Jonathan Ernst/ REUTERS; Ukrainian Presidential Press Office/ AP; Choness/ Getty Images; Maxim Sergienko/ DER SPIEGEL

Liebe Leserin, lieber Leser, guten Abend,

Von


hier finden Sie die wichtigsten Nachrichten des Tages, die beliebtesten Geschichten von SPIEGEL+ und Tipps für Ihren Feierabend.

Das Thema des Tages: US-Demokraten wollen die Amtsenthebung wagen

Er ist der Mann, an dem nichts hängen bleibt: Weder der Bericht von Sonderermittler Robert Mueller noch Enthüllungen seiner mutmaßlichen Ex-Affäre Stormy Daniels oder offensichtliche Lügen aus Eitelkeit - US-Präsident Donald Trump macht einfach weiter (einen detaillierten Überblick der Fehltritte Trumps hat die "New York Times" hier aufgelistet). Bis jetzt. Nancy Pelosi, Sprecherin der Demokraten im Repräsentantenhaus, kündigte an, doch noch ein Amtsenthebungsverfahren gegen Trump einleiten zu wollen. Wie das Prozedere funktioniert, erfahren Sie hier.

Demokratin Nancy Pelosi
AP

Demokratin Nancy Pelosi

Warum jetzt? Auslöser ist ein Telefonat zwischen Trump und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Inzwischen hat das Weiße Haus eine Rekonstruktion des Gesprächs veröffentlicht (hier lesen Sie das Original). Demnach versuchte Trump Selenskyj dazu zu bewegen, Ermittlungen gegen den Sohn von Joe Biden einzuleiten. Biden will der nächste Präsidentschaftskandidat der Demokraten werden. Bidens Sohn, Hunter Biden, arbeitete seit 2014 für den Vorstand des ukrainischen Gaskonzerns Burisma.

Zum Zeitpunkt des Telefonats mit Selenskyj hielt Trump eine bereits zugesagte Militärhilfe in Millionenhöhe für Kiew zurück; inzwischen wurde das Geld freigegeben. Der Vorwurf steht im Raum, der US-Präsident habe womöglich einen Deal aushandeln wollen: finanzielle Unterstützung für Kiew gegen Informationen für eine Schmutzkampagne gegen Biden. "Was jetzt anders ist: Es gibt deutliche Indizien dafür, dass Trump Wahlkampfhilfe aus der Ukraine eingefordert hat. Das ist ein klarer Verfassungsbruch", sagt SPIEGEL-Redakteur Christoph Scheuermann im Video.

Das Zitat des Tages:

"Niemand kann mich unter Druck setzen. Ich bin der Präsident eines unabhängigen Landes. Nur ein Mensch kann mich unter Druck setzen - nur mein Sohn, der sechs Jahre alt ist."
Wolodymyr Selenskyj
Serg Glovny/ZUMA Wire/ DPA

Wolodymyr Selenskyj

Das sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj zu einem Reporter des staatlichen Fernsehsenders Rossija 24. Es ist seine erste persönliche Reaktion auf das Telefonat mit Trump, das ihn in eine schwierige Situation gebracht haben dürfte: Geht er auf Trumps Forderung ein, könnte ihm vorgeworfen werden, er habe sich zuungunsten der Demokraten in die US-Präsidentschaftswahl eingemischt. Lässt er Trump auflaufen, hat er das Weiße Haus gegen sich.

 SPIEGEL Daily

Abonnieren Sie den Newsletter direkt und kostenlos hier:

News: Was Sie heute wissen müssen

  • In Großbritannien fordert die Opposition den Rücktritt von Premier Boris Johnson. Hintergrund ist die Entscheidung des Obersten Gerichts, das die umstrittene Zwangspause für das britische Parlament gekippt hatte. Wie es nun weitergeht - mein Kollege Kevin Hagen seziert das Chaos.
  • Der Weltklimarat kommt in seinem Sonderbericht zu einem verheerenden Fazit. Der Anstieg des Meeresspiegels hat sich demnach in den vergangenen Jahren weiter beschleunigt. Die Details.
  • Auch die deutsche Tochtergesellschaft von Thomas Cook hat Insolvenz angemeldet. Was bedeutet das für die Kunden? Hier finden Sie die wichtigsten Fragen und Antworten.
  • Nur noch 52 Prozent der Deutschen bewerten die wirtschaftliche Lage der Bundesrepublik als "gut". Das zeigt der neue SPIEGEL-Wirtschaftsmonitor. Anfang Juli waren es noch 59,4 Prozent gewesen. Die weiteren Ergebnisse.

Meinung: Die meistdiskutierten Kommentare, Interviews, Essays

Kurt Biedenkopf war Sachsens erster Ministerpräsident, noch immer wird er als "König Kurt" verehrt. Im Interview mit meinem Kollegen Timo Lehmann erklärt der 89-Jährige, wie man mit Rechtspopulisten umgehen sollte. Er sagt: "Die AfD ist eine rechtspopulistische Organisation, die die Menschen täuscht." Das komplette Gespräch finden Sie hier.

Harald Schmidt
REUTERS

Harald Schmidt

Es ist offiziell: Eine Katze braucht eine stabile Beziehung, um sich positiv zu entwickeln. Das haben Wissenschaftler herausgefunden. Junge Katzen sind ja überhaupt das Allerlustigste, sagt Harald Schmidt. Was seine Ausführungen dazu mit einem vergessenen Ladekabel zu tun haben, erfahren Sie hier.

Stories: Die meistgelesenen Texte bei SPIEGEL+

Wie geeint ist Deutschland 30 Jahre nach dem Fall der Mauer? Dieser Frage geht der SPIEGEL in einem ganzen Sonderheft nach. Darin geht es unter anderem um Ostfrauen in Topjobs, den unterschiedlichen Blick auf Russland und Hausmannskost. Auch der Dichter und Liedermacher Wolf Biermann sprach mit dem SPIEGEL: "Erst wenn es einem gut genug geht, hat man die Nervenkraft zu merken, wie schlecht es einem doch geht", sagte er im Interview. Zur digitalen Ausgabe des Sonderhefts geht es hier.

Boris Palmer ist wieder da - jedenfalls bei Facebook und mit einem neuen Buch. Der Grünenpolitiker ist ein öffentlicher Intellektueller nach den Gesetzen des Social-Media-Zeitalters, ohne Agentur und Mitarbeiter, die seine Accounts kontrollieren. Dafür kommt es häufiger zur Eskalation. Er, der manchmal auch als "Rassist" beschimpft wird, sieht einen "echten Widerspruch: das Illiberale bei den Liberalen". Von Sebastian Hammelehle.

Boris Palmer
Slavica / DER SPIEGEL

Boris Palmer

Auch nach dem 65. Lebensjahr arbeiten in Schweden besonders viele Menschen weiter. Der Soziologe Eskil Wadensjö hat das Phänomen untersucht. "Wir brauchen ein System, in dem Menschen flexibel ausscheiden oder weiterarbeiten können, wie es für sie passt", sagt der 75-Jährige. Schweden hat vor einigen Jahren das feste Renteneintrittsalter abgeschafft. Wadensjö zufolge arbeiten vor allem Menschen mit höherem Bildungsstand im Schnitt länger. Hier lesen Sie das Interview.

Mein Abend: Die Empfehlungen für Ihren Feierabend

Sylvester Groth und Nina Hoss in "Criminal"
Netflix

Sylvester Groth und Nina Hoss in "Criminal"

Heute Abend könnten Sie vier Ermittlerteams beim psychologischen Katz-und-Maus-Spiel zuschauen. Die zwölf Episoden von "Criminal", die bei Netflix zu sehen sind, kommen aus Spanien, Frankreich, England und Deutschland. Sie verdichten große Dramen zu kleinen, konzentrierten Kammerspielen, schreibt mein Kollege Oliver Kaever in seiner Rezension. Noch dazu sei "Criminal" ein Fest für Schauspieler. Die deutschen Beamten werden von Sylvester Groth und Eva Meckbach gespielt, Nina Hoss mimt die Freundin eines verstorbenen Serienkillers.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Feierabend.

Herzlich

Vanessa Steinmetz vom Daily-Team

Das Wichtigste vom Tag, das Beste für den Abend: SPIEGEL Daily - das Update als Newsletter bestellen Sie hier.

- Ihr Update für den Abend
Die wichtigsten News des Tages, die besten Stories - als kompaktes Briefing. Täglich per Push-Nachricht bekommen.
Hier einschalten.
Mehr zum Thema
Newsletter
SPIEGEL Daily


© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.