Newsblog Kanada will Lachse per Helikopter zum Laichplatz fliegen

Im Westen Kanadas hängen Tausende Lachse auf dem Weg zu ihren Laichgründen fest, nachdem ein Erdrutsch den Fluss blockiert hat. Die Naturbehörde will ihnen nun über die Barriere helfen - per Hubschrauber. Die Live-News.

Mit


Michael Kröger
Herzlich willkommen bei Der Morgen @SPIEGELONLINE.
Bis 9 Uhr begleitet Sie heute Michael Kröger beim Start in den Tag.
Die wichtigsten politischen Themen des Tages finden Sie kompakt in unserem Briefing DIE LAGE.
7/22/19 7:02 AM Und damit endet der "Morgen" für heute wieder. Aber keine Sorge - SPIEGEL ONLINE wird Sie weiterhin über alle wichtigen Ereignisse informieren. mit Berichten, Analysen und Reportagen. Heute, einen Tag bevor sich die britischen Tories für ihren künftigen Anführer entscheiden , richten wir den Blick nach London. Favorit für den Parteivorsitz - und damit gleichzeitig für das Amt des Premierministers - ist allen Umfragen zufolge Boris Johnson . Für die Brexitverhandlungen bedeutet das nichts Gutes. Auch die Krise in der Straße von Hormus wird uns beschäftigen. Die Frage wird sein, welche diplomatischen Mittel jetzt noch zur Verfügung stehen, um Iran zur Herausgabe des gekaperten Tankers zu bewegen . Außerdem: Eine Fachjury gibt heute das "Spiel des Jahres" bekannt. Ziel ist es, "die Verbreitung des Kulturgutes Spiel in Familie und Gesellschaft zu fördern". (Oder doch eher den Verkauf?) Damit verabschiede ich mich für heute und wünsche Ihnen einen erfolgreichen Tag. Morgen wird Sie an dieser Stelle meine Kollegin Elisa von Hof begrüßen. 7/22/19 6:48 AM Pendler und Reisende haben nach Mord an einem Bahnsteig im niederrheinischen Voerde für das 34 Jahre alte Opfer Blumen niedergelegt und Kerzen angezündet. Menschen blieben heute Morgen auf dem Weg zur Arbeit am Tatort stehen und hielten inne. Weiße Rosen und eine kleine Engelsfigur waren zu sehen. Die 34-Jährige war am Samstag von einem Mann vor einen einfahrenden Zug gestoßen worden und erlitt tödliche Verletzungen. Das Amtsgericht Duisburg erließ Haftbefehl wegen Mordes gegen den 28-Jährigen. Der Mann sei Serbe, sagte ein Polizeisprecher am Montag. Täter und Opfer kannten sich demnach nicht. Auch gab es am Gleis keinen Streit zwischen den beiden, wie die Ermittler erklärten. 7/22/19 6:44 AM Die Polizei in Neuseeland hat im Zuge des Waffenrückkaufprogramms bisher fast 3300 Waffen ausgehändigt bekommen . Seit Beginn der Aktion vor einer Woche habe es landesweit 25 Veranstaltungen gegeben, auf denen mehr als 2000 Menschen Waffen sowie Zubehör abgegeben und dafür eine Entschädigung von umgerechnet etwa 3,7 Millionen Euro erhalten hätten, teilte Polizeiminister Stuart Nash gestern Abend mit. Er sprach von einer "großen Beteiligung". Die Regierung hatte nach dem rassistisch motivierten Anschlag auf die Moscheen in Christchurch Mitte März mit 51 Toten halbautomatische Waffen verboten und Ende Juni umgerechnet etwa 121 Millionen Euro für ihren Rückkauf zur Verfügung gestellt. Menschen, die ihre Waffen legal erworben hatten, sollen bis zu 95 Prozent des Kaufpreises zurückerhalten. Für die Rückgabe ist bis zum 20. Dezember Zeit. 7/22/19 6:41 AM Die Hitzewelle in den USA hat am Wochenende zu mehreren Temperaturrekorden geführt. Die Meteorologen des nationalen Wetterdienst maßen gleich an sieben Orten historische Höchstwerte, unter anderem in Atlantic City und am New Yorker Flughafen JFK. Viele Messstationen verzeichneten Temperaturen zwischen 38 und über 43 Grad Celsius. New York richtete 500 öffentlich zugängliche klimatisierte Räume ein, sogenannte Abkühlzentren. Der für Sonntag geplante New York City Triathlon wurde wegen der Hitze abgesagt - zum ersten Mal seit seiner Gründung im Jahr 2001. Am Montag soll es abkühlen - dann können wir wieder nach Europa schauen. Für Anfang dieser Woche sagen Meteorologen für Teile Europas Temperaturen von örtlich über 40 Grad voraus. Im Juni waren bereits vielerorts Rekordtemperaturen gemessen worden. In Deutschland verzeichnete der Deutsche Wetterdienst den wärmsten und sonnigsten Juni seit Beginn flächendeckender Wetteraufzeichnungen vor fast 140 Jahren. Paul Zinken/dpa 7/22/19 6:30 AM Nicht wenige Menschen stehen der so genannten KI sehr kritisch gegenüber. Sie befürchten, dass intelligente Computer eines Tages die Herrschaft über ihr Leben an sich reißen könnten. Yann LeCun von Facebook ist da wesentlich entspannter. Die Maschinen selbst könnten keine moralischen Werte entwickeln, sagt der KI-Manager in der vergangenen Woche in einer Online-Vorlesung. Und sie hätten keine Absicht, die Weltherrschaft an sich zu reißen - denn sie seien nicht Testosteron gesteuert. Die Frage nach den Herrschern über die intelligenten Maschinen (etwa Facebook) ließ er unbeantwortet. . . 7/22/19 6:18 AM China will Anti-Dumping-Zölle gegen mehrere Edelstahlprodukte aus der Europäischen Union, Japan, Südkorea und Indonesien einführen. Die Zollsätze sollen zwischen 18,1 und 103,1 Prozent liegen, teilte das Handelsministerium heute Morgen in Peking mit. Die neue Regelung soll bereits ab Morgen gelten. China hatte vor einem Jahr eine Anti-Dumping-Untersuchung eingeleitet, nachdem die Preise für Edelstahl im Land kräftig gefallen waren. Die Volksrepublik produziert und verbraucht fast die Hälfte des weltweiten Edelstahls. 7/22/19 6:15 AM Klettersteige sind derzeit groß in Mode. Aber man sollte sich vorher erkundigen, wo es einen hinführt. Es gibt nämlich solche, die fast einem Spazierweg ähneln - und solche . . . 7/22/19 6:02 AM Borussia Dortmund ist für Fußball-Nationalspieler Julian Draxler in der kommenden Saison der Favorit auf den deutschen Meistertitel. "Die Mannschaft, die Dortmund zur Verfügung hat, ist natürlich schon stark. Meiner Einschätzung nach hat sie das Potenzial Meister zu werden", sagte der 25-Jährige vom französischen Meister Paris Saint-Germain nach dem 1:1 im Testspiel beim 1. FC Nürnberg. Eine kleine Spitze konnte sich der Mittelfeldspieler aber doch nicht verkneifen. "Als ehemaliger Schalker hoffe ich natürlich, dass es irgendjemand verhindert", sagte er mit einem Augenzwinkern. Draxler spielte von 2011 bis 2015 beim BVB-Erzrivalen FC Schalke 04. 7/22/19 5:55 AM "Ich bin nicht durchtrainiert wie Lewi, aber ich bin auch kein Fettsack. Ich bin halt relativ stämmig." Fußball-Nationalspieler Niklas Süle auf der USA-Reise des FC Bayern in Houston zu seiner kantigen Statur und seiner erstaunlichen Schnelligkeit. 7/22/19 5:51 AM Deutschland, Frankreich und andere EU-Staaten wollen heute in Paris weiter nach einer Lösung im Streit um die Seenotrettung im Mittelmeer suchen . An dem informellen Treffen von Innen- und Außenministern in der französischen Hauptstadt nimmt unter anderem Bundesaußenminister Heiko Maas teil. Erst in der vergangenen Woche hatten Deutschland und Frankreich bei einem EU-Treffen in Helsinki erfolglos versucht, eine europäische Übergangsregelung zur Verteilung von im Mittelmeer geretteten Migranten auf den Weg zu bringen. Für die erste Septemberwoche ist noch einmal ein Sondertreffen auf Malta geplant. Ziel des Treffens in Paris sei es nun, ungefähr 15 EU-Staaten zu einer Teilnahme an einem Ad-hoc-Mechanismus zu bewegen, hatte der französische Innenminister Christophe Castaner angekündigt. 7/22/19 5:48 AM Der Österreicher Norbert Sedlacek ist in Sables-d'Olonne an der Atlantikküste zur ersten erweiterten Weltumsegelung gestartet . Der 57-Jährige brach gestern auf, um nonstop und im Alleingang an beiden Polen vorbei die Welt umsegeln. Den Gesamtkurs, der auf direktem Weg 34.000 Seemeilen lang ist, will der Profisegler mit seiner Open 60AAL zurücklegen, einem komplett aus recycelbaren Materialien bestehendem Boot. Bereits vor einem Jahr hatte der Extremsegler den Rekordversuch gewagt, diesen aber aus technischen Gründen nach drei Tagen abbrechen müssen. 7/22/19 5:31 AM 7/22/19 5:26 AM Im Westen Kanadas hängen Tausende Lachse auf dem Weg zu ihren Laichgründen fest: Ein Erdrutsch hatte vor einem Monat im Fluss Fraser einen fünf Meter hohen Wasserfall entstehen lassen, den die flussaufwärts schwimmenden Fische nicht überwinden können, wie der TV-Sender Global News am Sonntag (Ortszeit) berichtete. Die Regierung der Provinz British Columbia will nun Hubschrauber einsetzen , um die Rot- und Königslachse in der entlegenen Gegend nordwestlich der Ortschaft Kamloops aufzunehmen und weiter oben im Fluss wieder auszusetzen. Für einen Transport der Fische per Helikopter wird derzeit ein Teich angelegt, in den sie mithilfe von Dämmen geleitet werden sollen, wie der TV-Sender CBC News berichtete. Anschließend sollen sie dann mit Netzen in sauerstoffhaltige Aluminiumbehälter gesetzt und dann in Hubschrauber verfrachtet werden. Dies sei eine der Optionen, um den Fischen zu helfen, diese Barriere zu überwinden, teilte die Provinz dem Bericht zufolge am Wochenende mit. Eine zweite Möglichkeit wäre, den abgerutschten Felsen sowie Trümmer zu beseitigen. Andy Clark/Reuters 7/22/19 5:02 AM Bei Brandanschlägen in Berlin sind in diesem Jahr bislang 279 Fahrzeuge zerstört oder beschädigt worden . Die Zahl der Fälle sei im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gestiegen, teilte die Polizei mit. Direkt angegriffen wurden in diesem Jahr bislang 164 Fahrzeuge. Zudem wurden den Angaben zufolge 115 Autos durch übergreifende Flammen und Hitze in Mitleidenschaft gezogen. Bei einem Teil der Anschläge geht die Polizei von politischen Motiven aus. Die Täter werden im linksextremistischen Milieu vermutet. Paul Zinken/dpa 7/22/19 4:56 AM Mit deutlichen Worten hat Freistilschwimmer Jacob Heidtmann seinen Unmut über die WM-Starts des unter Doping-Verdacht stehenden Chinesen Sun Yang zum Ausdruck gebracht . "Dass der hier schwimmt, ist ein Schlag ins Gesicht für alle sauberen Athleten. Ich hoffe, dass jetzt das Zeichen ausreicht, damit der Weltverband allgemein einsieht, dass der nie wieder auf so einer Bühne stehen darf eigentlich", sagte Heidtmann heute Morgen im südkoreanischen Gwangju. Er ist einer von zwei Athletensprechern der deutschen Schwimmer. Bei einer unangekündigten Doping-Kontrolle im September 2018 in China war laut Medienberichten eine Probe mit Sun Yangs Blut mit einem Hammer zertrümmert worden. Der 27 Jahre alte Schwimmer soll daran direkt beteiligt gewesen sein, lautet der Vorwurf. Der Fall soll im September vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS verhandelt werden. Sun Yang war bereits 2014 wegen Dopings für drei Monate gesperrt gewesen. Oli Scarff/AFP 7/22/19 4:49 AM Der CDU-Verteidigungspolitiker Johann Wadephul hat SPD-Kritik an Forderungen der neuen Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer nach höheren Rüstungsausgaben zurückgewiesen . "Unsere Bundeswehr braucht dringend eine bessere Finanzausstattung", sagte er. Es sei gut, dass Kramp-Karrenbauer diesem Punkt das notwendige politische Gewicht verleihe, sagte Wadephul. Das Ziel, zwei Prozent des Bruttoinlandsproduktes für Streitkräfte auszugeben, sei nicht mit US-Präsident Donald Trump, sondern mit allen Nato-Partnern vereinbart. SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil hatte gestern den Forderungen Kramp-Karrenbauers eine klare Absage erteilt. "Es wird keine Aufrüstung nach den Wünschen von Trump geben. Das ist mit der SPD nicht zu machen und das haben wir in der Koalition bereits zigfach geklärt." 7/22/19 4:42 AM Japans rechtskonservativer Ministerpräsident Shinzo Abe hat die Oberhauswahl gewonnen , die für eine Verfassungsänderung nötige Zwei-Drittel-Mehrheit jedoch verfehlt . Seine Liberaldemokratische Partei LDP und ihr kleinerer Koalitionspartner Komeito gewannen nach dem offiziellen Wahlergebnis vom Montag 71 der zur Wahl stehenden Sitze, die Opposition kam auf 53 Sitze. In Japan wird alle drei Jahre rund die Hälfte der Kammer neu gewählt. Das Ergebnis bedeutet, dass Abe sein politisches Lebensziel kaum noch wird erreichen können. die Änderung der Nachkriegsverfassung. Abe vertritt die Ansicht, dass die Verfassung nicht der einer unabhängigen Nation entspricht, da sie Japan 1946 von der Besatzungsmacht USA aufgezwungen worden sei. 7/22/19 4:38 AM Mit dem Schrecken kamen zwei Männer während eines Bootsausflugs vor der Halbinsel Darß davon. Sie hatten dem starken Seegang offensichtlich zuwenig Bedeutung beigemessen, was sich aber schnell rächte. Denn irgendwie brachten sie es auch noch fertig, das Boot so auszurichten, dass die Wellen regelmäßig über dem Deck zusammenschlugen. Es dauerte nicht lange, bis soviel Wasser in der Kajüte war, dass das Boot zu sinken begann. Seenotretter eilten den Unglücksskippern mit einem Rettungskreuzer zur Hilfe. Nach kurzer medizinischer Betreuung im Hafen konnten die beiden 40-Jährigen unverletzt entlassen werden. 7/22/19 4:29 AM In Mainz ist gestern Abend ein Sanitäter durch das offene Fenster seines Rettungswagens von einem Geschoss getroffen und leicht verletzt worden. Die "Kugel" stammte laut Polizei von einem Luftgewehr oder einer Luftpistole. Die Ermittler glauben aber nicht an ein gezieltes Attentat, sonder eher, dass da einer nur herumgeballert hat. Denn auch ein Verkehrsspiegel sei getroffen worden, zudem seien weitere Geschosse auf der Straße gefunden worden. Zeugen wurden am Abend bereits vernommen, die Ermittlungen laufen. 7/22/19 4:24 AM Die erste Nachricht kommt aus Köln. Dort hat sich das Institut der Deutschen Wirtschaft mit der Wohnungsnot beschäftigt (vielleicht in der Hoffnung, von einer vorübergehenden Durststrecke sprechen zu können, bis dieser Spuk von Mangel und grassierenden Mietpreisen vorüber ist). Heraus kam jedoch eher ein dringender Appell an die Stadtväter, dem Bausektor mehr Aufmerksamkeit zu widmen . Denn das Angebot, (wie sich derzeit aus der Zahl der Baugenehmigungen herauslesen lässt), wird auf absehbare Zeit weit unter dem Bedarf liegen. Die zwangsläufige Folge: Mieter, Vermieter, Wohnungskäufer und -verkäufer werden noch lange Zeit um die knappen Ressourcen ringen. Der Ton dürfte rauer werden. Auch die Städte würden unter der Wohnungsnot leiden. Denn auch sie seien Arbeitgeber, die keine Mitarbeiter fänden, weil denen wiederum der Wohnraum fehlte. die einzige Lösung sei: Bauen, Bauen, Bauen. Oliver Berg/dpa 7/22/19 4:10 AM 7/22/19 4:09 AM G uten Morgen verehrte Leserinnen und Leser. Auch diese Woche beginnt wieder mit dem "Morgen"-Blog von SPIEGEL ONLINE . Wenn Ihnen der heutige Tag schon heiß vorkommt, sollten Sie schon einmal vorbauen. Ab Mittwoch sagen die Meteorologen wieder regelrechte Backofen-Temperaturen voraus. Aber übers Wetter später mehr. Jetzt erstmal zu den Nachrichten aus aller Welt. Show more Tickaroo Liveblog Software


insgesamt 8 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
salkum 22.07.2019
1. es fehlt der politische Wille....
"Die Großstädte finden kein Mittel gegen Wohnungsnot und hohe Mieten" Wenn es reicht, ein Tisch und zwei Stühle in eine leere Wohnung zu stellen, um sie als möbliert anzubieten, damit sie nicht unter die Mietpreisbremse fällt, läuft einiges verkehrt bei uns. Solche halbgaren Gesetze kommen heraus, wenn Lobbyisten unseren Politikern in die Feder diktieren. Wir sind auf dem Weg in eine Bananenrepublik.
Korken 22.07.2019
2. Wohnungsnot?
Es gibt so viel Wohnungen in Deutschland, die Leerstehen. In den Städten gilt nun mal ebenso Angebot und Nachfrage. Wenn jeder in die Stadt will, kein Wunder. Würde man den ÖPNV auf dem Land verbessern und vielleicht noch Anreize schaffen, dort zu investieren, würde sich das Problem in Luft auflösen. Irgendwann ist halt kein Platz zum bauen mehr da, dann muss man in die Höhe. Etwas, was andere Länder ohne Probleme begriffen haben und dort gilt nicht automatisch Plattenbau=Slum sondern es herrscht in solchen Wohngebieten durchaus eine gute Mittelschicht vor. Wer sich Luxusappartments leisten kann wird natürlich besser gestellt sein.
oliver_st 22.07.2019
3. Falsche Prioritäten
Die Städte werden seit vielen Jahren systematisch attraktiver gemacht, es wird investiert was das Zeug hält. Zu Lasten der ländlichen Gebiete. Kleine Städte und Dörfer sterben aus, könnte man früher im Ort so ziemlich alle einkaufen, muss man heute weite Wege in Kauf nehmen, und sei es nur für ein paar Schrauben! Bei Ärzten und Praxen das gleiche Bild! Die Konzentration auf große Zentren führt zu den erwartbaren Problemen: Wohnungsknappheit, extrem hohe Mieten, zuviel Verkehr, überforderte Öffis, Stress beim Miteinander........einer hohen Umweltbelastung! Weil die Städte so beliebt sind, gerade bei jungen Menschen ( im Dorf ist der Hund begraben) will alles in die Städte ziehen. Weil die Städte mit neuen Ärztehäusern, Einkaufszentren, kulturellen Angeboten geradezu wuchern und die Städte finanziell überproportional gefördert werden. Man muss sich nur die Bautätigkeiten anschauen. Sorgt euch mehr um kleinere Städte und Gemeinden, stärkt das Land, Dezentralisiert das Arbeitsplatzangebot. Denn wir haben NICHT Zuwenig Wohnungen, sondern nur zuwenig in den Städten. Es werden einfach die falschen Prioritäten gesetzt mit allen Nachteilen, die das mit sich bringt.
99Augustus 22.07.2019
4. Flächennutzung
Das Problem ist, dass es kaum noch freie Flächen in den Metropolen gibt, die bebaut werden können. Das größte Hindernis sind die heiligen Kühe der Sozialpolitik, nämlich die Schrebergärten. Ursprünglich erdacht, weil die Arbeiter kaum Möglichkeiten hatten, mal ins Grüne zu kommen. Heute haben sie aber Autos und fahren am Wochenende an die See. Und das ganze Winterhalbjahr über werden die Lauben nicht genutzt, denn ihre Pächter haben keine Wohnungsnot. Sie haben alle noch eine richtige Wohnung. Somit ist der Schrebergarten zu einem Privileg geworden, der zu Lasten der Öffentlichkeit geht, denn es werden bebauungsfähige Flächen blockiert und zu Preisen verpachtet, die ihrem Wert nicht mal ansatzweise entsprechen.
kodu 22.07.2019
5. Ein Schlüsselkonzept...
...gegen den Wohnungsmangel und explodierende Mieten in Ballungsräumen ist zweifellos die ökonomische und infrastrukturelle "Entwicklung des ländlichen Raumes". Wenn man von politischer Seite freilich immer noch den neoliberalen Quatschköpfen hinterher rennt und festen Glaubens ist, der Markt würde alles richten, dem ist kaum noch zu helfen. Die Zyklen eines sich selbst überlassenen Marktes korrelieren üblicherweise nicht mit einem Menschenleben. Interessanterweise hatte die ehemalige DDR dieses Problem deutlich besser im Griff. Dort hatte man, meines Wissens, explizit dafür gesorgt, daß auch Menschen in abgelegeneren Gebieten ihre Existenz bestreiten konnten. Schulen, Gesundheitsversorgung oder kulturelle Angebote etc.. waren dort demnach kein Problem. NATÜRLICH: Die wirtschaftlichen Probleme der DDR waren letztlich evident. Aber: Vielleicht ist es nun endlich an der Zeit, nach dreißig Jahren, nochmal ernsthaft darüber nachzudenken, inwiefern sich das Beste aus den beiden Systemen tatsächlich zum Wohle aller verbinden lassen könnte.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.