Rassismus 871 Übergriffe auf Muslime in Deutschland in 2019

Die Zahl der Übergriffe auf Muslime konnte 2019 das dritte Jahr in Folge nicht gesenkt werden. Inzwischen geht die Polizei stärker gegen Rechtsextreme vor.
Moschee im schleswig-holsteinischen Büdelsdorf

Moschee im schleswig-holsteinischen Büdelsdorf

Foto: Carsten Rehder/ picture-alliance/ dpa

Im vergangenen Jahr sind 871 Übergriffe auf Muslime und ihre Einrichtungen in Deutschland verzeichnet worden. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken hervor, über die die "Neue Osnabrücker Zeitung" ("NOZ") berichtet. Die Zahl der Übergriffe ist demnach seit 2017 etwa konstant geblieben. 33 Muslime wurden dem Bericht zufolge 2019 bei islamfeindlichen Straftaten verletzt.

Bei einem Attentat auf eine Synagoge in Halle im vergangenen Oktober mit zwei Toten wurde ebenfalls ein Opfer aus islamfeindlichen Motiven getötet. Der Täter hatte in einem Döner-Imbiss einen jungen Mann erschossen, und mehrere Menschen zu erschießen versucht, die er fälschlicherweise für Muslime hielt, nachdem ihm nicht gelungen war, in die Synagoge einzudringen.

"Der Hass auf Muslime bricht sich weiterhin in gewaltsamen Übergriffen, Bedrohungen und Beleidigungen Bahn", sagte die Linken-Politikerin Ulla Jelpke der "NOZ". Auch wenn die Polizei seit den Taten von Halle und zuletzt Hanau verstärkt gegen rechtsextreme Netzwerke vorgehe, könne keinesfalls Entwarnung gegeben werden. "Wir müssen leider damit rechnen, dass es noch weitere derartige tickende Zeitbomben gibt", sagte Jelpke.

Anmerkung der Redaktion: Die 871 Fälle fielen 2019 an - nicht 2020, wie es zunächst in der Zeile hieß. In der Meldung hieß es zudem ursprünglich, der Attentäter von Halle habe zwei Menschen aus islamfeindlichen Motiven getötet. Das erste der beiden Todesopfer war allerdings eine Frau, die der Täter wohl allein deshalb erschoss, weil sie ihn angesprochen hatte. Wir haben die entsprechenden Passagen angepasst.

ssu/AFP
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