Neonazi-Demo Anschläge stören Bahnverkehr in Leipzig

Im Raum Halle-Leipzig war der Bahnverkehr nach Brandanschlägen auf Signalanlagen am Samstag zum Teil erheblich gestört. Polizei und Bahn vermuten, dass so die Anreise zu einer Neonazi-Demonstration in Leipzig gestört werden sollte.
Protest gegen Neonazi-Demonstration im Leipziger Hauptbahnhof: Bahnverkehr gestört

Protest gegen Neonazi-Demonstration im Leipziger Hauptbahnhof: Bahnverkehr gestört

Foto: dapd

Halle/Leipzig - Mehrere Brandanschläge auf Signalanlagen haben den Bahnverkehr im Raum Halle-Leipzig am Samstag erheblich beeinträchtigt. Die Deutsche Bahn legte nach eigenen Angaben den Regionalverkehr vorübergehend still und setzte Busse ein. Züge im Fernverkehr wurden entweder umgeleitet oder beendeten ihre Fahrt in Halle statt in Leipzig.

Die Brandstiftungen hingen möglicherweise mit der Demonstration von Neonazis in Leipzig zusammen. Ziel der Täter könnte gewesen sein, die Anreise der Rechten zu erschweren. Solche Anschläge würden mittlerweile zu einem Ritual im Vorfeld von Demonstrationen von Rechtsextremen, sagte ein Bahn-Sprecher. Laut Bundespolizei bezwecken sie, dass die Neonazis ihr Ziel nicht erreichen.

Nach Angaben des Bahn-Sprechers fuhren Fern- und Regionalzüge am Nachmittag wieder normal. Einschränkungen gab es noch im S-Bahnverkehr. Dort seien weitere Reparaturarbeiten nötig. Von den Anschlägen waren mehrere Signalanlagen betroffen, in deren Kabelschächten Feuer gelegt wurde. Dadurch waren die Signale nicht mehr bedienbar. Erste Anschläge hatte es laut Bahn in der Nacht gegeben.

Die Neonazi-Kundgebung in Leipzig stieß auf weit weniger Resonanz als von der Polizei erwartet. Demnach wurden höchstens 250 statt der ursprünglich erwarteten 1500 Teilnehmer gezählt. Die Rechtsextremen trafen sich unter anderem in verschiedenen Stadtteilen, Geithain und Halle zu spontanen Demonstrationen, die zum Teil von der Polizei schnell wieder aufgelöst wurden. Auch größere Gruppen von Linken seien in der Stadt unterwegs.

Es habe aber bislang weder Auseinandersetzungen zwischen den Gruppen noch mit der Polizei gegeben, hieß es am Samstagnachmittag aus der Polizeidirektion. Einige angereiste Neonazis schafften es nicht, den Hauptbahnhof zu verlassen, weil linke Gruppen die Bahnsteige blockierten. Nach Abschluss der Kundgebung am Hauptbahnhof geleiteten Polizeikräfte die Neonazis zu den Zügen. Dabei kam es zunächst zu keinen Zwischenfällen.

ore/dpa/dapd