Neue Umfragen FDP rutscht auf acht Prozent ab

Schockergebnis zum Jubiläum: 100 Tage nach dem Start von Schwarz-Gelb würden sich laut neuen Umfragen nur noch acht Prozent der Wähler für die FDP entscheiden. Insgesamt hat die Opposition die Koalition weit überflügelt. Mit der Regierungsarbeit war lediglich ein Viertel der Bürger zufrieden.


Berlin - Die Unzufriedenheit der Bürger mit der Arbeit der schwarz-gelben Bundesregierung nimmt nach neuen Umfragen deutlich zu. In einer am Donnerstag veröffentlichten Emnid-Umfrage für den Sender N24 zeigten sich 65 Prozent der Befragten unzufrieden mit der neuen Regierung, nur 27 Prozent waren zufrieden. Dies sei ein schlechterer Wert als bei den 100-Tage-Bilanzen der Vorgänger-Regierungen: 1999 waren 38 Prozent der Deutschen mit der rot-grünen Regierung zufrieden, 2006 erhielt die Große Koalition 55 Prozent Zustimmung.

Im aktuellen ARD-"Deutschlandtrend" waren 55 Prozent der Ansicht, dass diese Regierung schlechter arbeitet als die vorherige Große Koalition von Union und SPD. Nur ein Viertel (25 Prozent) bescheinigen der schwarz-gelben Koalition eine bessere Arbeit, wie die Umfrage von Infratest dimap im Auftrag der ARD-"Tagesthemen" ergab. Im Durchschnitt gaben die Befragten der schwarz-gelben Regierung die Note "ausreichend" (3,9).

Besonders die Arbeit der FDP in der Koalition wird kritisch beurteilt. Auch bei der Sonntagsfrage verliert Schwarz-Gelb an Zuspruch, während SPD, Linkspartei und besonders die Grünen zulegen können und Union und FDP zusammen deutlich überflügeln.

In der Emnid-Umfrage bewerteten nur 47 Prozent der Befragten die Arbeit von Außenminister und FDP-Parteichef Guido Westerwelle als gut. Seine Ministerkollegen Rainer Brüderle (Wirtschaft) und Philipp Rösler (Gesundheit) kamen auf 45 beziehungsweise 40 Prozent Zustimmung. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wird von 64 Prozent der Befragten gut beurteilt. Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) steht mit 73 Prozent Zustimmung weiter an der Spitze der Beliebtheitsskala.

Schwarz-Gelb verfehlt Mehrheit deutlich

Ein ähnliches Bild ergab sich im ARD-"Deutschlandtrend". Auch bei der Sonntagsfrage zeigt sich dort die wachsende Unzufriedenheit mit der FDP. Wenn schon am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, würden nur noch acht Prozent der Wähler für die FDP stimmen, im Januar waren es noch elf Prozent. Bei der Bundestagswahl war die FDP noch bei 14,6 Prozent gelandet.

Die Union erreicht unverändert 36 Prozent, obwohl auch die Zufriedenheit mit ihrer Regierungsarbeit nachlässt. Damit würde Schwarz-Gelb mit zusammen 44 Prozent eine Mehrheit deutlich verfehlen - das rot-rot-grüne Lager landet bei 52 Prozent. Die SPD gewinnt einen Punkt auf 26 Prozent hinzu. Die Grünen können sich um drei Punkte verbessern und erreichen mit 15 Prozent den besten Wert, der je im ARD-"Deutschlandtrend" gemessen wurde. Die Linke legt trotz der Personaldebatten einen Punkt auf elf Prozent zu.

luk/dpa/AFP

insgesamt 7251 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Morotti 06.02.2010
1.
Zitat von sysopNach der Bundestagswahl schien die Welt für die FDP komplett in Ordnung: Hohe Prozentgewinne, wieder an der Regierung beteiligt, enormer Vertrauensvorschuss mit gesteigerten Erwartungen. Nach hundert Tagen im Amt ist von der Euphorie wenig geblieben. Hat Vorsitzender Westerwelle seine Chance schon verspielt?
Meiner Meinung nach ja. Leider hat er sich das Ressort ausgesucht wo er denkt, dass er mal ein Eintrag ins Geschichtsbuch bekommt. Das Ressort , wo er seine "Steuerorgien" hätte durchsetzen können, * hat er gemieden* wie der Teufel das Weihwasser.
RagnarLodbrok, 06.02.2010
2.
Zitat von sysopNach der Bundestagswahl schien die Welt für die FDP komplett in Ordnung: Hohe Prozentgewinne, wieder an der Regierung beteiligt, enormer Vertrauensvorschuss mit gesteigerten Erwartungen. Nach hundert Tagen im Amt ist von der Euphorie wenig geblieben. Hat Vorsitzender Westerwelle seine Chance schon verspielt?
Nun ja, höchstens eine von von vielen Chancen. Sieht man es Einkommenstechnisch: * Entgeltliche Tätigkeiten neben dem Mandat* Agentur Schenck, Berlin, Aspecta HDI Gerling Lebensversicherung AG, Mainz, AXA-Krankenversicherung AG, Köln, BCA AG, Bad Homburg, Close Brothers Seydler AG, Frankfurt/Main, Congress Hotel Seepark, Thun/Schweiz, CSA Celebrity Speakers GmbH, Düsselsdorf, Dr. Schnell Chemie AG, München, DS Marketing GmbH, Brühl, econ Referenten-Agentur, Straubing, EDEKA Handelsgesellschaft Nordbayern-Sachsen-Thüringen mbH, Rottendorf, EDEKA Zentrale AG & Co.KG, Hamburg, EUTOP Speaker Agency GmbH, München, Fertighaus WEISS GmbH, Oberrot, Flossbach & von Storch Vermögensmanagement AG, Köln, Gemini Executive Search, Homburg, Genossenschaftsverband Frankfurt, Frankfurt, Hannover Leasing GmbH & Co. KG, Pullach, Lazard Asset Management Deutschland GmbH, Hamburg, LGT Bank AG, Zürich/Schweiz, Lupus Alpha Asset Management GmbH, Frankfurt/Main, MACCS GmbH, Berlin, Maritim Hotelgesellschaft mbH, Bad Salzuflen, Movendi GmbH, Lohmar-Honrath, Rednerdienst & Persönlichkeitsmanagement Matthias Erhard, München, Sal. Oppenheim jr. & Cie. KGaA, Köln, Serviceplan Agenturgruppe für innovative Kommunikation GmbH & Co. KG, Haus der Kommunikation, München, Solarhybrid AG, Brilon, Team Event Marketing GmbH, Rosbach v.d.H., Vincero Holding GmbH & Co. KG, Aachen, Wolfsberg - The Platform for Executive & Business Development, Ermatingen/Schweiz, TellSell Consulting GmbH, Frankfurt/Main, *Funktionen in Unternehmen* ARAG Allgemeine Rechtsschutz-Versicherungs-AG, Düsseldorf, Mitglied des Aufsichtsrates, jährlich, Stufe 3 Deutsche Vermögensberatung AG, Frankfurt/Main, Mitglied des Beirates, jährlich, Stufe 3 Hamburg-Mannheimer Versicherungs-AG, Hamburg, Mitglied des Beirates (bis 31.12.2008)
bosemil 06.02.2010
3. Ohne Kompetenz funktioniert das nicht.
Zitat von sysopNach der Bundestagswahl schien die Welt für die FDP komplett in Ordnung: Hohe Prozentgewinne, wieder an der Regierung beteiligt, enormer Vertrauensvorschuss mit gesteigerten Erwartungen. Nach hundert Tagen im Amt ist von der Euphorie wenig geblieben. Hat Vorsitzender Westerwelle seine Chance schon verspielt?
Warum wunder sich sysop? Eine Partei mit einem derartrigen Mangel an Kompetenz muß in Schwierigkeiten kommen. Man kann zwar Sprüche klopfen und den Wähler auf seine Seite ziehen. Das hat ja auch wunderbar geklappt, aber dann muß man sich halt auch die Mühe machen und sich unter Beweis stellen. Das da vielfach nur heiße Luft gepredigt wurde hat der Wähler sehr schnell gemerkt. Leider etwas spät.
Brand-Redner 06.02.2010
4. Welche Chancen?
Zitat von sysopNach der Bundestagswahl schien die Welt für die FDP komplett in Ordnung: Hohe Prozentgewinne, wieder an der Regierung beteiligt, enormer Vertrauensvorschuss mit gesteigerten Erwartungen. Nach hundert Tagen im Amt ist von der Euphorie wenig geblieben. Hat Vorsitzender Westerwelle seine Chance schon verspielt?
Auf den ersten Blick mag die Frage ja berechtigt sein. Geht man indessen von den tatsächlichen persönlichen Voraussetzungen aus, die Guido W. zur Verfügung standen /stehen, konnte die Sache gar nicht anders laufen. Selbst wenn er einer seriöseren Partei angehört hätte: Mit heißen Sohlen, kindischen Farbspielen und scheinbar telegenem Grinsen allein kann man auch in Deutschland noch keine Politik machen, und die Lautstärke des Geschreis ist noch nicht gleichbedeutend mit gedanklicher Tiefe. Ich erwarte gar nicht, dass der Besagte das je begreift. Aber "Mutti" Merkel hätte es wissen können - wenn Sie's denn hätte wissen wollen.
Jordan Sokoł 06.02.2010
5. Westerwelle nein
Zitat von sysopNach der Bundestagswahl schien die Welt für die FDP komplett in Ordnung: Hohe Prozentgewinne, wieder an der Regierung beteiligt, enormer Vertrauensvorschuss mit gesteigerten Erwartungen. Nach hundert Tagen im Amt ist von der Euphorie wenig geblieben. Hat Vorsitzender Westerwelle seine Chance schon verspielt?
Nein, er ist ja erwiesenermaßen ein Stehaufmännchen. Jordan Sokoł
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.