Nahost-Konflikt "Die Bundesregierung kann nur im EU-Zusammenhang handeln"

Der Grünen-Politiker Christian Sterzing hat sich für einen verstärkten Einsatz der EU im Nahost-Friedensprozess ausgesprochen. So könne sich auch Deutschland stärker engagieren, sagt das Mitglied im auswärtigen Ausschuss des deutschen Bundestages im Interview mit dem Deutschlandfunk.


Hamburg - "Ich glaube, dass die Bundesrepublik und die Bundesregierung hier wirksam nur im EU-Zusammenhang handeln können", sagte Sterzing.

Man müsse darüber nachdenken, wie die Europäer in Zukunft die Vermittlerrolle unterstützen könnten, die bisher die USA innegehabt hätten. Dabei dürfe es aber nicht darum gehen, nur die bisherige Rolle der USA zu ersetzen. "Ich glaube, der Prozess muss neu organisiert werden", erklärte der Grünen-Politiker. Die Bundesregierung könne hier zwar Anregungen geben, dürfe aber nicht von sich aus im Konflikt vermitteln.

Gleichzeitig forderte Sterzing die Israelis auf, die Palästinenser bei zukünftigen Verhandlungen als gleichberechtigte Partner zu sehen. "Vielen Vertretern der israelischen Regierungsparteien" fehle dazu im Moment noch die Bereitschaft. "Insofern glaube ich, dass es notwendig ist, dass die Ungleichheiten und die Ungewichtigkeiten in diesem Friedensprozess beseitigt werden." Dazu gehöre auch die vollständige Erfüllung von bereits getroffenen Vereinbarungen, wie etwa die Öffnung von Transitstrecken zwischen Israel und den Autonomiegebieten.

Mit freundlicher Genehmigung des Deutschlandfunks



© SPIEGEL ONLINE 2000
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.