Neonazis Politiker im Visier von "Combat 18"

Ermittler haben bei der kürzlich zerschlagenen Neonazi-Gruppe "Combat 18 - Pinneberg" Listen von Politiker und Polizisten gefunden. Ebenfalls entdeckt wurde eine Anleitung zur Herstellung von Sprengsätzen.



Kiel - Bisher gebe es aber keine Anzeichen dafür, dass die Gruppe Anschläge gegen Personen vorbereitet hat, teilte schleswig-holsteinische Landeskriminalamt und die Staatsanwaltschaft Flensburg mit. Es sei allerdings erst ein geringer Teil der sichergestellten Gegenstände gesichtet worden. Die vollständige Prüfung der Unterlagen und der vorgefundenen Computer werde einige Zeit dauern.

In den Unterlagen befanden sich auch Zeitungsausschnitte mit Bildern unter anderem von Politikern und Polizisten, hieß es. Die neueste Aktualisierung stamme vom August dieses Jahres. "Es handelt sich sowohl um prominente Personen, die auch über die Landesgrenzen bekannt sind, als auch um regional bekannte Personen", sagte LKA-Sprecher Matthias Hennig. Namen nannte das LKA nicht.

Die Gruppe war in der vergangenen Woche in einer groß angelegten Razzia von der Polizei gesprengt worden. 300 Beamte, darunter Spezialeinsatzkommandos aus ganz Norddeutschland, durchsuchten gut 50 Wohnungen und Treffpunkte. Die Neonazis sollen im großen Stil mit rechtsextremistischen CDs gehandelt und Konkurrenten mit Gewaltdrohungen erpresst haben.

Combat 18 ist der bewaffnete Arm der im Jahr 2000 verbotenen neonazistischen Gruppe Blood and Honour. Dem LKA zufolge war "Combat 18 - Pinneberg" der erste Versuch, die ursprünglich britische Organisation auch in Deutschland zu etablieren.

Die "18" in dem Namen steht für den 1. und 8. Buchstaben im Alphabet - "A" und "H" - und damit für den Namen Adolf Hitler. Bei der Durchsuchungsaktion wurden sieben Männer festgenommen, fünf von ihnen sind in Untersuchungshaft.

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