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15. Februar 2019, 15:29 Uhr

Münchner Sicherheitskonferenz

Von der Leyen warnt vor IS-Netzwerk im Untergrund

In Syrien und im Irak scheint der "Islamische Staat" besiegt zu sein. Doch damit sei die Gefahr durch die Dschihadisten längst nicht vorbei, warnt Verteidigungsministerin von der Leyen.

Ursula von der Leyen warnt vor einem globalen Netzwerk des "Islamischen Staats" (IS) im Untergrund. "Es herrscht breite Übereinstimmung (...), dass der Kampf gegen die Terrororganisation IS im Irak und in Syrien noch nicht abgeschlossen ist", sagte die Verteidigungsministerin zur Münchner Sicherheitskonferenz nach einem Treffen ihrer Kollegen der internationalen Anti-IS-Koalition.

"Wir wissen, dass das physische Kalifat des IS in Syrien und Irak zerschlagen ist", erklärte von der Leyen. Die Kämpfer des IS seien aus den Gebieten gedrängt worden, die sie jahrelang besetzt gehalten und in denen sie die Bevölkerung terrorisiert hätten. "Aber es bleibt festzuhalten, dass der IS zurzeit sein Gesicht ändert, stärker in den Untergrund geht und dort Netzwerke aufbaut auch mit anderen Terrorgruppen, zum Teil in einem globalen Netzwerk, das sie im Untergrund versuchen aufzubauen."

Nach Angaben der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) wurde der IS inzwischen in seiner letzten Bastion im Osten Syriens auf einen kleiner werdenden Bereich zurückgedrängt. Demnach sollen sie nur noch etwa einen Quadratkilometer Häuser kontrollieren. Im Irak gilt er bereits als besiegt.

Bei dem Treffen in München wurde über die künftige Strategie im Umgang mit der Miliz beraten. Die USA planen einen schrittweisen Abzug ihrer Truppen aus Syrien und wollen mit ihren Nato-Verbündeten über eine mögliche Beobachtermission im Nordosten des Bürgerkriegslandes sprechen.

Pentagon-Chef spricht von "taktischem Wandel"

US-Verteidigungsminister Patrick Shanahan bekräftigte den Willen Washingtons zu einem weiteren Engagement in dem Bündnis zum Kampf gegen den IS. Bei konkreten Maßnahmen nach einem Truppenabzug der Amerikaner blieb der amtierende Pentagon-Chef allerdings vage. "Während die Zeit der US-Bodentruppen im Nordosten Syriens schwindet, bleiben die Vereinigten Staaten der Sache der Koalition verpflichtet: der dauerhaften Niederschlagung von Isis, sowohl in Nahost als auch darüber hinaus."

Shanahan sprach von einem "taktischen Wandel", den die Koalition vollziehe. "Wir werden unsere Anti-Terrorismus-Fähigkeiten in der Region aufrechterhalten" und unsere "örtlichen Partner unterstützen, um sich gegen die Isis-Überbleibsel zur Wehr zu setzen". Aber auch in anderen Weltregionen wie in Afghanistan, den Philippinen oder in der afrikanischen Sahel-Region würden die USA ihre Fähigkeiten zur Bekämpfung des Terrorismus aufrechterhalten.

2014 hatte der IS weite Teile Syriens und des Irak unter seine Kontrolle gebracht. Zu der internationalen Koalition von Staaten, die gegen den IS kämpft oder den Kampf unterstützt, gehören neben der Führungsmacht USA eine Reihe europäischer Länder, Australien und Kanada sowie mehrere arabische Staaten.

als/dpa/AFP

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