Nato-Strategie Robertson warnt vor neuen Gefahren

Nato-Generalsekretär Robertson hat bei der Herbsttagung der Allianz vor neuen Gefahren durch Terroristen und Massenvernichtungswaffen gewarnt. Er fordete, die Nato müsse sich entsprechend darauf einstellen. Mit Spannung wird das Aufeinandertreffen von Verteidigungsminister Struck und seinem US-Amtskollegen Rumsfeld erwartet.


Warschau - "Ziel muss es sein, den Willen und die Fähigkeiten aufrecht zu erhalten, um solche Bedrohungen des 21. Jahrhunderts abzuwehren", sagte Robertson beim Herbsttreffen der Nato-Verteidigungsminister am Dienstag in Warschau. "Es ist wichtig, über die Rolle der Allianz in der Zukunft nachzudenken, um unsere Bürger vor kriminellen Terroristen und kriminellen Staaten zu schützen, besonders wenn diese Massenvernichtungswaffen besitzen." Der frühere britische Verteidigungsminister spielte damit unter anderem auf den Irak an. USA und Großbritannien werfen dem Land vor, Massenvernichtungswaffen zu besitzen.

Robertson sagte weiter, Aufgabe des westlichen Bündnisses sei es auch, Bürger und Soldaten vor Angriffen jeglicher Art zu schützen. In den schlimmsten Fällen müsse bester Gebrauch von den militärischen Fähigkeiten gemacht werden. Diplomaten erwarten nicht, dass die Allianz bei einem möglichen Irak-Krieg eine Schlüsselrolle spielt.

Während des Treffens richtet sich besondere Aufmerksamkeit auf Bundesverteidigungsminister Peter Struck. Der SPD-Politiker wird erstmals seit seinem Amtsantritt im Juli mit den anderen Ressortchefs der Allianz zusammentreffen - darunter auch US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld. Ob die zuletzt drastisch abgekühlten deutsch-amerikanischen Beziehungen am Rande des informellen Treffens zur Sprache kommen werden, ist noch unklar.

Rumsfeld hatte vor dem Treffen erklärt, die deutsch-amerikanischen Beziehungen seien wegen der Nutzung des Themas Irak im Bundestagswahlkampf derzeit vergiftet. Die Bundesregierung lehnt den Einsatz militärischer Gewalt gegen Irak bislang unter allen Bedingungen ab.

Ein weiteres Thema ist eine mögliche Nato-Unterstützung der internationalen Friedenstruppe Isaf in Afghanistan. Die Isaf ist bisher keine Nato-Mission. Förmliche Beschlüsse sind bei der zweitägigen Konferenz nicht vorgesehen.



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