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Foto: [M] Tobias SCHWARZ/ AFP; Norman Kuring/ GSFC/ Suomi NPP/ NASA; Maxim Sergienko/ DER SPIEGEL

hier finden Sie die wichtigsten Nachrichten des Tages, die beliebtesten Geschichten von SPIEGEL+ und Tipps für Ihren Feierabend.

Das Thema des Tages: Aufregung um Klimaschutzgesetz, "Extinction Rebellion" in Berlin

Diese Woche steht einmal mehr im Zeichen des Klimas. In Berlin und in weiteren europäischen Großstädten sowie in Australien und Neuseeland kommt es zu umfangreichen Protesten der Bewegung "Extinction Rebellion". Und am Mittwoch will die Bundesregierung ihr Klimaschutzgesetz verabschieden, zusammen mit der Langfassung ihres Klimapakets.

Schon jetzt ist klar: Das Gesetz wird die Demonstranten nicht besänftigen. Schon als sich die Große Koalition Ende September auf die Eckpunkte für ein Maßnahmenpaket geeinigt hatte, gab es viel Kritik. Die Lösungen seien zu zaghaft und gingen nicht weit genug, hieß es dann.

Das Klimaschutzgesetz, das Teil der Anstrengungen der Regierung im Kampf gegen den Klimawandel ist, fällt nun offenbar weniger ambitioniert aus, als im ersten Entwurf der SPD-Umweltministerin Svenja Schulze aus dem Februar geplant.

Laut dem aktuellen Entwurf, über den der SPIEGEL am Wochenende zuerst berichtete, wird etwa für das Jahr 2040 kein nationales Ziel zur CO2-Einsparung mehr definiert. Auch die Kontrollmechanismen zur Einhaltung der Klimaziele wurden abgeschwächt - dies klang im Eckpunktepapier zum Klimapaket vom September noch anders.

"Extinction Rebellion"-Aktivistin in Berlin: Blockade am Großen Stern

"Extinction Rebellion"-Aktivistin in Berlin: Blockade am Großen Stern

Foto: CLEMENS BILAN/ EPA-EFE/ REX

An den Änderungen gab es erneut scharfe Kritik. Von einer "Bankrotterklärung" der Bundesregierung war unter anderem die Rede. Kanzlerin Angela Merkel verteidigte das Gesetz.

Der Protest von "Extinction Rebellion" lief parallel bereits an. Die Aktivisten legten durch Sitzblockaden einen Knotenpunkt des Verkehrs in Berlin lahm. Eine von ihnen erklärt im Interview, warum sie das tun . Schon als einige Hamburger Mitglieder von "Extinction Rebellion" ihre Aktionen planten, war unsere Reporterin Dialika Neufeld dabei .

Die Zahl des Tages: 6.350.000.000

In diesem Jahr könnten die deutschen Rüstungsexporte einen Rekordwert erreichen. Allein bis Ende September erlaubte die Bundesregierung Ausfuhren im Wert von insgesamt 6,35 Milliarden Euro. Der bisherige Höchstwert liegt bei 7,86 Milliarden Euro (2015). Im Vergleich zum gleichen Zeitraum im Vorjahr bedeutet das eine Steigerung um 75 Prozent. Unter den zehn Ländern, die am meisten Waffen aus Deutschland erhielten, sind gleich zwei Nationen, die am Jemenkrieg beteiligt sind.

Patrouillenboote für Saudi-Arabien auf dem Gelände der Peene-Werft

Patrouillenboote für Saudi-Arabien auf dem Gelände der Peene-Werft

Foto: Stefan Sauer/dpa

News: Was Sie heute wissen müssen

  • Medizin-Nobelpreis 2019 geht an drei Zellforscher: Die Auszeichnung geht an die US-Amerikaner William Kaelin und Gregg Semenza sowie den Briten Peter Ratcliffe. Ihr Entdeckungen sollen helfen, Krankheiten wie Blutarmut und Krebs zu bekämpfen.
  • So wurde ein alter Bundeswehrbunker zum Darknet-Rechenzentrum: Vor anderthalb Wochen haben Ermittler das Zentrum hochgenommen, über das Drogen- und Waffenparkplätze gehostet wurden. Wie kamen mutmaßlich Kriminelle an diese Immobilie?
Grundstück von oben: Der Bunker auf dem "Mont Royal" in Traben-Trarbach

Grundstück von oben: Der Bunker auf dem "Mont Royal" in Traben-Trarbach

Foto: LKA Rheinland Pfalz

  • Trumps Syrien-Vorstoß als Garantie für endlosen Unfrieden: Der Präsident will die US-Truppen aus Syrien abziehen - und die Türkei will in den Nordosten des Bürgerkriegslands einmarschieren. Dieser Schritt ist ein Verrat an den Kurden und stärkt Iran, analysiert Christoph Reuter.
  • Altmaier verschärft Regeln für Tech-Konzerne: Der Wirtschaftsminister will nach SPIEGEL-Informationen die Macht von Google und Co. eindämmen - durch neues Wettbewerbsrecht.
  • Deutschland stehen regnerische und stürmische Tage bevor: Das liegt an Tief "Peter". Entspannung ist erst am Wochenende in Sicht - mit bis zu 20 Grad.

Meinung: Die meistdiskutierten Kommentare, Interviews, Essays

Glänzend nur bei der Schadensbegrenzung: Die Sportgeschichte ist um eine bizarre Veranstaltung reicher - die Leichtathletik-WM in Doha. Der Testlauf für die Fußballweltmeisterschaft 2022 hat vor allem denen gefallen, die daran verdienten, kommentiert Jan Göbel.

Letzte große Innovation aus Deutschland? Das Auto: Das sagt Rafael Laguna im Interview mit dem SPIEGEL. Der Unternehmer spricht darin über seinen Job: Er soll der Bundesregierung Antworten liefern, wie Deutschland wieder zum Erfinderland werden soll.

Kein Friedensnobelpreis für Greta! Unsere Greta hat zu viel angerichtet, sagt Harald Schmidt in seiner Videokolumne. Ein Beispiel: der Streit mit dem Nachwuchs, nur weil man sich mal eben im Achtzylinder einen leckeren Latte-to-Go holt .

Harald Schmidt

Harald Schmidt

Foto: DER SPIEGEL

Stories: Die meistgelesenen Texte bei SPIEGEL+

Wie funktioniert das Leben mit einem behinderten Kind? Winnie Masuch wurde mit dem Downsyndrom geboren. Ein Schock für die Eltern. Heute sind sie eine glückliche Familie.

Wer bei einem harten Brexit verliert - und wer gewinnt: Die Wirtschaft bereitet sich auf einen ungeregelten EU-Austritt von Großbritannien vor. Die möglichen höheren Zölle, längeren Wege und die Unsicherheit sieht mancher aber als Chance .

Malu Dreyer ist froh, dass sie bald nicht mehr SPD-Chefin sein muss: Sie ist gerne Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, doch ihr Parteiamt in Berlin möchte sie so schnell wie möglich loswerden. Was steckt dahinter? 

Malu Dreyer: "Sie hat eine unglaubliche Härte gegen sich selbst", sagt eine langjährige Mitarbeiterin

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Foto: Alexander Flocke / DDP

Mein Abend: Die Empfehlungen für Ihren Feierabend

Sie warten sehnsüchtig auf neue Folgen der deutschen Serie "Babylon Berlin"? Bei uns bekommen Sie immerhin einen ersten Eindruck. Denn wir zeigen ihnen exklusiv den ersten Trailer zur dritten Staffel. Ein Glück, dass sie erst in der zweiten Hälfte des kommenden Jahres zu sehen sein wird. Dann haben Sie also reichlich Zeit, die ersten beiden Staffeln in aller Ruhe noch mal anzusehen. Damit könnten Sie also heute starten. Warum sich das lohnt, können Sie in der Rezension meines Kollegen Christian Buß nachlesen.

Babylon Berlin: Szene aus Staffel drei

Babylon Berlin: Szene aus Staffel drei

Foto: Frédéric Batier/ ARD/ SKY

Ich wünsche Ihnen einen schönen Feierabend.

Herzlich

Andreas Evelt vom Daily-Team

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