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hier finden Sie die wichtigsten Nachrichten des Tages, die beliebtesten Geschichten von SPIEGEL+ und Tipps für Ihren Feierabend.

Das Thema des Tages: Die schwierige Debatte zu Trisomie-Tests

Der Bundestag hat darüber beraten, ob Bluttests bei Risikoschwangeren zur Früherkennung von Gendefekten wie dem Downsyndrom zur Kassenleistung werden sollten. Dabei diskutierten die Abgeordneten emotional und persönlich auch darüber, wie inklusiv unsere Gesellschaft ist. Denn in der Debatte stellen sich ganz grundsätzliche Fragen: Ist es ethisch vertretbar, die Tests standardmäßig durchzuführen und damit eventuell für mehr Abtreibungen zu sorgen? Oder ist es unverantwortlich, die Tests nicht leichter zugänglich zu machen?

Die FDP-Abgeordnete Kathrin Helling-Plahr sprach sich dafür aus, die Kosten durch die Krankenkassen zu decken - auch aufgrund eigener Erfahrungen während ihrer Schwangerschaft: Ergebnisse der Bluttests können "Sicherheit bieten", "Sorgen nehmen" und "ermöglichen, vorauszuplanen", sagte sie im Bundestag.

Sitzung im Bundestag
Ralf Hirschberger/DPA

Sitzung im Bundestag

Andere Eltern sehen das anders: Familie Wistuba hat ein Kind mit Downsyndrom und fürchtet eine Art Auswahlprozess, eine Selektion vor der Geburt, erklärte sie bei einer Demonstration in Berlin. Der Meinung schließt sich unsere Gastautorin Birte Müller an: Sie hat ein Kind mit Downsyndrom und schreibt, ein standardmäßiger Test wäre "eine bewusste Entscheidung" gegen Menschen mit dieser Behinderung. Und das könnte zu einer Stigmatisierung führen. Meine Kollegin Milena Hassenkamp schreibt in ihrem Kommentar hingegen: "Der neuste medizinische Stand sollte für alle Menschen gleichermaßen zugänglich sein."

Den gesamten Komplex der Debatte hat meine Kollegin Cornelia Schmergal zusammengefasst. Sie hat mit Betroffenen gesprochen, verschiedene Positionen und Hintergründe beleuchtet und das Dilemma erklärt, vor dem werdende Eltern mit ihrer Entscheidung stehen.

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Die Zahl des Tages: 7

Im Juni 2012 floh Julian Assange in die ecuadorianische Botschaft in London. Jetzt, fast sieben Jahre später, ist der Gründer der Enthüllungsplattform WikiLeaks festgenommen worden, wie auch in einem Video zu sehen ist. Schnell folgten weitere Nachrichten: Vor Gericht wurde Assange für schuldig befunden, gegen seine Kautionsauflagen verstoßen zu haben. Eine Frau aus Schweden, die Assange sexuelle Vergehen vorwirft, fordert neue Ermittlungen. Die US-Justiz klagt den 47-Jährigen zudem wegen eines mutmaßlichen Hackerangriffs an. In dem Fall ergeben sich einige Fragen. Zum Beispiel: Warum wurde Assange überhaupt festgenommen? Und was wird jetzt aus WikiLeaks?

Julian Assange nach seiner Festnahme
Victoria Jones/PA Wire/dpa

Julian Assange nach seiner Festnahme

News: Was Sie heute wissen müssen

  • Brexit - neuer Termin, alte Probleme: Die EU hat eine Verschiebung der Frist für den britischen Austritt bis zum 31. Oktober abgesegnet. Wie geht es jetzt weiter?
  • Sudans Militär stürzt Staatschef Baschir: 30 Jahre hatte Omar al-Baschir sein Land diktatorisch regiert. Jetzt ist er abgesetzt worden.
Omar al-Baschir
Mohamed Khidir/ XinHua/ DPA

Omar al-Baschir

  • Amazon-Mitarbeiter hören sich Privatgespräche mit Alexa an: Um die virtuelle Assistentin zu verbessern, transkribieren und analysieren Mitarbeiter jeden Tag Tausende von aufgezeichneten Gesprächen. Die Kunden wissen nichts davon.
  • Ohne diese Frau gäbe es kein Foto vom schwarzen Loch: Die Aufnahme bedeutet eine wissenschaftliche Revolution - und der Algorithmus der jungen Informatikerin Katie Bouman machte sie möglich.
Katie Bouman
California Institute of Technology

Katie Bouman

Meinung: Die meistdiskutierten Kommentare, Interviews, Essays

Ein Hoch auf den Euro: Die Währungsunion ist derzeit viel besser als ihr chronisch schlechter Ruf, schreibt mein Kollege Michael Sauga in seinem Kommentar.

Demokratie wird ohnehin überschätzt: Der Aufschub beim Brexit bedeutet nur eine Verlängerung der Qualen, schreibt Jan Fleischhauer in seiner Kolumne. Er sieht nur einen Ausweg für die Briten: Die Queen zieht die Entscheidungsgewalt an sich.

Reißt uns Netflix in die Altersarmut? Die erhöhten Preise des Streaming-Dienstes könnten für die schwächelnden Sozialdemokraten zu einem echten Gewinnerthema werden, sagt Harald Schmidt in seiner Videokolumne.

Harald Schmidt
REUTERS

Harald Schmidt

Stories: Die meistgelesenen Texte bei SPIEGEL+

"Und plötzlich fragt man sich, was ist man in der eigenen Familie?" Für seine neue Ausstellung hat der Fotograf Andreas Mühe tote Angehörige aus Silikon nachbilden lassen - auch seinen Vater, den Schauspieler Ulrich Mühe. Warum, erklärt er im Interview.

Wie ein schlafloser Rentner einen Mann vor dem Ertrinken bewahrte: Weil Karl Depta nicht schlafen konnte, griff er zum Smartphone. Auf einer Seite mit Livebildern von Webcams sah er einen Mann auf dem Steg an der Elbe - und rettete sein Leben.

Ehepaar Depta
Marco Zitzow / BILD

Ehepaar Depta

Wenn Frauen Männer sexuell missbrauchen: Sexuelle Gewalt wird gewöhnlich Männern zugeschrieben. Doch was, wenn der Mann das Opfer ist? Die Potsdamer Psychologieprofessorin Barbara Krahé spricht über Frauen in der Täterrolle.

Mein Abend: Die Empfehlungen für Ihren Feierabend

Was Sie sehen können: Eine Auszeichnung bei den Filmfestspielen in Cannes, eine Oscarnominierung, ein Europäischer Filmpreis - die Begeisterung für "Border" ist schon seit Monaten groß. Jetzt kommt die Geschichte über eine Zollbeamtin mit außergewöhnlichem Aussehen und Talent in die deutschen Kinos. Der Film ist Krimi und Fantasy zugleich - und überrascht in seiner Erzählung. Unsere Autorin Jenni Zylka schreibt deshalb: "Wer wirklich verblüfft und gerührt sein will, dem sei ans Herz gelegt, nicht weiter über den Film zu recherchieren, bevor er ihn gesehen hat." Also ab ins Kino!

Filmszene aus "Border": Tina (Eva Melander) und Vores (Eero Milonoff)
Wild Bunch Germany

Filmszene aus "Border": Tina (Eva Melander) und Vores (Eero Milonoff)

Was Sie hören können: Vor fast genau einem Jahr wurde der schwedische Star-DJ Avicii tot aufgefunden. Im Juni wollen seine Co-Produzenten nun ein neues Album herausbringen. Es soll "Tim" heißen - der bürgerliche Name Aviciis lautete Tim Bergling - und aus Material bestehen, das der DJ hinterlassen hat. Mit "SOS" wurde nun ein erster Song veröffentlicht. Hier können Sie ihn hören und mehr dazu lesen.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Feierabend.

Herzlich

Andreas Evelt vom Daily-Team

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