Neuwahlen Wirtschaft fordert klare Reformkonzepte

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag hat die Politik vor unklaren Aussagen vor der Bundestagswahl gewarnt. Es dürfe keinen "Wischi-Waschi-Wahlkampf" geben, sagte Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben.


Berlin - "Die Bürger müssen wissen, wohin die Reise geht, auch wenn die Umsetzung dann in Stufen erfolgt", sagte Wansleben heute in Berlin. Die Parteien müssten zumindest klare Eckpunkte ihrer Reformvorstellung vorlegen.

"Deutschland hat keine Zeit mehr, sich um Kopf und Kragen zu reden", sagte Wansleben: "Qualität und Schnelligkeit sind angesagt." Die Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) unter rund 22.000 Firmen habe gezeigt, dass sich die Firmen von Neuwahlen ein Ende des Reformstaus und damit bessere Geschäftsperspektiven erhofften. "Es gibt eine massive Erwartungshaltung."

Der DIHK-Hauptgeschäftsführer bekräftigte die Forderung der Kammerorganisation nach einer Abkopplung der sozialen Sicherung von den Arbeitskosten. "Darüber hinaus brauchen wir längere und flexiblere Arbeitszeiten in Deutschland und insgesamt mehr Handlungsfreiheit auf Unternehmensebene."

Zudem müsse das Steuersystem vereinfacht und müssten Unternehmen wie Arbeitnehmer gleichzeitig entlastet werden. Deutschland brauche auch eine international wettbewerbsfähige Besteuerung von Spitzenkräften. Schließlich müssten Bildung, Forschung und vor allem Bürokratie-Abbau von der Regierung nach der Wahl zur Chefsache erklärt werden.



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