Wechsel zu Daimler Neue Vorwürfe gegen Ex-Staatsminister Klaeden

Dem ehemaligen Staatsminister Eckart von Klaeden droht neuer Ärger. Der heutige Cheflobbyist von Daimler soll über einen Milliardendeal zwischen dem Autokonzern und dem Bund bestens informiert gewesen sein. Nach SPIEGEL-Informationen erhielt er interne Vorlagen zu den Verhandlungen.
Klaeden in Hannover (Archivbild): Interne Vorlagen erhalten

Klaeden in Hannover (Archivbild): Interne Vorlagen erhalten

Foto: AFP

Hamburg - Der ehemalige Staatsminister Eckart von Klaeden (CDU) war dem Daimler-Konzern möglicherweise behilflich, einen Milliardendeal mit dem Bund einzufädeln. Nach Informationen des SPIEGEL traf sich Klaeden insgesamt 25-mal mit dem Goldman-Sachs-Banker Christoph Brand. Goldman Sachs   war in dieser Zeit als sogenannter Joint Bookrunner von Daimler beauftragt, dessen Anteile am Luft- und Raumfahrtkonzern EADSzu veräußern.

Im Dezember 2012 kaufte die staatliche Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) die EADS  -Anteile von Daimler und einem Konsortium für insgesamt rund 1,6 Milliarden Euro.

Staatsminister Klaeden, der mit Brand seit Schultagen befreundet ist, war über die Verhandlungen bestens informiert. "Er hat interne Vorlagen der zuständigen Abteilung des Bundeskanzleramtes erhalten, die einen Sachstand zum Verkauf der EADS-Anteile der Daimler AG   an die KfW enthalten", erklärt die Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen-Abgeordneten Lisa Paus.

Insgesamt 18 interne Vorlagen im Zeitraum vom 17. August 2010 bis zum 13. September 2012 erhielt Klaeden von der zuständigen Abteilung im Kanzleramt. Häufig trafen sich Brand und Klaeden, kurz nachdem der Staatsminister eine neue Vorlage zum Daimler-Deal erhalten hatte.

Klaeden und Brand erklärten auf Anfrage des SPIEGEL, nie über Daimler und EADS im Zusammenhang mit den Anteilsverkäufen gesprochen zu haben. Auch sei Klaeden nicht mit Entscheidungen rund um den Verkauf der Daimler-Anteile betraut gewesen.

Der Daimler-Konzern bestätigte dem SPIEGEL lediglich, dass Goldman 2012 und 2013 als Joint Bookrunner in das Aktiengeschäft involviert gewesen sei.