Nahostkonflikt SPD-Chefin Esken mahnt Schutz jüdischer Einrichtungen an

»Wir werden Hass und Gewalt gegen Jüdinnen und Juden niemals akzeptieren«: SPD-Chefin Esken fordert nach der Eskalation im Nahostkonflikt ein hartes Vorgehen gegen antisemitische Straftäter in Deutschland.
Synagoge in Bonn am Mittwoch

Synagoge in Bonn am Mittwoch

Foto: Oliver Berg / dpa

Die SPD-Vorsitzende Saskia Esken zeigt sich angesichts der Eskalation im Nahostkonflikt besorgt. Die Gewalt müsse gestoppt werden, der Raketenbeschuss auf Israel umgehend aufhören, sagte Esken dem SPIEGEL. »Dass die Gewalt jederzeit wieder aufflammen kann, zeigt, wie wichtig es ist, dass alle Seiten endlich ernsthafte Anstrengungen zu einem dauerhaften Frieden zwischen Israelis und Palästinensern unternehmen.«

Die Menschen im Nahen Osten hätten, nach Jahrzehnten der Furcht und Verbitterung, ein Recht auf ein Leben ohne Angst und eine friedliche Zukunft, sagte Esken. »Dieses Recht gilt auch in Deutschland. Deswegen werden wir Hass und Gewalt gegen Jüdinnen und Juden sowie jüdische Einrichtungen in Deutschland niemals akzeptieren und mit allen rechtsstaatlichen Mitteln dagegen vorgehen.«

In Nordrhein-Westfalen hat der Staatsschutz nach Vorfällen vor Synagogen in mehreren Städten Ermittlungen aufgenommen. In Münster stehen 13 Männer unter Verdacht, am Dienstagabend vor einer Synagoge eine israelische Fahne verbrannt zu haben, teilte die Polizei mit. In Bonn wurde am Dienstagabend der Eingangsbereich einer Synagoge durch Steine beschädigt.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, und der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, äußerten sich besorgt über wachsenden Antisemitismus und die Eskalation der Gewalt im Nahen Osten.

Der Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern hat sich in den vergangenen Tagen zugespitzt. Militante Palästinenser feuerten nach Angaben der israelischen Armee bisher mehr als tausend Raketen aus dem Gazastreifen in Richtung Israel ab. Israels Luftwaffe habe ihrerseits Hunderte Ziele in dem abgeschotteten Küstengebiet attackiert. Auf beiden Seiten gab es Todesopfer.

cte/dpa
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