Brandenburg Geplante Flüchtlingsunterkunft in Nauen niedergebrannt

Von September an sollten Flüchtlinge in einer Turnhalle im brandenburgischen Nauen unterkommen. In der Nacht ist die geplante Notunterkunft abgebrannt. Die Polizei geht von Brandstiftung aus.
Brandenburg: Geplante Flüchtlingsunterkunft in Nauen niedergebrannt

Brandenburg: Geplante Flüchtlingsunterkunft in Nauen niedergebrannt

Foto: Christian Pörschmann/ dpa

Erst hatten Demonstranten gegen die Aufnahme von Asylbewerbern im brandenburgischen Nauen protestiert. Dann störten Rechtsextreme eine Stadtverordnetenversammlung zu diesem Thema so sehr, dass die Sitzung abgebrochen werden musste. Nun hat eine geplante Notunterkunft für Flüchtlinge in der Kleinstadt westlich von Berlin gebrannt.

Als das Feuer entdeckt wurde, hatten sich die Flammen bereits auf das gesamte Gebäude ausgebreitet, wie die Polizei in Potsdam mitteilte. Die Feuerwehr habe sich deshalb dazu entschlossen, die Halle kontrolliert abbrennen zu lassen. Die Feuerwehr war gegen 2.30 Uhr alarmiert worden. Verletzt wurde nach ersten Angaben niemand.

Die Polizei geht nach den bisherigen Erkenntnissen von Brandstiftung aus. Ein technischer Defekt sei höchst unwahrscheinlich, hieß es. Spezialisten sollen die Ursache am Vormittag eingehender untersuchen. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen aufgenommen.

Die Sporthalle gehört zum Oberstufenzentrum mit beruflichem Gymnasium des Landeskreises Havelland. Der Landkreis hatte im Juli angekündigt, dass in der Halle vorrübergehend Flüchtlinge untergebracht werden sollen. Vorgesehen war eine Nutzung von September bis Jahresende. Rund 100 Flüchtlinge sollten in den kommenden Tagen einziehen. Mit Inbetriebnahme neu errichteter Container-Unterkünfte in Schönwalde und Dallgow-Döberitz sollte die Sporthalle dann wieder ihrem eigentlich Zweck dienen.

Nauens Bürgermeister Detlef Fleischmann (SPD) zeigte sich tief betroffen von dem Feuer in einer geplanten Flüchtlingsunterkunft: "Wenn es Brandstifter sind, sind es für mich Verbrecher." Es gebe immer wieder rechtsextremistische Hetze in sozialen Netzwerken, sagte er. Nachdem zwei Täter nach mehreren Anschlägen auf Parteibüros der Linken und der SPD gefasst worden seien, sei es in den vergangenen Wochen aber eher ruhig gewesen.

In der Stadt gebe es aber auch Widerstand gegen Rechtsextremisten, betonte Fleischmann. In der vergangenen Woche hätten sich mehrere Verbände zusammengeschlossen, um gegen Fremdenfeindlichkeit vorzugehen.

syd/heb/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.