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Das Thema des Tages: Zwischen China und den USA droht ein Währungskrieg

Am Montag hat die chinesische Notenbank zugelassen, dass Chinas Währung auf den tiefsten Stand seit 2008 fällt. Der Wertverlust selbst ist zunächst keine Nachricht, die die Welt in Aufruhr versetzen müsste. Aber es ist der tatsächliche neue Wert des Yuan, der für Angst auf den Finanzmärkten sorgt: Nun kostet ein US-Dollar mehr als sieben chinesische Yuan. Das galt lange als eine Art "rote Linie", die die chinesische Zentralbank schon nicht überschreiten werde.

Die Abwertung dürfte eine Reaktion auf neue Strafzölle durch die USA sein - und ein klarer Warnschuss aus Peking in Richtung Washington: Aus einem Handelskrieg, der über Zölle ausgetragen wird, droht ein Währungskrieg zu werden - auch wenn China entsprechende Vorwürfe aus den USA schnell zurückwies.

US-Präsident Donald Trump (l.) und der chinesische Präsident Xi Jinping
Kevin Lamarque/REUTERS

US-Präsident Donald Trump (l.) und der chinesische Präsident Xi Jinping

Was aber verspricht sich Peking von der Maßnahme? Durch das Herabsetzen des Yuan stieg der Wert des US-Dollars. Exporte aus China werden nun günstiger. Damit könnte der Effekt der Strafzölle zum Teil verpuffen. Präsident Xi Jinping dürfte darauf hoffen, die eigene Wirtschaft anzukurbeln. Gleichzeitig aber steigen die Preise für Importe und damit für Produkte in China. Die Kaufkraft der Einwohner könnte damit sinken (hier erfahren Sie mehr darüber, wie Wechselkurse funktionieren).

Die konkreten Folgen der jüngsten Eskalation sind noch nicht abzusehen. Klar ist aber: Ein tatsächlicher Währungskrieg zwischen China und den USA hätte weitreichende Folgen für die Weltwirtschaft. Er würde große Unsicherheit bei Unternehmen auslösen, sprunghaft steigende Preise würden auch für Verbraucher zum Problem.

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News: Was Sie heute wissen müssen

  • Ein Deutscher unter den Todesopfern von El Paso: In der texanischen Stadt hat ein Angreifer 22 Menschen getötet. Das Auswärtige Amt hat nun bestätigt, dass einer von ihnen Deutscher war.
  • Toni Morrison ist tot: Sie bekam als erste schwarze Autorin den Literaturnobelpreis. Jetzt ist die US-Schriftstellerin im Alter von 88 Jahren gestorben.
Toni Morrison
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  • CDU-Politiker Linnemann sorgt mit Grundschulaussage für Empörung: Nur Kinder, die so gut Deutsch sprechen, dass sie dem Unterricht folgen können, dürfen in eine Grundschule, sagt er. Das sorgt für Kritik, auch aus der eigenen Partei.
  • Erdogan torpediert den Flüchtlingsdeal: Die EU zahlt der Türkei Geld, damit sich das Land um die Unterbringung von Flüchtlingen kümmert. Nun soll die Erdogan-Regierung Syrer ins Kriegsgebiet abgeschoben haben.
  • Schweizer Bundesanwaltschaft erhebt Anklage gegen Ex-DFB-Funktionäre: Die Behörde wirft Horst R. Schmidt, Theo Zwanziger und Wolfgang Niersbach arglistige Täuschung vor. Ein Verfahren gegen Franz Beckenbauer wird separat weitergeführt.
Horst R. Schmidt, Theo Zwanziger, Franz Beckenbauer und Wolfgang Niersbach (v.l.) im Jahr 2005 in Frankfurt
DPA

Horst R. Schmidt, Theo Zwanziger, Franz Beckenbauer und Wolfgang Niersbach (v.l.) im Jahr 2005 in Frankfurt

Die Zahl des Tages: 6

Normalerweise braucht mein Kollege Christian Frahm mit öffentlichen Verkehrsmitteln 25 Minuten von zu Hause bis in die Redaktion. Wenn er nun aber auf den Strecken, die er sonst zu Fuß zurücklegt, einen E-Scooter nutzt, sind es nur 19. Der Preis für die sechs Minuten Zeitersparnis: hohe Kosten, viel Aufwand, viele peinliche Momente. Für Kritik sorgt gerade vor allem das Sharing-Modell. Im Video sehen Sie, warum die Leihroller zwar emissionsfrei sind, das Konzept aber nicht besonders umweltfreundlich ist. Vor allem in Frankreich sorgen die Roller für Ärger: Paris will sie bereits aus dem Stadtbild zurückdrängen.

Christian Frahm auf einem E-Scooter vor dem SPIEGEL-Verlag
Nils-Viktor Sorge/ SPIEGEL ONLINE

Christian Frahm auf einem E-Scooter vor dem SPIEGEL-Verlag

Meinung: Die meistdiskutierten Kommentare, Interviews, Essays

"Wir brauchen einen ganz anderen Blick": Wie bringen Männer und Frauen Arbeit und Kinder unter einen Hut? Das hat die Sozialwissenschaftlerin Katrin Menke untersucht. Sie kritisiert, dass der Staat durch das Elterngeld neue Ungleichheiten produziert.

Kein Ruhm für Mörder: Das "Manifest", das der Angreifer von El Paso geschrieben haben soll, wird massenhaft verbreitet. Unsere Kolumnistin Margarete Stokowski hält das für falsch und gefährlich. Warum, das habe Theodor W. Adorno schon vor 50 Jahren gelehrt.

Clemens Tönnies sollte Deutschunterricht geben: Freitags stehen die Klassenräume leer, weil alle demonstrieren. Das könnte der Schalke-Boss nutzen, um Kinder mit Sprachproblemen auf die Grundschule vorzubereiten, findet Harald Schmidt.

Harald Schmidt
DER SPIEGEL

Harald Schmidt

Stories: Die meistgelesenen Texte bei SPIEGEL+

Was bedeutet der steigende Wohnungsraumkonsum für die Öko-Bilanz? Das beantwortet die Umwelt-Expertin Monika Meyer im Interview. Sie sagt: Das Tempo bei der energetischen Sanierung müsse verdoppelt werden.

Raus aus der Tonne: Essen aus Müllbehältern von Supermärkten zu bergen ist illegal, aber populär. Während manche Läden versuchen, das "Containern" zu verhindern, gibt es bereits Kurse für Einsteiger.

Resteverwerterin beim Kaufhaus Lestra in Bremen
Lars Berg / DER SPIEGEL

Resteverwerterin beim Kaufhaus Lestra in Bremen

Die Rückkehr der Ostdeutschen: Seit der Wende folgten Millionen Ostdeutsche der Devise "Go West", dort waren die Jobs. Jetzt kehren erstmals mehr Bürger in die neuen Länder zurück als fortziehen.

Mein Abend: Di e Empfehlungen für Ihren Feierabend

Was Sie lesen können: Margarete Stokowski spricht in ihrer neuesten Kolumne den Philosophen Theodor W. Adorno bereits an - mit gutem Grund. Denn 50 Jahre nach dessen Tod ist die Transkription des Mitschnitts eines Vortrags von Adorno erschienen. Und das Werk mit dem Titel "Aspekte des Rechtsradikalismus" hat es zum Bestseller gebracht. 1967 zog die NPD in mehrere Landtage ein und stand kurz vor dem Einzug in den Bundestag. Adorno sprach damals in Österreich vor Studenten über das Phänomen der wieder erstarkten Rechten. Die Parallele zu heute - zum Erfolg der AfD und zu Bewegungen wie den Identitären oder Pegida - drängt sich auf. Für unseren Autor Benjamin Moldenhauer ist der Erfolg des Buches ein Zeichen dafür, dass "der Bedarf an Erklärungen für den aktuellen Erfolg der Rechten" offenbar groß sei. Hier geht es zu seiner Rezension.

Theodor W. Adorno (M.)
Manfred Rehm/ DPA

Theodor W. Adorno (M.)

Ich wünsche Ihnen einen schönen Feierabend.

Herzlich

Andreas Evelt vom Daily-Team

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