Newsblog Filmstudio-Attentäter fühlte sich betrogen

Nach dem Brandanschlag mit 33 Toten in Japan hat sich der mutmaßliche Täter den Ermittlern erklärt. Sein Motiv sorgt für ebenso viel Erschütterung wie seine Tat. Die Live-News.

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Michael Kröger
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Die wichtigsten politischen Themen des Tages finden Sie kompakt in unserem Briefing DIE LAGE.
Die erste Nachricht kommt aus Japan . Dort hat sich der Mann erklärt, der den Brandsatz in ein Trickfilmstudio geworfen und dabei 33 Menschen getötet hat. Korrekt müsste es mutmaßlich heißen, weil er noch nicht verurteilt ist. Doch nach seinem Geständnis und den vielen Zeugenaussagen hat die Polizei an seiner Täterschaft keine Zweifel. Die Erklärung, die der Brandstifter lieferte, lässt den Betrachter übrigens ebenso ratlos zurück, wie die Tat selbst: Das Studio habe seine Idee für ein Werk gestohlen, sagte der Festgenommene der Polizei, wie die Nachrichtenagentur Kyodo aus Polizeikreisen erfuhr. Jae C. Hong/AP 7/19/19 7:02 AM Und damit endet der "Morgen" für diese Woche wieder. SPIEGEL ONLINE wird Sie natürlich weiterhin über alle wichtigen Ereignisse rund um die Welt informieren. In Berlin dürfte die Sommerpressekonferenz von Angela Merkel im Mittelpunkt stehen. Sie könnte den Journalisten - wenn sie wollte - einiges erklären . Zum Beispiel, wie es zur Auswahl von Annegret Kramp-Karrenbauer für das Verteidigungsministerium kam. Oder wie es mit der Klimapolitik weitergeht. Oder wie sich Europa für sie anfühlt, nachdem ihre Vertraute Ursula von der Leyen jetzt für den Chefsessel in der EU-Kommission vorgesehen ist. Auch die Wissenschaft wird heute im Mittelpunkt stehen. Eine Kommission hat nämlich die elf Unis ausgewählt , die sich künftig exzellent nennen dürfen. Unser Bildungsressort berichtet über Chancen, nutzen oder mögliche kritische folgen. Über Freude, Enttäuschungen und Hoffnungen . Ich verabschiede mich für heute und wünschen Ihnen ein erholsames Wochenende. Bis Montag. 7/19/19 6:52 AM Kurz vor Schluss noch ein paar Informationen zum Wetter: Die Meteorologen versprechen eine neue Hitzewelle, die in den nächsten Tagen anrollt. Zuvor kommt speziell der Osten aber noch in den Genuss von ein paar Regenschauern, muss dafür aber mit dichter Bewölkung leben. Im Westen kommt dann aber schon bald die Sonne zum Vorschein. Die Temperaturen liegen zwischen 24 und 29 Grad. Mohssen Assanimoghaddam/dpa 7/19/19 6:43 AM Wussten Sie eigentlich, dass die NASA 1969 echte Sorge hatte, die Rückkehrer vom Mond könnten gefährliche Stoffe oder Lebenwesen mit auf die Erde bringen ? aus diesem Grund hatte man die Astronauten nach ihrer Landung im Meer in einem speziellen Wohnwagen isoliert. Neil Armstrong, Michael Collins und Buzz Aldrin betraten noch an Bord des Bergungsschiffs den luftdicht umgebauten Anhänger. "Die Einrichtung war ziemlich komplex", erinnert sich der ehemalige Nasa-Ingenieur John Hirasaki. Zwar habe von außen alles wie ein Wohnwagen ausgesehen, innen habe man aber das Raumfahrtteam in biologischer Isolation unterbringen müssen. Dort lebten die drei Astronauten drei Wochen in einem Laboratorium, ehe sie die Quarantäne verlassen durften. Nach der dritten Mondlandung wurde die Schutzmaßnahme abgeschafft. Wissenschaftler hatten bewiesen, dass vom Mond keine gefährlichen Organismen mit zur Erde gereist waren. NASA/dpa 7/19/19 6:34 AM Einer der vier wegen Terrorverdachts aufgegriffenen Verdächtigen ist aus dem Polizeigewahrsam entlassen worden. Das bestätigte ein Sprecher der Kölner Polizei heute Morgen. Ein Richter hatte zunächst gestern Abend für zwei als islamistisch eingestufte Gefährder sowie zwei weitere Personen aus ihrem Umfeld Langzeitgewahrsam angeordnet. Nach dem neuen Polizeigesetz in Nordrhein-Westfalen kann dieser bis zu zwei Wochen dauern. 7/19/19 6:31 AM In Südkorea ist ein Mann gestorben, nachdem er sich vor der japanischen Botschaft selbst angezündet hatte. Der Südkoreaner sei heute Nacht im Krankenhaus seinen Verletzungen erlegen, teilte die Polizei in Seoul mit. Einem Medienbericht zufolge war der Schwiegervater des über 70-Jährigen ein Zwangsarbeiter unter japanischer Herrschaft. Entschädigungsforderungen aus Südkorea wegen Japans brutaler Kolonialisierung der koreanischen Halbinsel von 1910 bis 1945 hatten kürzlich einen Handelsstreit ausgelöst. Japan verhängte Exportbeschränkungen gegen Südkorea, nachdem dortige Gerichte Entschädigungen für südkoreanische Zwangsarbeiter von japanische Firmen gefordert hatten. 7/19/19 6:29 AM Der Schützenpanzer Puma wird wohl extrem viel teurer als ursprünglich kalkuliert . "Für die Herstellung der vollständigen Einsatzreife der 350 Schützenpanzer Puma sind derzeit 5.989 Millionen Euro eingeplant", teilte das Verteidigungsministerium auf eine Anfrage des Linken-Abgeordneten Matthias Höhn mit. Diese Summe sei mehr als 2,9 Milliarden höher als die anfangs zu Grunde gelegte Summe. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums liegt die Kostensteigerung an der vertraglich vereinbarten "Preiseskalation" sowie zusätzlichen Anforderungen an den Panzer. Diese haben sich demnach in den vergangenen 17 Jahren aus der "Fortschreibung des Fähigkeitsprofils" der Bundeswehr und technologischen Entwicklungen ergeben. Holger Hollemann/dpa 7/19/19 6:25 AM Dass der Katastophenflieger 737 Max den US-Luftfahrt-Konzern Boeing viel Geld kosten würde, war abzusehen. Jetzt gibt die Quartalsbilanz einen ersten Aufschluss: Es sind - bis heute - 4,9 Milliarden Dollar nach Steuern. Laut Boeing soll das Geld für potenzielle Entschädigungen von Fluggesellschaften verwendet werden, die wegen des Ausfalls der 737 Max von Betriebsstörungen und Auslieferungsverzögerungen betroffen sind. Der Konzern will die Sonderkosten zwar komplett im zweiten Quartal verbuchen, mögliche Kompensationen an Airlines sollen aber erst über mehrere Jahre und in verschiedenen Formen erfolgen. 7/19/19 6:14 AM Eiszeit auf der A67 in Hessen: Ein Lkw hat am Dreieck Viernheim bei einem Unfall 15 Tonnen Speiseeis verloren . Während das Eis bei sommerlichen Morgen-Temperaturen zu schmelzen begann, sperrte die Polizei zwei Spuren in Richtung Süden. Nach Polizeiangaben hatte der 44-jährige Fahrer des Eistransports vermutlich einen Pannen-Lkw übersehen, der auf dem Seitenstreifen stand. Beide Fahrer blieben unverletzt, den Sachschaden schätzt die Polizei auf rund 250.000 Euro. Ob die Autofahrer, die wegen des Unfalls im Stau standen, mit einem Eis entschädigt wurden, ist nicht überliefert . . . 7/19/19 6:05 AM 7/19/19 6:03 AM "Wir haben weder in der Straße von Hormus noch anderswo eine Drohne verloren" Irans Außenminister Abbas Arakchi per Twitter zur Erklärung von US-Präsident Donald Trump, die US-Marine hätte eine Drohne des Gottesstaates abgeschossen. 7/19/19 5:59 AM Die deutschen Wasserballer haben dagegen nur knapp eine Riesenüberraschung gegen Italien verpasst , sich aber den wichtigen zweiten Tabellenrang in ihrer Gruppe gesichert. Die Auswahl von Bundestrainer Hagen Stamm unterlag in der Nacht dem Olympia-Dritten 7:8, hat aber nun eine gute Ausgangsposition für das Ausscheidungsspiel um einen Viertelfinal-Platz am Sonntag gegen Südafrika. Bernd Thissen/dpa 7/19/19 5:55 AM Die deutschen Freiwasserschwimmer haben auch am letzten Tag der WM-Wettbewerbe in Südkorea ihre großartige Form bestätigt. Zuletzt gewann die 23-jährige Finnia Wunram überraschend die Silbermedaille über 25 Kilometer . Unter schweren Bedingungen mit starkem Regen und heftigem Wellengang musste sich in Yeosu nur der brasilianischen Fünf-Kilometer-Weltmeisterin Ana Cunha geschlagen geben. Als Dritte schlug nach über fünf Stunden die Französin Lara Grangeon an. Andreas Waschburger als Achter und Sören Meißner auf Rang neun hatten zuvor über die gleiche Distanz Top-Ten-Plätze erreicht. WM-Debütantin Lea Boy überzeugte als Zwölfte. Mark Schiefelbein/AP 7/19/19 5:47 AM Der Leverkusener Bayer-Konzern kann in einem weiteren US-Prozess mit einer Senkung der Strafe rechnen . Ein Gericht in Oakland teilte gestern mit, dass die insgesamt rund zwei Milliarden US-Dollar, die eine Geschworenen-Jury dem Rentnerpaar Alva und Alberta Pilliod zugesprochen hatte, über den verfassungsrechtlich angemessenen Rahmen hinausgehe. Die Gesamtsumme soll nach Einschätzung des Gerichts auf maximal das Vierfache des eigentlichen Schadenersatzes von 50 Millionen Dollar reduziert werden. Das wären dann maximal 250 Millionen Dollar. 7/19/19 5:44 AM Benötigen Sie noch eine Anregung, was Sie während der Ferien wohl mit Ihren Kindern unternehmen könnten? Wie wär's mit einer Radtour . . . 7/19/19 5:39 AM US-Transportservice-Anbieter Uber hat wieder einmal Ärger mit seinem Rechnungswesen. Kunden aus San Diego und Washington beklagen sich auf Twitter, dass sie nach einer Fahrt rund einhundert Mal soviel berechnet bekamen, wie ursprünglich angekündigt. So kostete eine Fahrt statt 96,72 Dollar satte 9672 Dollar, wie der britische Nachrichtensender BBC berichtet. Ein anderer klagt, dass die Belastung seiner Kreditkarte beinahe seine Geburtstagsfeier gefährdet hätte, weil damit das Limit erreicht worden sei. Bereits im Frühjahr hatte der britische "Guardian" über eine Betrugsmasche berichtet, mit der Besitzern gehackter Uber-Konten Fahrten in Rechnung gestellt werden, die sie nicht gemacht haben. 7/19/19 5:27 AM Mit einer bemerkenswerten Einschätzung zur deutschen Clubszene macht das internationale Fachmagazin "DJ Mag" von sich reden. Danach ist doch tatsächlich das Kölner Bootshaus Club des Jahres und nicht wie jahrelang zuvor das legendär-verruchte Berliner Berghain. Wahrscheinlich ist das nur die Rache dafür, dass die Club-Kritiker im Berghain nicht 'reingekommen sind, die Türsteher sind nämlich berüchtigt (Ich habe es auch mehrmals erfolglos versucht). Ins Bootshaus darf dagegen jeder. Die meisten Tickets werden - ebenfalls clubuntypisch - wie bei Konzerten vorab online verkauft. An der Tür wird niemand wegen seines Outfits abgewiesen, sagen die Betreiber. Nur zu betrunken oder aggressiv darf man nicht sein, "ansonsten ist hier jeder willkommen". Also: auf nach Köln . . . Bootshaus/dpa 7/19/19 5:18 AM Ein tragischer Unfall auf den Philippinen hat mindestens acht Jugendliche und einen Betreuer das Leben gekostet . Sie waren auf der Ladefläche eine Lastwagens auf dem Weg zu einem Schulfest, als der Fahrer auf einer abschüssigen Straßen die Kontrolle über das Fahrzeug verlor. 7/19/19 5:13 AM Knapp fünf Jahre nach tödlichen Polizeischüssen auf den Afroamerikaner Laquan McDonald hat die Polizei in Chicago vier Beamte in Verbindung mit dem Fall entlassen . Das Polizeipräsidium wirft ihnen Pflichtverletzung und Vertuschung vor, wie US-Medien gestern berichteten. Drei der Polizisten hätten die "angebliche Bedrohung", die der Schwarze dargestellt habe, in ihren Aussagen zu dem Vorfall übertrieben, hieß es. Damit hätten sie die Schüsse rechtfertigen und den Todesschützen decken wollen. Ihr Vorgesetzter habe die Aussagen anschließend nicht ausreichend überprüft. Der damals 17-jährige Afroamerikaner Laquan McDonald wurde im Oktober 2014 von 16 Polizeikugeln getroffen. Lediglich zwei trafen ihn im Stehen. Ein Polizist schoss weiter auf ihn, als McDonald schon am Boden lag. Nach einer ersten Darstellung seiner Kollegen war der Schwarze zuvor mit einem Messer auf ihn losgegangen - ein 2015 veröffentlichtes Video belegt jedoch eindeutig, dass McDonald nichts dergleichen tat. Die Veröffentlichung des Videos hatte zu Protesten und der Entlassung von Polizeichef Garry McCarthy geführt. Der Polizist Jason Van Dyke, der die tödlichen Schüsse abfeuerte, wurde im Oktober 2018 in einem spektakulären Prozess wegen Mordes im Dienst verurteilt. 7/19/19 5:08 AM Fragen zur Klimapolitik könnten Merkel übrigens durchaus in Verlegenheit bringen. Denn allzuviel Konkretes wird sie kaum erklären können. Denn auch die dreistündige Sitzung des Klimakabinetts hat nicht wirklich etwas gebracht. Entscheidungen sollen erst am 20. September fallen. Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) sprach von einer "intensiven Diskussion". Es gebe noch viel zu tun. Umweltschützer und die FDP verlangen jedoch mehr Tempo von der Regierung. Das Klimakabinett verhandelt über ein umfassendes Paket, um den Ausstoß von Treibhausgasen in Deutschland schneller zu senken und die Klimaschutzziele zu erreichen. Es geht dabei um Förderprogramme, neue Vorgaben und einen CO2-Preis, der den Ausstoß von Kohlendioxid im Verkehr und beim Heizen verteuern soll. Vor allem in der Union sehen viele eine CO2-Steuer sehr kritisch. 7/19/19 5:02 AM Bundeskanzlerin Angela Merkel verabschiedet sich heute in den Sommerurlaub. Zuvor wird sie sich aber noch den Fragen der Journalisten in Berlin stellen. Die Sommerpressekonferenzen der Kanzlerin haben Tradition. Üblicherweise nimmt sie sich viel Zeit dafür. Gefragt werden dürfte Merkel diesmal vor allem, was sie sich bei der Neubesetzung des Verteidigungsministeriums mit CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer gedacht hat und zu den Plänen der Regierung in Sachen Klimaschutz. Mit Sicherheit wird auch der Gesundheitszustand der Kanzlerin eine Rolle spielen. Merkel hatte in den vergangenen Wochen in der Öffentlichkeit mehrere Zitteranfälle erlitten, danach aber versichert, dass sie ihre Leistungsfähigkeit nicht eingeschränkt sehe. Fabrizio Bensch/Reuters 7/19/19 4:48 AM Nach dem chaotischen Flug-Sommer im vergangenen Jahr geht die Zahl der Konflikte zwischen Verbrauchern und Verkehrsunternehmen allmählich zurück . Vor der Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr landeten in den ersten sechs Monaten dieses Jahres knapp 11.900 Fälle, wie aus dem jetzt veröffentlichten Halbjahresbericht hervorgeht. Das waren zwar 24 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres, "jedoch ist eine abnehmende Tendenz zu verzeichnen", heißt es in dem Bericht. Im vergangenen Sommer hatten Kapazitätsengpässe zu massiven Verspätungen und zahlreichen Flugausfällen geführt. 7/19/19 4:46 AM FDP-Chef Christian Lindner , sonst ein erklärter Fan von möglichst großer individueller Freiheit und Wettbewerb , hat sich für ein Einheitsabitur in Deutschland ausgesprochen. "Ich halte den Bildungswettbewerb zwischen 16 Bundesländern, wie wir ihn praktizieren, für aus der Zeit gefallen", sagte Lindner den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Gemeinsame Bildungsstandards müssen endlich umgesetzt werden. Ein Zentralabitur könnte dabei ein Element sein." Die FDP sei jederzeit bereit, in Gespräche über eine weitere Veränderung des Grundgesetzes einzutreten. 7/19/19 4:38 AM Heute fällt die Entscheidung, welche elf Unis sich "exzellent" nennen dürfen . Der Titel ist heiß begehrt, denn er bringt, erstens, zusätzliche Fördermittel und, zweitens, die Chance, namhafte forscher aus aller Welt anzulocken. Studentenvertreter verschiedener Hochschulstädte sehen die Eliteförderung kritisch. Dadurch wachse die Gefahr eines "Zwei-Klassen-Systems", in dem wenige Universitäten in den Genuss einer massiven finanziellen Unterstützung kämen, während der Rest mit enormen finanziellen Problemen kämpfen müsse. Svenja Braun/dpa 7/19/19 4:30 AM Bereits eine Woche nach dem Rücktritt von Arbeitsminister Alexander Acosta hat US-Präsident Donald Trump einen Nachfolger gefunden: Den Arbeitsrechtsanwalt Eugene Scalia (der älteste Sohn des ehemaligen Richters am obersten Gerichtshof, Eugene Scalia). Scalia, habe große Erfahrung in dem Bereich, twitterte Trump am Donnerstag. Der Senat muss die Personalie allerdings noch absegnen. Acosta war in der vergangene Woche im Zusammenhang mit dem Missbrauchsfall um den Milliardär Jeffrey Epstein zurückgetreten. 7/19/19 4:15 AM 7/19/19 4:12 AM Guten Morgen verehrte Leserinnen und Leser. Ich begrüße Sie zum "Morgen" auf SPIEGEL ONLINE . Berlin befindet sich nach wie vor in einer Art Dornröschen-Schlaf, wie wohl viele andere Städte auch. Eng ist es an den Stränden und in den Bergen. (Die Frage ist nur, wer sich besser erholt - die Daheimgebliebenen oder diejenigen, die unterwegs sind). Ein paar Nachrichten habe ich herausgesucht, die Sie alle interessieren dürften . . . Show more Tickaroo Liveblog Software


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jjcamera 19.07.2019
1. nichts gebracht?
Die Feststellung, dass die Sitzung des Klimakabinetts "nichts gebracht" hat, ist schlicht falsch und polemisch. Aus seriöser Berichterstattung ist zu entnehmen, dass sehr ernsthaft über zwei Wege, die Klimaziele zu erreichen, diskutiert wurde und ein Schnellschuß überhaupt nicht zur Debatte stand. Die eine ist die rasche nationale CO2-Bepreisung unter "sozialem Ausgleich" (also weitgehend wirkungslos) und die andere der internationale Emissionshandel mit Zertifikaten. Die anwesenden Experten sehen im Emissionshandel die zukunftsfähigere und wirksamere Lösung, weil sie unter anderem nicht nur ein einzelnes Land, sondern alle Länder einbezieht. Nach dem Hype um die EU-Wahl wäre wenigstens hier eine europäische Lösung wohl die bessere als eine nationale, die nur das Gewissen beruhigt aber nichts bewirkt.. Alle, vor allem die begleitenden Experten, waren sich auch einig, dass ein "Schnellschuß" die falscheste aller Lösungen ist. Da sollte man sich lieber vorher gründlich beraten lassen, bevor man nur hohle Alibimaßnahmen ergreift. Das ganze Thema parteipolitisch, also zum Stimmenfang, zu benutzen, ist durchschaubar und peinlich, denn dazu ist zu ernst und dringend.
cipo 19.07.2019
2.
"Die Gesamtsumme soll nach Einschätzung des Gerichts auf maximal das Vierfache des eigentlichen Schadenersatzes von 50 Millionen Dollar reduziert werden. Das wären dann maximal 250 Millionen Dollar." Bei mir ist das Vierfache von 50 Millionen Dollar immer noch 200 Millionen.
motoko_kusanagi 19.07.2019
3. Klimakabinett
Die Einschätzung, die Sitzung hat nichts gebracht und wieder wäre nur Reden statt Handeln, wie leider von BUND und Greenpeace kommentiert wurde, ist so falsch. Es ging um konkrete Meinungsbildung und Abstimmung zwischen Politik (Abgeordnete) und Wissenschaft (Experten), die in konkrete Maßnahmen münden sollen. Fixdatum für ein entsprechendes Paket ist Mitte September. das wurde vorher schon bekannt gegeben und nun noch einmal bekräftigt. Es kann also gar nicht vorher irgendwas "gehandelt" werden sollen können. Natürlich bin ich mit BUND und Greenpeace einer Meinung, dass alles bisherige mehr oder weniger BlaBla war. Dennoch sollte mensch die aktuellen Ankundigung ("Schluß mit Pilipalle") ernstnehmen und zumindest die Vorstellung des Paket mit den konkreten Maßnhmen abwarten - und dann ggf. mit den bashing beginnen. Im übrigen stimmt es nicht wie hier suggeriert wurde, dass die Experten sich für Emissionshandel mit Zertifikaten ausgesprochen haben (eine etwas verzerrte FDP-Meinung), sondern neutral offen für eine nationale CO2-Bepreisung unter "sozialem Ausgleich". Statt das eine ideologisch gegen das andere zu setzen, gehe ich von einer Mixtur von beiden aus. CO2 ist ja ein Problem für verschiedene gesellschaftliche Felder, die auch entsprechend unterschiedliche Lösungsansätze bieten.
motoko_kusanagi 19.07.2019
4. Anime-Fan
Ich bin ein Anime-Fan und bin daher schockiert von der Nachricht, das in Japan ein Mannein Brandsatz in ein Trickfilmstudio geworfen und dabei 33 Menschen getötet hat. Die Erklärung, die der Brandstifter, das Studio habe seine Idee für ein Werk gestohlen, ist ein weiteres Symptom einer grassierenden Panepedemie von völlig außer Kontrolle geratenere egomanischer Selbstbezogenheit, wo jeder sich als Maßstab der Welt nimmt und in (vermeintlicher) verletztem Narzissmus ausrastet. Emotional ausrastet als Ehrenmörder, politische Wutbürger, vermeintliche Betrogenheit, soziale Kränkung oder weil man schlechte Laune oder Langeweile hat. Ich sehe nicht, dass sich die Wissenschaft, geschweige denn die Politik sich mit diesem globalen Trend beschäftigt bzs. nur ratlos zur Kenntnis nimmt. bezogen zu Tokyo: der Typ hätte auch einfach zur Polizei gehen können und Anzeige wegen Idee-Klau stellen können. Ob daraus sich Schadensersatz ableiten ließe, ist zwar unklar, wäre jedoch der korrekte zvilisatorische Weg.
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