Hauskredit-Affäre Neues Dokument belastet Wulff

Die Affäre Wulff nimmt kein Ende: Ein bislang unveröffentlichtes Dokument zu seiner Hauskredit-Affäre belegt, dass der Altbundespräsident die Geschäftsverbindung zum Unternehmer Egon Geerkens auf keinen Fall offenlegen wollte.

Alt-Bundespräsident Wulff: Handschriftliche Korrektur mit grüner Tinte
dapd

Alt-Bundespräsident Wulff: Handschriftliche Korrektur mit grüner Tinte


Berlin - Altbundespräsident Christian Wulff wird durch ein bislang unveröffentlichtes Dokument zu seiner Hauskredit-Affäre erneut belastet. Wie die "Bild am Sonntag" berichtet, belegt das Dokument, wie Wulff persönlich als Bundespräsident im Zusammenhang mit der Affäre die Öffentlichkeit täuschte: Demnach korrigierte er am 16. Februar 2011 eigenhändig mit grüner Tinte mehrere Antworten auf Fragen eines "Stern"-Journalisten zu dem 500.000-Euro-Kredit für sein Haus in Burgwedel. Wulff habe dabei falsche Angaben gemacht, heißt es in dem Bericht.

Die Antwort "BWBank", die das Präsidialamt vorformuliert hatte, korrigierte Wulff in: "Die BWBank war und ist der Kreditgeber." Diese Aussage sei unwahr, da ursprünglich das mit dem Ehepaar Wulff befreundete Unternehmerehepaar Geerkens den Kredit gewährt habe, schreibt die Zeitung. Die Öffentlichkeit habe das jedoch auf keinen Fall erfahren sollen, da Wulff als Ministerpräsident im niedersächsischen Landtag bereits am 18. Februar 2010 jede Geschäftsbeziehung zu dem in der Schweiz lebenden Egon Geerkens abgestritten habe.

Wulff war am 17. Februar nach Einleitung staatsanwaltschaftlicher Ermittlungen wegen des Verdachts der Vorteilsnahme von seinem Amt zurückgetreten. Hintergrund waren unter anderem Vorwürfe im Zusammenhang mit seinem Hauskredit und mit Sylt-Urlauben, für die ein Unternehmer die Hotelrechnungen bezahlt haben soll.

mik/AFP



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