Nauen 20.000 Euro Belohnung für Hinweise auf Brandstifter

Die Suche nach den Brandstiftern von Nauen ist bisher erfolglos. Jetzt will die Landesregierung Brandenburg Hinweise, die zu den Tätern führen, belohnen.

Polizisten vor der abgebrannten Halle: Bisher keine Hinweise auf Täter
DPA

Polizisten vor der abgebrannten Halle: Bisher keine Hinweise auf Täter


Nach dem Brandanschlag auf eine geplante Flüchtlingsunterkunft im brandenburgischen Nauen kommen die Ermittler nicht weiter. Die Landesregierung will nun auch Hinweise aus der Bevölkerung annehmen. Dafür hat sie 20.000 Euro Belohnung ausgelobt.

In der Kleinstadt hatte es in den vergangenen Monaten wiederholt Proteste gegen Flüchtlinge gegeben. Am Dienstag verübten unbekannte Täter einen Brandanschlag auf eine Sporthalle, in der rund hundert Flüchtlinge untergebracht werden sollten. Die Halle wurde vollständig zerstört. Bei Untersuchungen waren Spuren eines Brandbeschleunigers nachgewiesen worden. Die Suche nach den Tätern blieb bisher ohne Erfolg.

"Wer immer für den feigen Anschlag verantwortlich ist, muss sich dafür vor Gericht verantworten", erklärte der brandenburgische Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD).

Auch der Justizminister des Bundeslandes äußerte sich deutlich: Die ausgesetzte Belohnung sei "ein klares Signal an alle, die glauben mit Gewalt und auf Kosten der Ärmsten ihre rassistische Ideologie durchsetzen zu können", sagte Helmuth Markov (Linke). "Wir als Gesellschaft lassen uns nicht in Geiselhaft nehmen von jenen, die jeglichen Anstand und jegliches Mitgefühl verloren haben."


Die Polizei nimmt Hinweise unter der Telefonnummer 0700-33330331 entgegen. Hinweisgeber können sich mit ihren Informationen aber auch an jede andere Polizeidienststelle wenden.

Video aus Nauen: "Man sollte auch mehr ans eigene Volk denken"

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kry/AFP/dpa



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