Nach Auftritt vor Neuntklässlern Eltern wollen NPD verklagen

Mit seinen kruden Nazi-Theorien ging Udo Pastörs in Mecklenburg-Vorpommern auf Stimmenfang. Dabei ließ er sich auch während einer Rede vor Neuntklässlern filmen - und benutzte das Video als Wahlkampfwerbung. Nun droht ein juristisches Nachspiel.

NPD-Mann Pastörs vor Jugendgruppe (Screenshot YouTube): Video als Wahlkampfwerbung

NPD-Mann Pastörs vor Jugendgruppe (Screenshot YouTube): Video als Wahlkampfwerbung


Schwerin - Mit kruden Theorien hat Udo Pastörs in Mecklenburg-Vorpommern Wahlkampf gemacht - und vor der Landtagswahl am 4. September auch Schulkinder umworben. Anfang September hat der rechtsextreme Pastörs eine Gruppe Neuntklässler abgefangen, um seine braune Propaganda zu streuen. Den fast 20-minütigen Auftritt ließ er mitschneiden und benutzte das Video als Wahlkampfwerbung. Nun droht der NPD ein juristisches Nachspiel.

Zwölf Eltern aus Ferdinandshof lassen von einer Schweriner Anwaltskanzlei Schadenersatzansprüche gegen die Partei prüfen, wie die "Schweriner Volkszeitung" am Donnerstag vorab berichtete. Sie sehen demnach durch die Wahlwerbung des NPD-Spitzenkandidaten die Persönlichkeitsrechte ihrer Kinder verletzt, konkret deren Recht am eigenen Bild. "Die Zustimmung des Lehrers und der Schüler lag explizit nicht vor", sagte die Abteilungsleiterin im Bildungsministerium, Gabriele Brick, dem Blatt.

Der Mitschnitt war dem Bericht zufolge mehrere Tage auf der Internetseite der NPD zu sehen, bevor er auf Betreiben von Rechtsanwälten entfernt werden musste. Während seiner Rede vor den Kindern referierte Pastörs über die krude Ideologie der Neonazis: "Der Euro ist eine Betrügerwährung für die Deutschen", sagte er da beispielsweise. Oder: "Euch verarschen die Politiker. Von vorne bis hinten!" Immerhin: Auf die Schüler soll Pastörs Rede kaum Eindruck gemacht haben.

aar/dpa



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