen.

CDU-Vize Armin Laschet lobte dagegen das Auftreten der Grünen nach ihrer Wahlniederlage am 22. September. Diese analysierten "offen ihre Fehler und stellen sich neu auf", während die SPD lautstark die gleichen Dinge fordere wie im Wahlkampf, sagte Laschet der "Rheinischen Post". Auch bei einigen Grünen gibt es die Haltung, dass eine Koalition mit der Union Chancen bieten könnte - vor allem, um die Energiewende nicht einer Großen Koalition zu überlassen.

Posten-Poker bei Union und SPD

Über ein solches schwarz-rotes Bündnis werden bereits diese Woche Gespräche stattfinden. An diesem Freitag gibt es eine erste Sondierungsrunde zwischen Union und SPD. Insgesamt 21 Vertreter von CDU, CSU und SPD treffen sich in der Parlamentarischen Gesellschaft unmittelbar am Berliner Reichstag. Noch bevor offiziell Koalitionsverhandlungen begonnen haben, wird über das Personaltableau einer künftigen Regierung spekuliert.

Die CDU/CSU war bei der Bundestagswahl zwar mit 41,5 Prozent der Stimmen klar stärkste Kraft geworden, benötigt zur Regierungsmehrheit aber einen Koalitionspartner.

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kgp/dpa/AFP

insgesamt 10 Beiträge
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Alfred Ahrens 02.10.2013
1. Hoffentlich klappt das, dann bekommt die Kanzlerin korrekte Briefe
und nicht wie von Frau Malu DREYER durchssetzt mit Fehlern. Die können bei der SPD nicht rechnen und nicht ordentlich schreiben, was soll das noch werden.
rainer_daeschler 02.10.2013
2. Preiswerter Partner
Zitat von Alfred Ahrensund nicht wie von Frau Malu DREYER durchssetzt mit Fehlern. Die können bei der SPD nicht rechnen und nicht ordentlich schreiben, was soll das noch werden.
Wetten, wenn Malu Dreyer in der CDU wäre, könnte das Büro der Ministerpräsidentin des Saarlands noch ein paar Fehler drauflegen und der Brief bliebe dort, wo er hingehört, jedenfalls nicht an die Presse weitergereicht. Es ist Schriftverkehr zwischen hohen Amtsträger. Die Weitergabe war Geheimnisverrat und ist strafbar. Doch zurück zum Thema, die Grünen sind für Merkel der preiswertere Koalitionspartner. Sie können rechnerisch nur halb so viele Ministerien beanspruchen und sind,wie das Beispiel Baden-Württemberg zeigt, auch nicht anspruchsvoll. Dort haben sie dem Koalitionspartner SPD nahezu alle wichtigen Ministerien überlassen, obwohl sie mehr Stimmen erreichten.
TheWalrus 02.10.2013
3.
wobei ich mich auch Frage, was dieser Artikel mit Frau Dreyer zu tun haben soll. Billige Polemik, liebe Foristen!
harald21 02.10.2013
4. Die Grüne konservative Alternative
Das Grüne Konzept hat viele konservative Elemente. Insbesondere die Bewahrung der Natur und das Vertrauen auf das Gewachsene ist sowohl bei der Un ion als auch bei den Grünen ein Leitmotiv. Die Herausforderung der Energiewande wäre mit den Grünen sicher produktiver zu erarbeiten als mit der SPD.
tpm.consult 02.10.2013
5. Brief - Geheimnis - perfide Indiskretion
[Die Welt" Also der Springer Presse. Naja, das ist ja seltsam, oder was noch schlimmer ist, nicht seltsam. Kommt Merkel nicht aus der DDR und war sie nicht FDJ-Funktionärin? Was ist das Ziel, das hier verfolgt wird. Könnte es sein, dass man durch den Schachzug von ExPM Beck, zurück zutreten und Frau Dreyer zur Nachfolge zu verhelfen, die Pläne von Frau Merkel gestört hat, die doch darauf hinausliefen ihre Freundin Klöckner zur Nachfolge zu verhelfen, u. a. durch eine gigantische Übertreibung des Nürburg-Ring-Debakels - Ist nicht die Besitzerin der Aktienmehrheit des Springer -Konzerns(also auch "Die Welt") Frau Springer, die gute Freundin von Frau Merkel. Alles nicht nur, sondern wirklich sehr seltsam. Ich glaube auch dieser Vorgang solltet Anlass sein sich von Seiten der SPD und der Grünen gut zu überlegen, ob man in eine Koalition mit Merkel eintreten will und überhaupt darf.
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