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Das Thema des Tages: Menschenrechte vs. Wirtschaftskontakte

Wird sie oder wird sie nicht? Kanzlerin Angela Merkel hat gerade ihre zwölfte Reise nach China angetreten. Wie jedes Mal fordern die Opposition und Organisationen von ihr, die Menschenrechtslage gegenüber den Mächtigen in der Volksrepublik anzusprechen. Besonders dringlich ist dieses Mal die Situation der Menschen in Hongkong, die seit Wochen gegen den wachsenden Einfluss aus Peking auf die Straße gehen. Aktivisten in Hongkong, Berlin und Hamburg würden gern sehen, dass sich die Kanzlerin für sie einsetzt.

Protestierende vor dem Kanzleramt in Berlin: "Bitte halten Sie zu Hongkong"
Markus Schreiber / AP

Protestierende vor dem Kanzleramt in Berlin: "Bitte halten Sie zu Hongkong"

Merkel sendete aber schon vor ihrer Abreise verhaltene Signale in deren Richtung. Zur Frage, ob die Kanzlerin Joshua Wong und andere Aktivisten bei ihrem anstehenden Chinabesuch treffen werde, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert, am Reiseprogramm Merkels habe sich nichts geändert. Das Programm beinhaltet kein solches Treffen. Die deutsche Kanzlerin ist seit Beginn der Proteste als erste westliche Regierungschefin zu Gast in Peking. Ihr Gastgeber befindet sich in einer akuten politischen Krise.

Merkel ist gleichzeitig an engeren Wirtschaftskontakten nach China interessiert. Auf ihrer Reise nach Peking und anschließend nach Wuhan in der Provinz Hubei hat sie eine große Wirtschaftsdelegation dabei. Ein anderes Problem könnte daher sehr viel wahrscheinlicher besprochen werden: Chinas wachsende innere Kontrollen ausländischer Unternehmen. Zudem bringt der Handelsstreit der USA mit China deutsche Unternehmen in Bedrängnis.

Den Versuch, in Sachen Hongkong auf ihn einzuwirken, würde Präsident Xi Jinping ohnehin nicht tolerieren: Seine Regierung stuft die Demonstranten als "Terroristen" ein, der Protest sei eine "rein innere Angelegenheit". Xi warnt seit Jahren vor dem Einfluss "westlicher Werte". Warum China dem Westen misstraut, hat SPIEGEL-Korrespondent Bernhard Zand aufgeschrieben.

Das Zitat des Tages: "Alabama wird KEINE Auswirkungen von 'Dorian' spüren"

Donald Trump mit veränderter Karte beim Briefing zum Hurrikan "Dorian"
Evan Vucci/ AP

Donald Trump mit veränderter Karte beim Briefing zum Hurrikan "Dorian"

Das gab der amtliche Wetterdienst im US-Bundesstaat Alabama gleich mehrfach bekannt. Der Hintergrund: US-Präsident Trump hatte behauptet, Alabama könnte vom Hurrikan "Dorian" getroffen werden - obwohl es dafür keine Belege gab. Um seine These zu stützen, präsentierte Trump schließlich eine eigene Karte, in der offenbar mit schwarzem Filzstift ein Kreis gezogen war, der bis Alabama reichte. Das wirft Fragen auf.

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  • Die britische Regierung hat den Widerstand aufgegeben: Das vom Unterhaus verabschiedete Gesetz gegen den harten Brexit kann vor der verordneten Zwangspause in Kraft treten. Eine Niederlage für Premier Boris Johnson?
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Perry Farrell ging mit 17 nach Los Angeles und wurde Musiker - erst in der Punkband Psi Com, dann als Sänger bei Jane's Addiction. Später gründete er das Alternative-Rock-Festival Lollapalooza, das seit 2015 auch jährlich in Berlin läuft. "Als Künstler lebe ich für die menschliche Interaktion bei Konzerten", sagt er im Interview. Das Lollapalooza war eigentlich als Abschiedstour seiner Band gedacht - was er heute über das Spektakel denkt, lesen Sie hier.

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In London läuft der Brexit-Showdown - aber ein ungeregelter EU-Austritt Großbritanniens könnte auch sein Gutes haben: Wenn man zum Beispiel im Wettbüro darauf setzt, dass die Geburtenrate nach dem No-Deal-Brexit steigt. Warum das wahrscheinlich ist, erklärt Harald Schmidt in seiner neuen Videokolumne.

Stories: Die meistgelesenen Texte bei SPIEGEL+

Im Fall Jeffrey Epstein ist der Verdächtige tot, aber die Aufarbeitung geht weiter: Der Privatdetektiv Mike Fisten hatte den Multimilllionär zehn Jahre lang observiert, Beweise gesammelt und mutmaßliche Opfer geschützt. Er hat sich nicht unterkriegen lassen von einem System, das einen Mann schützte, weil dieser reich war, gute Anwälte hatte und mächtige Freunde besaß. Hier erfahren Sie mehr über Fistens Erkenntnisse.

Schauspielerin Leah Remini: Kampf gegen Scientology
A+E Networks/ A&E

Schauspielerin Leah Remini: Kampf gegen Scientology

Leah Remini spielte Carrie Heffernan in der US-Sitcom "King of Queens" - und war gleichzeitig Mitglied bei Scientology. Heute ist sie eine der bekanntesten Aussteigerinnen der Sekte. "Was Scientology in der Öffentlichkeit erzählt und was sie tut, sind zwei verschiedene Dinge", sagt sie zu ihrem öffentlichen Kampf. "Ich will nicht, dass Menschen ihr Leben und ihre Familie für ein Unternehmen aufgeben, das auf Profit ausgerichtet ist." Das komplette Interview lesen Sie hier.

Drogen, Mafia, Psychiatrie: Der Londoner Regisseur Asif Kapadia zeigt in seinem neuen Film "Diego Maradona" dreckige Bilder aus einer dreckigen Stadt, als der Fußball noch dreckig war. Aus einer Zeit, als der weltbeste Fußballer nur zwölf Millionen Euro kostete. Als der Sport noch nicht in der Hand von Investoren war. Und die Stars in ungewaschenen Golfs gefahren wurden statt in Luxuslimousinen. Hier lesen Sie den SPIEGEL-Text dazu.

Mein Abend: Die Empfehlungen für Ihren Feierabend

Szene aus "Synonyme"
Grandfilm

Szene aus "Synonyme"

Heute Abend könnten Sie mal wieder ins Kino gehen - und sich den furiosen Goldenen-Bären-Gewinner "Synonyme" ansehen. Der Film handelt von Identität und der Frage: Kann man sich selbst loswerden und danach neu erfinden? Das zumindest versucht der ehemalige israelische Soldat Yoav, der in Paris noch einmal ein neues Leben beginnen will. Hier lesen Sie die Rezension zum Film.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Feierabend.

Herzlich

Vanessa Steinmetz vom Daily-Team

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