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Nachruf Ingrid Remmers, 56

aus DER SPIEGEL 33/2021
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Metodi Popow / SZ Photo

Das Leben der Bundestagsabgeordneten war so klassisch für eine Westlinke, wie es heute kaum noch zu finden ist. Geboren wurde Ingrid Remmers 1965 in eine Arbeiterfamilie im westfälischen Ibbenbüren. Nach der mittleren Reife absolvierte sie eine Ausbildung zur Bürokauffrau und arbeitete anschließend unter anderem in einer Integrationseinrichtung für Jugendliche. Ihr parteipolitisches Leben begann 2004 bei der Wahlalternative Arbeit und soziale Gerechtigkeit (WASG) in Nordrhein-Westfalen. Durch die Fusion mit der PDS fand sie ihren Weg zur Linkspartei, die ihre politische Heimat werden sollte. Erstmals zog Remmers über einen Listenplatz 2009 in den Bundestag, fiel 2013 raus, arbeitete als Gewerkschaftssekretärin bei Ver.di und schaffte 2017 den Sprung zurück nach Berlin. In der Fraktion galt sie als zuverlässig und warmherzig, stritt dabei vehement für ihre Standpunkte. Remmers habe die Menschen wirklich gesehen, sich wirklich für sie interessiert, so beschreibt es eine Fraktionskollegin. Remmers' Thema war zuletzt die Verkehrspolitik, in der sie sich um die Interessen der Arbeitnehmerschaft der Verkehrsbetriebe kümmerte. Seit einigen Jahren machte ihr eine schwere Nierenkrankheit zu schaffen, weswegen sie immer seltener nach Berlin kommen konnte. In den sozialen Netzwerken meldete sie sich jedoch bis zuletzt zu Wort und mischte sich ein, denn »bei ihr schlug das Herz hörbar links«, wie eine Parteifreundin sagte. Ingrid Remmers starb am 9. August.

til
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