SPD-Forderung Merkel soll Seehofer von Mütterrenten-Plänen abbringen

Die CSU will die Mütterrente ausweiten - sehr zum Ärger des Koalitionspartners SPD. Auch vom Unions-Nachwuchs kommt Kritik an den Rentenplänen.

Kanzlerin Merkel, CSU-Chef Seehofer
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Kanzlerin Merkel, CSU-Chef Seehofer


Angela Merkel hat die Rente zur Chefsache gemacht. Noch vor der Bundestagswahl im kommenden Jahr soll die Große Koalition ein milliardenschweres Rentenpaket verhandeln. Dafür wollen die Unions-Spitzen an diesem Freitag ein erstes gemeinsames Konzept erstellen.

Zumindest ein Vorhaben der CSU sorgt in der Großen Koalition bereits jetzt für Kritik. Horst Seehofer will die Mütterrente ausweiten, die SPD ist dagegen: Merkel solle den Chef der Christsozialen von seinen Plänen abbringen, fordert der Koalitionspartner. Sie hoffe, "dass Frau Merkel Herrn Seehofer die neuen CSU-Milliardenwünsche aus der Rentenkasse ausredet", sagte die sozialpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Katja Mast.

Bislang bekommen Mütter für Kinder die nach 1992 geboren sind drei Jahre Kindererziehungszeiten bei der Rente angerechnet. Frauen, deren Kinder vor 1992 geboren sind, hingegen nur zwei Jahre. Seehofer will dies anpassen.

Mast sprach sich für eine stärkere Bekämpfung der Altersarmut aus. Sie fordere CDU/CSU auf, "eine langfristige Antwort zu geben, wie die Akzeptanz der Rente gesichert wird".

Auch innerhalb der Union gibt es Kritik an den Rentenplänen. Die CSU-Forderung nach Gleichstellung aller Mütter sei zwar berechtigt, sagte der Chef der Jungen Union. "Wir können aber nicht immer neue Dinge versprechen, ohne etwas auf der Ausgabenseite zu tun", so Paul Ziemiak. Die CSU solle sagen, was sie an anderer Stelle zu kürzen bereit sei. Schon heute gebe es zehn Mal so viele alleinerziehende Mütter wie Rentner, die auf Grundsicherung angewiesen seien. "Das lösen wir nicht mit der Mütterrente."

Zugleich warnte Ziemiak die Spitzen von CSU und CDU davor, die junge Generation durch weitere Rentenerhöhungen zu belasten. "Wenn man den heutigen Rentnern etwas verspricht, das die jungen Menschen bezahlen müssen, und diese dann später selber in die Röhre gucken, hat das mit Gerechtigkeit nicht mehr viel zu tun", sagte Ziemiak. "Wir können uns nicht davon leiten lassen, was nur populär im Wahlkampf ist."

Außer der Mütterrente wollen die Unions-Spitzen auch über die geplante Ost-West-Angleichung der Rente, die geplante solidarische Lebensleistungsrente und das künftige Rentenniveau sprechen. Im November wird mit der SPD verhandelt. Sozialministerin Andrea Nahles (SPD) will dann ein Gesamtkonzept vorlegen.

brk/dpa



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