Nachfolgerin von Kurt Beck Malu Dreyer ist neue Regierungschefin in Mainz

Die Ära Kurt Beck in Rheinland-Pfalz ist zu Ende. Die satte rot-grüne Mehrheit im Mainzer Landtag hat die bisherige Sozialministerin Malu Dreyer zur neuen Regierungschefin gewählt. Sie tritt das Amt mit einer chronischen Krankheit an - Multipler Sklerose.
Nachfolgerin von Kurt Beck: Malu Dreyer ist neue Regierungschefin in Mainz

Nachfolgerin von Kurt Beck: Malu Dreyer ist neue Regierungschefin in Mainz

Foto: Arne Dedert/ dpa

Mainz - Malu Dreyer hat es wie erwartet problemlos geschafft: Die 51-jährige SPD-Politikerin ist neue Regierungschefin von Rheinland-Pfalz. Sie wurde im Landtag mit 60 von 100 abgegebenen Stimmen zur Nachfolgerin von Kurt Beck gewählt.

Damit ist eine Ära zu Ende gegangen. Beck, der gesundheitliche Probleme für seinen Rückzug angegeben hatte, war 18 Jahre lang Ministerpräsident in Rheinland-Pfalz - und damit dienstältester Regierungschef in Deutschland.

Malu Dreyer war bislang Sozialministerin im rot-grünen Kabinett. Schon am Nachmittag soll sie die erste Kabinettssitzung leiten. Zuvor wird der bisherige SPD-Generalsekretär Alexander Schweitzer zum neuen Sozialminister ernannt.

Dreyer ist damit nach Hannelore Kraft (Nordrhein-Westfalen), Christine Lieberknecht (Thüringen) und Annegret Kramp-Karrenbauer (Saarland) die vierte Ministerpräsidentin in Deutschland.

Dreyer tritt ihr neues Amt trotz einer chronischen Krankheit an: Sie leidet seit vielen Jahren unter Multipler Sklerose, einer unheilbaren Störung des zentralen Nervensystems, die in Schüben auftritt. 2006 machte sie die Erkrankung publik. "Mir geht es unheimlich gut. Ich kann nur nicht gut laufen", sagte sie damals. Wegen ihrer MS-Erkrankung lässt sich Dreyer bei längeren Fußwegen im Rollstuhl schieben.

"Fehler waren mir immer peinlich"

Beck hatte zuvor in seiner Abschiedsrede im Parlament den Bürgern des Landes gedankt. In seinen 18 Jahren als Regierungschef sei die Arbeitslosigkeit annähernd halbiert worden, das Bruttoinlandsprodukt von Rheinland-Pfalz habe sich nahezu verdoppelt. Für ihre Tatkraft danke er den Menschen im Land.

Von ihm gemachte Fehler in seiner Amtszeit täten ihm leid. "Mir persönlich war das immer peinlich und ärgerlich." Beim Arbeiten aber seien Fehler unvermeidlich. Rückblickend sei das Land aber vorangekommen, etwa bei den Chancen auf Bildung oder bei der Familienfreundlichkeit.

Beck bezeichnete in der "Bild"-Zeitung seinen erzwungenen Rücktritt als SPD-Chef als größte Verletzung seiner politischen Karriere. "Das hat mich sehr getroffen. Aber ich habe meinen Frieden gemacht", sagte der 63-Jährige. Seine schönsten Momente seien dagegen gewesen, wenn "ich Menschen helfen konnte, die unverschuldet in Not geraten sind". Das habe ihn glücklich gemacht, sagte Beck.

als/AFP/dapd/dpa
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