Manfred Nielson Nato-Admiral nennt deutsche Infrastruktur "miserabel"

Deutschlands ranghöchster Nato-Admiral sieht erhebliche Defizite in der deutschen Infrastruktur. Er befürchtet, dass das Land den Erwartungen für eine Großübung in zwei Jahren nicht gerecht wird.
Manfred Nielson

Manfred Nielson

Foto: Beata Zawrzel/ NurPhoto/ Getty Images

Im Jahr 2021 steht in Deutschland die Nato-Großübung "Steadfast Defender" an. Der ranghöchste Nato-Admiral des Landes sieht allerdings erhebliche Defizite in der deutschen Infrastruktur, die die Übung in zwei Jahren behindern könnten.

In einem Interview mit der "Welt"  kritisiert Manfred Nielson jahrelange Versäumnisse. Die Infrastruktur sei auch abseits der Bedürfnisse des Militärs "miserabel", sagte er.

Bei der Großübung in zwei Jahren werden nach Angaben von Nielson über 10.000 amerikanische Soldaten und rund 1100 gepanzerte und ungepanzerte Fahrzeuge an mehreren europäischen Häfen ankommen. "Ich habe die Sorge, dass viele unserer Straßen und Brücken diesen Belastungen nicht gerecht werden", sagte der Admiral.

Nun räche sich, dass "wir uns mehr als 20 Jahre um solche Aufgaben nicht ausreichend gekümmert haben", sagte Nielson, der auch Vizekommandeur des Nato-Hauptquartiers Allied Command Transformation in den USA ist.

Auch bei der Deutschen Bahn sieht Nielson Probleme. Mit einer Vorlaufzeit von fünf Tagen Panzer innerhalb Deutschlands zu transportieren, sei derzeit mit der Bahn nicht möglich, kritisierte der Nato-Admiral.

Anmerkung: In einer früheren Version des Textes wurde Manfred Nielson als "General" bezeichnet. Das war nicht korrekt. Wir haben den Text entsprechend angepasst.

aev/AFP
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