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Saarlouis Neonazi soll Mordverdächtigen zu Brandanschlag auf Asylbewerberheim ermutigt haben

aus DER SPIEGEL 15/2022

Im neu aufgerollten Fall des Brandanschlags auf ein Asylbewerberheim in Saarlouis, bei dem 1991 der Ghanaer Samuel Yeboah starb, werden brisante Details bekannt. Nach Ermittlungen der Bundesanwaltschaft soll ein Anführer der örtlichen Neonazi-Szene den am Montag nach mehr als 30 Jahren verhafteten Mordverdächtigen Peter Werner S. zu dem Anschlag ermutigt haben. Vor der Tat hätten mehrere Rechtsextreme in der Gaststätte »Bayerischer Hof« über die rassistischen Übergriffe in Hoyerswerda gesprochen. »Hier in Saarlouis müsste auch mal so was brennen«, soll der Neonazi laut Zeugen dabei zu S. gesagt haben. In derselben Nacht soll Peter Werner S. das Heim angezündet haben. Zur Neuaufnahme des Falls führte die Aussage einer Frau. Sie berichtete von einem Grillfest, bei dem S. den Anschlag zugegeben habe. »Sie haben mich nie erwischt«, soll der heute 50-Jährige gesagt haben. Bereits 1991 war er im Visier der Fahnder, das Verfahren wurde jedoch eingestellt. Sein Vertei­diger Guido Britz erklärte auf Anfrage, dass er noch keine vollständige Akteneinsicht habe. Bislang sehe er aber »keine neuen Beweise«, es gebe »offenkundige Ermittlungsdefizite«.

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