Wahlkampf 2013 Grüne fallen in Umfrage auf Jahrestief

Die Grünen verlieren in einer neuen Forsa-Umfrage an Zustimmung: Sie fallen auf ein Jahrestief von elf Prozent. Geschadet hat der Partei offenbar unter anderem die Debatte über den Veggie-Day. Mehr Grund zur Freude hat die Linke.
Grünen-Spitzenkandidaten Jürgen Trittin und Katrin Göring-Eckardt: "Umwelt, Frauen und Frieden"

Grünen-Spitzenkandidaten Jürgen Trittin und Katrin Göring-Eckardt: "Umwelt, Frauen und Frieden"

Foto: Tim Brakemeier/ picture alliance / dpa

Berlin - Noch dreieinhalb Wochen bis zur Bundestagswahl, alle Parteien kämpfen um Stimmen. Die Grünen kamen bei der Wahl 2009 auf 10,7 Prozent, das Ergebnis wollen sie dieses Mal noch deutlich steigern. Eine neue Umfrage des Instituts Forsa jedoch dämpft diese Hoffnung. Im neuen "Stern-RTL-Wahltrend" des Instituts kommt die Partei lediglich auf elf Prozent - sie hat damit zwei Prozentpunkte im Vergleich zur Vorwoche verloren.

In Umfragen hatten die Grünen in den vergangenen Jahren einen Höhenflug erlebt, 2011 sahen Institute sie gar bei 23 Prozent. Die Euphorie ist zwar lange vorbei. Viele Meinungsforscher sahen die Partei aber zuletzt bei immerhin 12 bis 13 Prozent.

Forsa-Chef Manfred Güllner meint, mit einem Wert von elf Prozent in seiner Umfrage seien die Grünen auf ihre Kernwählerschaft zurückgefallen. Ein solches Ergebnis hatte die Partei in seinen Umfragen zuletzt im Oktober 2012 erreicht. Den Grünen könnte seiner Ansicht nach auch die Debatte über den Veggie-Day geschadet haben, die ihr Image einer Bevormundungspartei beförderte. Dem Magazin "Stern" sagte Güllner zudem: "Offenbar war es eine Fehlspekulation der Partei, dass sie neben den drei Gutmenschenthemen Umwelt, Frauen und Frieden noch die soziale Gerechtigkeit in den Mittelpunkt ihres Wahlkampfs stellte. Davon profitiert die Linke, die dafür seit langem trommelt und dieses Thema auch gekonnt plakatiert."

So hat die Linke Grund zur Freude. Mit einem Plus von zwei Prozent im Vergleich zur Vorwoche kommt die Partei bei Forsa auf zehn Prozent und erreicht damit zum ersten Mal seit Juli 2011 einen zweistelligen Wert.

Die weiteren Ergebnisse im Überblick:

  • Keine Veränderung gab es bei der Union, sie kommt auf 41 Prozent.

  • Die SPD verharrt bei 22 Prozent

  • Die FDP verliert einen Punkt und kommt auf fünf Prozent

  • Nicht in den Bundestag kämen laut der Umfrage die Piraten und die Alternative für Deutschland, sie erreichen jeweils nur drei Prozent.


Daten zur Umfrage:

Stichprobe: Das Forsa-Institut befragte 2501 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger durch computergesteuerte Telefoninterviews.

Zeitraum: 20. bis 26. August 2013

Statistische Fehlertoleranz: +/- 2,5 Prozentpunkte

kgp