Nach Mord an Walter Lübcke Tausende demonstrieren in Kassel gegen rechte Gewalt

Nach dem Mord an dem Kasseler Regierungspräsident Walter Lübcke protestierten in Kassel Tausende Menschen gegen rechte Gewalt. Sie wollen ein Zeichen für eine tolerante und demokratische Region setzen.

Mitarbeiter des Regierungspräsidiums lassen am Ende der Kundgebung "Zusammen sind wir stark" für Walter Lübcke 99 Luftballons in den Himmel steigen.
Uwe Zucchi/DPA

Mitarbeiter des Regierungspräsidiums lassen am Ende der Kundgebung "Zusammen sind wir stark" für Walter Lübcke 99 Luftballons in den Himmel steigen.


Schon zu Beginn der Demonstration gegen rechte Gewalt hatten sich 8000 Teilnehmer vor dem Regierungspräsidium in Kassel eingefunden - am Schluss nahmen etwa 10.000 Menschen an der Kundgebung teil. Das teilten die Stadt und die Polizei mit. Zur Kundgebung aufgerufen hatte die Stadt gemeinsam mit einem Bündnis von Institutionen und Organisationen. Auslöser war der Mord an dem Regierungspräsidenten von Kassel, Walter Lübcke.

Ziel war es, ein Zeichen gegen die Spaltung der Gesellschaft und für eine tolerante, demokratische und friedliche Region zu setzen. Unterstützer waren neben Behörden, Verbänden und Gewerkschaften auch zahlreiche große Unternehmen.

"Bei uns haben Hass und Hetze keinen Platz"

Lübcke war am 2. Juni an den Folgen eines Kopfschusses gestorben.Der dringend Tatverdächtige Stephan Ernst aus Kassel hat gestanden, Lübcke erschossen zu haben. Der Generalbundesanwalt geht von einem rechtsextremen Hintergrund aus. Lübcke war wegen seiner Haltung zu Flüchtlingen bedroht worden.

Kassels Oberbürgermeister Christian Geselle (SPD) sagte: "Wir sind nicht der braune Sumpf der Nation. Wir sind friedlich, tolerant und weltoffen. Bei uns haben Hass, Hetze, Terror und Ausgrenzung keinen Platz." Der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Martin Hein, zeigte sich erschrocken darüber, dass dem Treiben der rechtsradikalen Szene in Kassel viel zu lange zugeschaut worden sei.

höh/dpa



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