Die Lage am Samstag Liebe Leserin, lieber Leser,


in der Hauptstadt von Katar, Doha, sollen an diesem Wochenende möglicherweise die Verhandlungen zwischen den USA und den Taliban über einen Frieden für Afghanistan in die entscheidende Runde gehen. Der Chef-Verhandler der Amerikaner, Zalmay Khalilzad, zeigte sich optimistisch, dass man zu einer Einigung kommen könne. Nach 18 Jahren Krieg am Hindukusch wäre dies ein historischer Durchbruch.

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Heft 32/2019
Wurden 346 Menschen Opfer von Gier und Größenwahn? Die Anatomie des Boeing-Skandals

US-Präsident Donald Trump drängt zur Eile: Er würde gern noch vor der US-Wahl 2020 alle amerikanischen Truppen aus Afghanistan abziehen, um das als großen Erfolg feiern zu können. Die Taliban sollen dafür Sicherheitsgarantien abgeben und in Friedensverhandlungen mit der Regierung in Kabul eintreten. Ob sich die Islamisten dann nach dem Abzug des letzten Amerikaners wirklich daran halten, ist natürlich eine ganz andere Frage. Ihr Ziel, ein fundamentalistisches Emirat zu errichten, haben die Taliban bislang nicht aufgegeben.

Neue Proteste in Russland erwartet

DPA/Alexander Zemlianichenko

In Moskau werden heute neue Proteste für freie und faire Regionalwahlen erwartet. In der vergangenen Woche wurden bei einer ähnlichen Aktion mehr als tausend Menschen festgenommen. Die Polizei ging mit brutaler Härte gegen die Menschenmenge vor. Die Demonstranten fordern, dass Oppositionelle bei der Regionalwahl im September zugelassen werden. Zahlreiche Kremlkritiker wurden wegen angeblicher schwerer Formfehler nicht registriert.

Das Ungeheuer von Seattle

GARY HE/EPA-EFE/REX

Der Ruf dieser amerikanischen Weltmarke schien bislang tadellos: Boeing, der größte Flugzeughersteller des Planeten, steht unter Druck. Seit dem Absturz von zwei Maschinen des neuen Typs Boeing 737 Max ist das Vertrauen in die Zuverlässigkeit des Unternehmens und seiner Flugzeuge massiv erschüttert. Es stellt sich die Frage, ob Boeing und die US-Aufsichtsbehörde FAA nicht möglicherweise fahrlässig gehandelt haben.

Ein Team von SPIEGEL-Redakteuren reiste in die USA, nach Afrika und Asien, um die Vorgänge, die zu den Unfällen geführt hatten, zu rekonstruieren. Gesprächspartner waren Angehörige der Opfer und deren Anwälte, Boeing-Offizielle, Airlinemanager und Sachverständige. Dabei stießen die Reporter auch auf Unterlagen, die auf mögliche Probleme beim Boeing-Modell "Dreamliner" hinweisen. Ein deutschstämmiger Boeing-Ingenieur hat demnach vor Sicherheitsmängeln bei der Produktion von Flugzeugen dieses Typs gewarnt. Hier kommen Sie direkt zur der Titelgeschichte mit allen Recherchen und Hintergründen zum Thema Boeing.

Der einsame Wahlkampf der Gesine Schwan

OMER MESSINGER/ EPA-EFE

Wie läuft eigentlich der Wettbewerb in der SPD um den Parteivorsitz? Nachdem sich gleich zu Beginn einige Genossen aus der Deckung gewagt haben, um sich für den Job zu bewerben, ist es inzwischen ruhiger geworden. Neue Namen sind kaum zu hören, die Bewerbungsfrist läuft zum 1. September aus. Eine, die den Posten unbedingt haben will, ist die emeritierte Professorin Gesine Schwan. Mein Kollege Veit Medick hat sie in ihrem Haus in Berlin besucht. Sein Fazit: Schwan führt bislang noch einen einsamen Kampf. Aber sie hat im Alter von 76 Jahren mehr Energie als mancher 50-Jährige. Lesen Sie hier die Geschichte über Gesine Schwan.

Verlierer des Tages...

Tim Rehbein/ DPA

... ist Clemens Tönnies. Zwar hat sich der Aufsichtsratschef von Schalke 04 für seine rassistischen Äußerungen über Afrikaner beim Tag des Handwerks in Paderborn inzwischen entschuldigt. Doch hilft es? Nein. Die traurige Wahrheit ist: So oder so steht er jetzt dumm da, er hat sein eigenes, beschränktes Weltbild offenbart. Und er ist nicht allein: Es gibt leider immer noch viel zu viel von genau diesem typischen Altherren-Alltagsrassismus. Als Chef eines großen Fußballvereins hat Tönnies eine Vorbildfunktion. Der ist er nicht gerecht geworden. Er kann nicht bleiben.

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insgesamt 3 Beiträge
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motoko_kusanagi 03.08.2019
1. US-Abzug aus Afghanistan
Natürlich ist zu wünschen, dass die Verhandlungen zwischen den USA und den Taliban über einen Frieden für Afghanistan zu einem Erfolg führt. Doch genau hingesehen, ist der kommende Abzug nur vergleichbar wie damals bei Vietnam. Die USA hat keinen Erfolg erzielt - die Taliban werden flächendeckend die Staatsmacht übernehmen. Noch letzten Monat wurden wieder die US-Army angegriffen und zwei Soldaten getötet. Sicherlich ist dieser Rückzug das einzige positive von Trump, bezehende Kriege zu beenden (und hoffentlich keine neue anzufachen bzw. durch Gheimdienste zu destabilisieren) - dennoch handelt es sich um eine geopolitische Niederlage, die viel viel Ressourcen gebunden und verbraucht haben. Hoffentlich bleibt auch diese Erfahrung (wir leben ja gerade in einer Zeit, wo gemachte historische Erfahrungen vergessen werden, siehe der sich ausbreitende Neofaschismus) etwas länger im Gedächtnis.
jjcamera 03.08.2019
2. Unbequem
Auch wenn er es haarsträubend formuliert hat, hat Tönnies in einem Recht: wer die Klimadebatte führen will, ohne das explosive Bevölkerungswachstum gerade in Afrika als Faktor mit einzubeziehen, will nur das eigene schlechte Gewissen beruhigen und nicht mit allen Mitteln die Erderwärmung stoppen. Alle Fakten müssen auf den Tisch, auch oder vor allem die unbequemen!!! Mit Moral allein lässt sich das Klima nicht beeinflussen.
sharkeys 03.08.2019
3. Haarsträubend
Zitat von jjcameraAuch wenn er es haarsträubend formuliert hat, hat Tönnies in einem Recht: wer die Klimadebatte führen will, ohne das explosive Bevölkerungswachstum gerade in Afrika als Faktor mit einzubeziehen, will nur das eigene schlechte Gewissen beruhigen und nicht mit allen Mitteln die Erderwärmung stoppen. Alle Fakten müssen auf den Tisch, auch oder vor allem die unbequemen!!! Mit Moral allein lässt sich das Klima nicht beeinflussen.
Wie kann man solch einen Unsinn verzapfen. Hier mal für Sie die Realität: Asien: 4437 Millionen (59,8 %) mit Türkei Afrika: 1203 Millionen (16,2 %) mit Ägypten Amerika: 997 Millionen (13,5 %) Europa: 740 Millionen (10,0 %) mit Russland Ozeanien: 40 Millionen (0,5 %) mit Australien
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