Die Lage am Freitag Liebe Leserin, lieber Leser,


kaum ist der türkische Präsident Erdogan in den USA angekommen, gibt es den vertrauten Ärger. Seine Sicherheitsleute sollen in Washington, D.C. auf Journalisten und Demonstranten losgegangen sein. Das ist dort jetzt eine Art Mode. Auch Donald Trump, möglicher Präsidentschaftskandidat der Republikaner, kann Kritik und Widerspruch nicht aushalten und holzt oder lässt holzen, vor allem verbal. Auch der russische Präsident Putin ist auf unabhängige Journalisten nicht gut zu sprechen und neigt zu rüpelhafter Politik, wobei er noch die besten Umgangsformen dieser drei Brüder im Geiste pflegt, jedenfalls öffentlich. Mag sich einer diese Welt vorstellen: Trump, Putin und Erdogan regieren drei große, einflussreiche Staaten? Armes Europa.

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Antastbare Geldpolitik

Wer entscheidet eigentlich, dass Sparer keine Zinsen mehr bekommen? Das ist "eine gewaltige politische Frage", die Edmund Stoiber aufwirft. Das heißt, er fürchtet, dass sich die AfD dieses Themas annehmen werde und will ihr zuvorkommen. Bislang werden die Zinsen von der Europäischen Zentralbank (EZB) niedrig gehalten, worüber sich viele Sparer ärgern. Diese Geldpolitik will Stoiber nicht einfach hinnehmen: "Dann muss ich mir eben überlegen, was ich machen kann." Damit wirft er in der Tat eine gewaltige politische Frage auf: Darf die EZB, die demokratisch nur schwach legitimiert ist, handeln, wie sie will? Oder ist ihre Unabhängigkeit antastbar? Woher ich weiß, was Stoiber denkt? Das steht im neuen SPIEGEL, der ab heute Abend digital zu lesen ist. Am Samstag liegt das Heft am Kiosk.

DPA

Anhimmelnder Blick

Der Donnerstag ist zu Ende, die Datensätze für den neuen SPIEGEL sind auf dem Weg in die Druckerei. Es ist jetzt ziemlich still in der Chefredaktion. Ich glaube, dass es ein richtig gutes Heft geworden ist (ein Gefühl, das ich nicht immer habe). Da ich in dieser Woche Blattmacher bin, habe ich mir eben noch einmal alle Seiten angeschaut. Wieder blieb ich auf Seite 124/125 hängen und betrachtete das Foto. Es zeigt Martin Walser, 89, der von Thekla Chabbi, 47, angehimmelt wird. Über dem Foto der beiden steht die Überschrift: "Mit mir gibt es nur noch Todesgemeinschaft", ein Satz Walsers aus dem Gespräch, das Volker Hage mit ihm und Chabbi geführt hat. Ich habe jedes Wort verschlungen, war am Ende aber leicht verstört. Es geht auch um Liebe, das kann ich verraten.

Die jüngsten Meldungen aus der Nacht

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Gewinner des Morgens

Der bin ich diesmal selbst. Ich schaue auf meine Wetter-App und sehe viel Sonne über den beiden Städten, in denen ich lebe, Hamburg und Berlin. Die Temperaturen steigen auf 16 Grad, der Frühling ist da. Von all den Nachrichten, die einen das Jahr über erreichen, ist das immer eine der besten. Ich wünsche Ihnen, liebe Leser, ein herrliches, sonnenreiches Wochenende.

Ihr Dirk Kurbjuweit, stellvertretender Chefredakteur DER SPIEGEL

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insgesamt 2 Beiträge
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haudraufwienix 01.04.2016
1. Stoiber und die Zinsen
"Da muss ich mir überlegen, was ich machen kann". Diesen Satz von E. Stoiber kann ich nur unterstreichen. Wozu gibt es den Aktien, die regelmässig seit Jahrzehnten ohne Unterbrechung steigende Dividenden ausschütten? Da weiß ich doch sofort, was ich mache. Und die Kurssteigerungen seit Jahrzehnten nehme ich auch noch mit. Und wenn die Kurse mal fallen sollten, kaufe ich nach, ist doch klar. So umgeht man die Tücken der Inflation und den Einfluss der EZB.
ackermart 01.04.2016
2. Kein schlechter Aprilscherz
Man stelle sich vor, jemand könnte heute – und nur heute – wirklich Wirkendes sagen und täte dies dann mit obiger Überschrift unterschreiben, um jegliches Missverständnis auszuräumen. Nun, eben dann würde an dem zugefügten "Eigenschafts"-Wort das denkbar größte Missverständnis "passieren". Dennoch könnte es einzig an diesem Tage eben auch nicht wie alle Tage unseren Verstand so ganz unbemerkt passieren, wenn wir uns fragen: Stellt das "Eigenschaftswort" an sich, bzw. uns etwa die Frage, ob Worte eigentlich unser EIGEN SCHAFFEN sind oder waren? Ich meine, …hätten wir sie so geschaffen, dass wir uns selbst mit deren mehr als Eindeutigkeit "schaffen"? Letzteres war dann also der Witz, den wir erstaunlicherweise - trotz manchem DEUT SCHER im Verständnis der Sprache DEUTSCHER - noch immer eindeutig als solchen verstehen. P.S.: Jetzt erinnere ich mich auch nicht mehr, was dies im Zutun eigentlich mit Ihrer Überschrift zu tun haben sollte.
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