Neuer NRW-Wirtschaftsminister "Rot-gelb ist vorstellbar"

Ernst Schwanhold schließt eine Koalition mit der FDP in Nordrhein-Westfalen nicht aus. Für ihn als Wirtschaftsminister, so der Sozialdemokrat bei seiner ersten Pressekonferenz im neuen Amt, sei es vorstellbar, mit den Liberalen zusammenzuarbeiten.

Düsseldorf - Knapp zweieinhalb Monate vor der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen wird in alle Richtungen spekuliert. Das verhältnismäßig gute Ergebnis der FDP in Schleswig-Holstein hat den Liberalen insgesamt Auftrieb gegeben. Es wird aber auch über eine große Koalition geredet, die von SPD und CDU bislang nicht kategorisch ausgeschlossen worden ist.

Auch Schwanhold hielt sich bei seinem Auftritt alles offen: Aus seiner Erfahrung als SPD-Fraktionsvize im Bundestag müsse er feststellen, dass auch die wirtschaftspolitische Zusammenarbeit mit den Grünen ausgesprochen gut geklappt habe. "Ich kann mir sehr viele Formen der Zusammenarbeit vorstellen, wenn sie der Sache dienen", sagte Schwanhold.

Die FDP war in Nordrhein-Westfalen zwischen 1954 und 1980 mehrfach an Regierungskoalitionen mit der CDU oder der SPD beteiligt. FDP-Landeschef Jürgen Möllemann schöpft aus dem überdurchschnittlichen Ergebnis seiner Partei in Schleswig-Holstein neue Zuversicht, seine Zielmarke von acht Prozent in NRW zu erreichen und die Grünen als Regierungspartner abzulösen.

Bei ihrem Landesparteitag am 25. März wollen die Liberalen entscheiden, ob sie den Wahlkampf weiterhin ohne Koalitionsaussage bestreiten. Während Bundes-Generalsekretär Guido Westerwelle einen eigenständigen Wahlkampf der FDP befürwortet, plädiert Parteichef Wolfgang Gerhardt für eine Koalitionsaussage.