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09. Februar 2008, 11:01 Uhr

Nach Wahlerfolg der Linken

Beckstein will sozialere Union

Angesichts der jüngsten Wahlerfolge der Linken debattiert die Union um ihre Ausrichtung. Bayerns Ministerpräsident Beckstein mahnte, seine Partei müsse sich stärker mit sozialen Fragen beschäftigen. Sachsens Ministerpräsident Milbradt warnte vor einem Linksruck.

Berlin - Der Einzug der Linken in mehreren westdeutsche Länderparlamente spaltet die Union: Bayerns Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU) rief seine Partei auf, sich stärker mit sozialen Fragen auseinanderzusetzen. Beckstein sagte der Zeitung "Die Welt", auch in Bayern diskutierten die Bürger über Mindestlöhne und Managergehälter. Viele beklagten, dass der wirtschaftliche Aufschwung nicht bei ihnen ankomme. "Ich habe dafür großes Verständnis", sagte Beckstein.

Ministerpräsident Beckstein: "Großes Verständnis" für soziale Probleme
DDP

Ministerpräsident Beckstein: "Großes Verständnis" für soziale Probleme

Er verwies zudem auf stagnierende Renten und Reallöhne sowie steigende Lebenshaltungskosten. Die CSU müsse "solche Themen wahrnehmen, damit nicht eines Tages die Linken im Landtag sitzen, die dort wirklich nichts zu suchen haben".

Sachsens Ministerpräsident Georg Milbradt (CDU) hingegen warnte seine Partei vor einem Linksruck. Milbradt sagte der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung": "Die CDU darf der SPD nicht nach links hinterherlaufen." Es sei wichtig, das Gleichgewicht der Strömungen in der CDU aufrecht zu halten und sowohl den Wirtschaftsflügel als auch die Konservativen nicht an den Rand zu drängen.

Milbradt betonte: "Die CDU ist eine Volkspartei - sie darf an keinem Flügel Federn lassen. Sonst droht ihr irgendwann dasselbe Schicksal wie der SPD, und es bilden sich innerhalb ihres Wählerspektrums neue Parteien." Milbradt warnte zugleich vor zu hohen Mindestlöhnen. Sie kosteten Arbeitsplätze.

amz/ddp

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