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27. Juli 2014, 14:28 Uhr

Nebenverdiener im Bundestag

Gauweiler kratzt an der Millionen-Euro-Grenze

Er ist der Top-Verdiener im Bundestag: Der Bundestagsabgeordnete und CSU-Vizechef Peter Gauweiler hat nach SPIEGEL-Informationen fast eine Million Euro dazu verdient. Jeder vierte Parlamentarier kassiert nebenher.

Hamburg/Berlin - Mindestens 967.500 Euro hat der CSU-Parlamentarier und Jurist Peter Gauweiler in den ersten neun Monaten der Legislaturperiode kassiert. Das geht nach Informationen des SPIEGEL aus Berechnungen des Politikportals abgeordnetenwatch.de hervor.

Tatsächlich dürfte die Summe von Gauweilers Honoraren, der in München auch eine Anwaltskanzlei hat, weitaus höher liegen. Die Bundestagsabgeordneten müssen ihre Einkünfte nicht in Euro und Cent genau angeben, sondern nach den Richtlinien des Bundestags in zehn Stufen einordnen. Die höchste ist mit "über 250.000 Euro" definiert, Bezüge darüber hinaus müssen nicht näher beziffert werden. Für wen die Parlamentarier tätig sind, ist in ihren Profilen auf der Webseite des Bundestags einsehbar (Angaben zu den Stufen finden Sie in der Tabelle unten).

Nebenverdiener gibt es in allen Fraktionen des Bundestags. Jeder vierte Parlamentarier lässt sich einen Zusatzjob bezahlen. Von den CSU-Abgeordneten sind es sogar 45 Prozent.

Unter den 13 Top-Verdienern des Bundestags mit 100.000 Euro und mehr finden sich elf Parlamentarier der Union, darunter die Nürnberger CSU-Abgeordnete Dagmar Wöhrl sowie die CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen und Philipp Mißfelder.

Auf Platz neun taucht ein SPD-Politiker auf - es ist der ehemalige Kanzlerkandidat Peer Steinbrück . Er hat unter anderem mittlerweile bei der Unternehmensberatung des Landshuter CSU-Politikers Wolfgang Götzer angeheuert. Der Sozialdemokrat gibt die Einkünfte mit der Stufe 4 - 15.001 bis 30.000 Euro - an. Sowohl Götzer als auch Steinbrück wollten sich auf Anfrage des SPIEGEL zu ihrer Partnerschaft nicht äußern.

Die Debatte um Steinbrücks gutbezahlte Vorträge im Bundestagswahlkampf hatte dazu geführt, dass die Regeln für die Veröffentlichung der Nebeneinkünfte für Bundestagsabgeordnete geändert wurden: Statt drei gibt es nun zehn Stufen.


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che/heb

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