Nach dem Parteitag Die PDS auf Chefsuche

Nach dem angekündigten Rückzug von Gregor Gysi und Lothar Bisky steht die SED-Nachfolgerpartei PDS vor ihrem ersten tief greifenden Führungswechsel. Für den künftigen Parteivorsitz werden vor allem zwei Namen gehandelt: Petra Pau und Dietmar Bartsch.


Petra Pau mit dem scheidenden Parteichef Bisky
REUTERS

Petra Pau mit dem scheidenden Parteichef Bisky

Berlin – Die Berliner Landeschefin Pau schloss eine Kandidatur für den Parteivorsitz nicht aus. Der Bundesvorstand müsse nun ein Regularium finden, wie ein fairer, innerparteilicher Wahlkampf um die Nachfolge von Lothar Bisky möglich sei, sagte sie am Montag im ARD-"Morgenmagazin". "Und dann werden sich Personen entscheiden. Zu denen gehöre ich auch."

Gysis Wunschkandidat, Bundesgeschäftsführer Dietmar Bartsch, äußerte sich dazu nicht. Er sagte im Deutschlandfunk, vor ihm liege jetzt eine schwierige Zeit als Bundesgeschäftsführer. Es sei wichtig, die programmatische Erneuerung der PDS voranzutreiben.

Dietmar Bartsch
AP

Dietmar Bartsch

Der Rückzug von Bisky und Bundestagsfraktionschef Gysi stelle für die Partei zwar einen "tiefen Einschnitt" dar, sei aber ein durchaus gewollter Vorgang,. Die PDS trete dafür ein, Ämter und Mandate nur für einen begrenzten Zeitraum zu vergeben.

Pau kritisierte, durch den Parteitag am Wochenende in Münster sei das Image der Politikfähigkeit ihrer Partei angekratzt worden. Den PDS-Wahlkämpfern in Nordrhein-Westfalen habe die Partei vor allem durch das Nein zu Uno-Friedenseinsätzen einen "Bärendienst" erwiesen.



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