Mehr militärische Verantwortung Neue Bundeswehr-Missionen in Afrika und Asien geplant

Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer fordert mehr militärische Verantwortung für Deutschland. Nach SPIEGEL-Informationen wird in ihrem Ministerium bereits an zwei neuen Einsätzen gearbeitet.
Bundeswehr im Norden Malis im Jahr 2018

Bundeswehr im Norden Malis im Jahr 2018

Foto: Michael Kappeler/ DPA

Die Bundeswehr bereitet sich auf zwei neue Auslandsmissionen in Afrika und Asien vor. Frankreich hat nach SPIEGEL-Informationen Deutschland gebeten, sich am Aufbau einer neuen Kommandoeinheit in Mali zu beteiligen. Im Zuge der Mission "Tacouba" ("Säbel") sollen ab dem kommenden Jahr malische Soldaten zu Spezialkräften ausgebildet werden.

Die französischen Pläne sehen vor, dass die Ausbilder die von ihnen trainierten Einheiten auch bei militärischen Operationen begleiten. Dieses sogenannte Mentoring gilt als weitaus gefährlicher als die bisherigen Trainingsmissionen der Bundeswehr.

Für den deutschen Beitrag im Kampf gegen den Terrorismus in Mali könnten bis zu 500 deutsche Soldaten der Bundeswehr entsandt werden, darunter auch Trainer des "Kommandos Spezialkräfte".

Noch umstritten ist der Plan, eine deutsche Fregatte ins Südchinesische Meer oder die 180 Kilometer breite Meerenge zwischen Taiwan und dem chinesischen Festland zu entsenden.

Das Auswärtige Amt hatte die Idee für die maritime Mission nach SPIEGEL-Informationen angeschoben, da Deutschland derzeit als nichtständiges Mitglied im Uno-Sicherheitsrat sitzt und zudem bis Ende des Jahres den Vorsitz im Nordkorea-Sanktionsausschuss übernommen hat.

Die Mission wäre Teil der Sanktionsüberwachung, zugleich aber auch ein Signal an China, das besagte Gewässer größtenteils für sich reklamiert und damit ein Urteil des Internationalen Schiedsgerichtshofs in Den Haag ignoriert.

Das Kanzleramt will den Bundeswehreinsatz nach SPIEGEL-Informationen allerdings zunächst nicht weiter vorantreiben, da man die angespannten Beziehungen zu China nicht weiter belasten will.

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