"Altermedia" 48-Jährige gibt Betrieb von Neonazi-Portal zu

"Altermedia" war einer der wichtigsten Internetseiten der Neonazi-Szene. Eine Frau hat jetzt vor Gericht zugegeben, das inzwischen verbotene Hetzer-Portal betrieben zu haben.

Prozess gegen Altermedia (Archivaufnahme)
DPA

Prozess gegen Altermedia (Archivaufnahme)


Gewaltaufrufe gegen Ausländer, verbotene Grußformeln und die Leugnung des Holocausts: Im vergangenen Jahr wurde das Neonazi-Portal "Altermedia" deshalb verboten. Eine Call-Center-Mitarbeiterin aus Westfalen hat jetzt vor dem Oberlandesgericht Stuttgart eingeräumt, die Plattform betrieben zu haben.

Für sie sei es zunächst ein Portal für Meinungsfreiheit gewesen, sagte die Frau. "Ich hätte nicht gedacht, dass so viel geschrieben wird, was ins Verbotene geht", behauptete sie.

Laut Bundesanwaltschaft war "Altermedia" bis dahin das führende rechtsextremistische Internetportal im deutschsprachigen Raum. Die Angeklagte habe unter anderem einkommende Artikel freigegeben. Als zweite Schlüsselfigur gilt ein 28 Jahre alter Informatiker aus dem Schwarzwald. Mitangeklagte sind eine in Nürnberg geborene 63-Jährige sowie eine 61-Jährige aus Berlin.

Das Verfahren ist bis ins nächste Jahr terminiert. Die vier Angeklagten stehen unter anderem wegen Volksverhetzung vor Gericht.

als/dpa



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