Nach Aussage über Trump Laschet mahnt Merz zu mehr Zurückhaltung

Friedrich Merz will CDU-Chef werden – und käme nach eigenen Worten als Kanzler auch mit Donald Trump klar. Sein Konkurrent Armin Laschet hingegen kritisiert den US-Präsidenten.
Konkurrenten um den CDU-Vorsitz: Friedrich Merz (l) und Armin Laschet

Konkurrenten um den CDU-Vorsitz: Friedrich Merz (l) und Armin Laschet

Foto: ADAM BERRY/POOL/EPA-EFE/Shutterstock

Die US-Präsidentschaftswahl wird zum Streitthema der Kandidaten im Rennen um den CDU-Vorsitz. Armin Laschet, Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, hat seinem Konkurrenten Friedrich Merz nun nahegelegt, sich in Zurückhaltung zu üben.

Merz hatte in der Sendung "Bild live" über eine Zusammenarbeit von einem wiedergewählten US-Präsidenten Donald Trump und einem möglichen Kanzler Merz gesagt: "Wir kämen schon klar." Laschet kritisierte nun im Interview mit RTL und ntv derartige Äußerungen vor Bekanntgabe des Endergebnisses.

"Ich finde: Jeder sollte sich zurückhalten, mit wem er klarkommt. Erst recht, wenn die Stimmen noch nicht ausgezählt sind", sagte Laschet. Er riet, mit Blick gen USA besonnen zu reagieren und "auch nicht unsere Wunschvorstellungen in diese Wahl hineinzulegen".

Die Wahlnacht selbst bezeichnete Laschet als "weiteren Tiefpunkt" nach vier Jahren Trump. Der US-Präsident habe den "Gedanken genährt", dass "eine Wahl, die er nicht gewinnt, eine gefälschte Wahl sein muss", fügte Laschet hinzu und warnte: "Da ist es wichtig, dass ein Präsident potenzielle Menschen, die aufgeputscht sind, die vielleicht gewaltbereit sind, nicht noch durch seine Sprache aufheizt. Und ein demokratischer Übergang, wenn Biden gewinnen sollte, ist jetzt das Wichtigste, was wir auch hier in Europa erhoffen müssen." 

CDU plant Parteitag im Januar

Die CDU will auf einem Parteitag im Januar einen neuen Vorsitzenden küren. Darauf hatten sich die drei Bewerber Laschet, Merz und Außenpolitikexperte Norbert Röttgen nach der Absage des zunächst für Anfang Dezember geplanten Parteitags verständigt. Sollte im Januar kein Präsenzparteitag möglich sein, soll eine Online-Abstimmung erfolgen, die anschließend per Briefwahl bestätigt werden soll.

Zuletzt hatte die Junge Union eine digitale Wahlarena veranstaltet und ließ die Parteijugend über ihren Wunschkandidaten abstimmen. In der nicht verbindlichen Befragung hatte Merz mit 51,6 Prozent am besten abgeschnitten. Röttgen kam mit 27,9 Prozent auf Platz zwei vor Laschet mit 19,8 Prozent. Allerdings war die Beteiligung an der Abstimmung gering.

"Wenn man das auf die CDU übersetzt, wo eine andere Stimmungslage insgesamt ist, dann zeigt das, dass in der CDU noch viel mehr drin ist für mich", sagte Röttgen bei RTL. "Ich glaube, dass ich damit in der CDU sehr gut arbeiten kann und stelle auch fest, dass der Zuspruch ganz schön wächst", so Röttgen.

Alle drei Kandidaten sollen am Freitagabend in einer Digitalkonferenz der CDU Sachsen wieder aufeinandertreffen. Zuvor werden Laschet und Merz auch als Redner auf dem Onlinekongress der kommunalpolitischen Vereinigung der CDU/CSU "Strukturwandel gestalten" erwartet.

mrc/dpa
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