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Das Thema des Tages:

Für die kommenden fünf Wochen hat Boris Johnson das britische Parlament ausgeschaltet, so lange wie noch kein Premierminister vor ihm und zu einem Zeitpunkt, der für die Zukunft des Vereinigten Königreichs zukunftsweisend ist. Wenn nichts Entscheidendes passiert, verlässt es am 31. Oktober die Europäische Union, vielleicht ohne ein Abkommen, das das drohende Chaos begrenzen könnte. Das Parlament kann dazu augenblicklich nur schweigen.

Ab heute verhandelt der Supreme Court in London darüber, ob der von Johnson durchgeboxte Zwangsurlaub für die Parlamentarier rechtens war und ob der Premier etwa die Queen täuschte, um mit seinem harten Brexit-Kurs durchzukommen. Ein Gericht für England und Wales hatte Johnsons Brachialkurs für rechtskonform erklärt, ein schottisches Gericht hingegen anschließend für unzulässig. Eine Herausforderung für die höchsten Richter ist es nun, die unterschiedlichen Rechtssysteme des Vereinigten Königreichs in Einklang zu bringen.

Dafür fährt das höchste Gericht im Namen der Queen mächtig auf: 11 von 12 möglichen Richtern sind zuständig, auf einen wird verzichtet, um eine Pattsituation zu vermeiden. Eine solche juristische Schlagkraft wurde erst ein Mal anberaumt, nämlich 2016, als es um den Beschluss zum EU-Austritt ging. Zudem ist es das erste Mal überhaupt, dass der Supreme Court für ein Notfallverfahren außerhalb seiner Sitzungsperiode zusammenkommt. Die Richter sind jetzt die letzte Chance für das Parlament, noch vor Oktober mitreden zu können. Mein Kollege Kevin Hagen hat für Sie aufgeschrieben, worum es ab heute am Supreme Court geht.

Die Richterin Lady Brenda Hale leitet das Verfahren. Sie geht nächstes Jahr in den Ruhestand - könnte zuvor aber noch die Brexit-Pläne von Boris Johnson durchkreuzen
Dan Kitwood/ Getty Images

Die Richterin Lady Brenda Hale leitet das Verfahren. Sie geht nächstes Jahr in den Ruhestand - könnte zuvor aber noch die Brexit-Pläne von Boris Johnson durchkreuzen

Falls Sie im Brexit-Wirrwarr der vergangenen Tage, Wochen, Monate oder Jahre den Überblick verloren haben: Die Meilensteine ab dem verhängnisvollen Referendum im Sommer 2016 finden Sie in unserer Brexit-Chronik.

Die Zahl des Tages: 16,52

Der vergangene Monat war der zweitwärmste August seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1880. Die Durchschnittstemperatur über Land- und Ozeanflächen lag mit 16,52 Grad Celsius um 0,92 Grad über dem Durchschnittswert des 20. Jahrhunderts. Das ergaben Messungen der US-Klimabehörde NOAA.

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Die Entsorgungsbranche schlägt Alarm: Viel zu viel Abfall wird falsch getrennt, es droht das Müllchaos. Was ist bloß mit uns los? Mein Kollege Alexander Neubacher meint in seiner Kolumne: Deutschland versagt an der Restmülltonne.

Im Gelben Sack landet oft Müll, der dort gar nicht hingehört. Die Quote der sogenannten Fehlwürfe liegt nach Schätzung von Branchenexperten zwischen 40 und 60 Prozent
Julian Stratenschulte/dpa

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Es ist nicht alles Gold: Die riskanteste Geldanlage wird bei Grillabenden mit Freunden beschlossen. Die schwärmen von Gold und hohen Zinsen - und man greift zu. Und dann hat man ein Problem, meint Harald Schmidt. Hier geht es zum Video.

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Anwerbung von Stasi-Spitzeln im Westen: Mal mit Druck, mal mit Tricks warb die Stasi ihre Spitzel an. Unser Autor Uwe Klußmann ließ sich darauf nicht ein, weil er durch das Schicksal seines Vaters gewarnt war. Lesen Sie seinen bewegenden Bericht eines Zielobjekts.

Schadet das Handy meinen Augen? Müde Augen, gestörter Schlafrhythmus, kaputte Netzhaut - über künstliches Blaulicht von Displays gibt es viele Vorurteile. Ärzte erklären, welche stimmen - und wovor Sie sich schützen sollten.

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Schauen Sie heute Abend Fußball: Die Champions League beginnt, Borussia Dortmund tritt gegen den FC Barcelona an. Es dürfte spannend werden! (21.00 Uhr, Sky und Liveticker SPIEGEL ONLINE)
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Falls Fußball nicht ihr Ding ist, lesen Sie ein außerordentliches Porträt der Autorin Jackie Thomae, die seit heute als Finalistin für den Deutschen Buchpreis feststeht. Falls Sie Fußball lieben, lesen Sie es trotzdem - es lohnt sich. Thomae wuchs in der DDR auf, ihr Vater war Afrikaner, ihre Kindheit verarbeitet sie in ihrem Roman "Brüder". Sie ist eine Frau, der die sprachliche Political Correctness eher fremd ist. Ihr Roman ist ein kluges Plädoyer für den zweiten Blick und auch den dritten, ein Plädoyer gegen die Gefahr, farbfehlgeleitet durch die Welt zu gehen. Hier geht es zu dem Porträt.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Feierabend.

Herzlich

Isabella Reichert vom Daily-Team

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