Der Tag kompakt Liebe Leserin, lieber Leser, guten Abend,

Foto: [M] Joe Sohm/ Visions of America, Ralf Hiemisch/fStops/ Getty Images; Maxim Sergienko/ DER SPIEGEL

hier finden Sie die wichtigsten Nachrichten des Tages, die beliebtesten Geschichten von SPIEGEL+ und Tipps für Ihren Feierabend.

Das Thema des Tages: Welt-Antidopingagentur sperrt Russland für vier Jahre

"Was heute passiert ist, ist eine Schande", mit diesen Worten hat die russische Hochsprung-Weltmeisterin Mariya Lasitskene bei Instagram auf das Urteil der Welt-Antidopingagentur reagiert. Diese hat entschieden: Russland darf in den nächsten vier Jahren weder an den Olympischen Spielen noch an Weltmeisterschaften teilnehmen.

Die Sperre betrifft unter anderem die Spiele in Tokio 2020 und Peking 2022 und die Fußball-Weltmeisterschaft in Katar. Russland will die Strafen beim Internationalen Sportgerichtshof anfechten.

Bei den Vorwürfen geht es um Manipulation und Fälschungen aus einem Moskauer Labor - in mehr als tausend Fällen. Angestoßen durch eine ARD-Dokumentation im Jahr 2014 kam nach und nach das ganze Ausmaß eines staatlichen Dopingsystems in Russland ans Licht.

  • Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Wada-Entscheidung lesen Sie hier

Als "neutrale Athleten" dürfen die Sportler trotzdem an Turnieren teilnehmen. Das hat auch Hochsprung-Weltmeisterin Lasitskene vor. Sie übt, als eine von wenigen russischen Sportlerinnen, Kritik an den Zuständen des Sports in ihrem Land: Es sei beschämend, sagte sie, "dass die Athleten in ihrem Kampf alleingelassen werden und die Sportverantwortlichen uns die ganze Zeit nur mit Worten verteidigen."

Russlands Antidopingagentur-Chef Jurij Ganus sagte dem SPIEGEL, das Urteil sei eine "Tragödie", vor allem weil es die Sportler treffe und eben nicht diejenigen, die die Daten manipuliert hätten.

Ganus wird im eigenen Land als "Landesverräter" bedroht. Er sagt dazu: "Diejenigen, die mir drohen, wissen nicht, wie sehr sie mich damit anspornen." Ich empfehle Ihnen diesen Text über einen Mann, der an zwei Fronten kämpft. 

Das Bild des Tages: Der Vulkanausbruch auf White Island

Foto: George Novak/ dpa

Es war früher Nachmittag auf der neuseeländischen Insel White Island, als der Vulkan Whakaari, auch "der dramatische Vulkan" genannt, Steine und Asche in die Luft spuckte. Bis zu 3,6 Kilometer schleuderte er den Schutt in die Luft. Ein Ausbruch mit dramatischen Folgen: Mindestens fünf Menschen wurden getötet, mehr als 20 gelten als vermisst. Die Polizei glaubt nicht mehr daran, noch Überlebende zu finden.

News: Was Sie heute wissen müssen

  • Nach einem tödlichen Angriff in Augsburg sind gegen alle Tatverdächtigen Haftbefehle erlassen worden. Am Freitagabend war ein Mann bei Auseinandersetzungen getötet worden. Dem Hauptverdächtigen wird Totschlag vorgeworfen, den anderen Beihilfe zum Totschlag und Körperverletzung.
  • Deutsche Exporte sind auf ein Rekordhoch gestiegen. Trotz Wirtschaftsschwäche hat der deutsche Außenhandel im Oktober ein so großes Ausfuhrvolumen wie noch nie verzeichnet. Die Exporte seien im Vergleich zum Vorjahrsmonat um 1,9 Prozent gestiegen, teilte das Statistische Bundesamt mit.
  • Russland hat in der Ukraine angeblich 125.000 russische Pässe verteilt. Das meldet das russische Innenministerium. Die Nachricht ist eine Provokation, unmittelbar vor dem Ukraine-Gipfel, der am Montagabend in Paris beginnt.
  • Aktivisten haben den Amtssitz des maltesischen Premiers Joseph Muscat gestürmt. Sie forderten den sofortigen Rücktritt des Regierungschefs, der tief in den Strudel der Ermittlungen um den Mord an der Journalistin Daphne Caruana Galizia geraten ist.

Meinung: Die meistdiskutierten Kommentare, Interviews, Essays

Aufrecht in den Untergang: Der Brexit gefährdet den Wohlstand vieler Briten. Trotzdem flirtet bei der Parlamentswahl die Hälfte von ihnen mit dem Ausstieg. Warum? Die Kolumne von Henrik Müller.

Wieso Hartz ein Segen war - und jetzt die Zukunft gefährdet: Der Ökonom Enzo Weber erklärt im Interview den Arbeitsmarktboom seit 2005 - und warum Deutschland künftig dringend bessere Jobs mit höheren Löhnen braucht.

So parkt der Profi am Flughafen: Wundern Sie sich, warum Harald Schmidt so oft im geparkten Auto sitzt - angeschnallt? Hier die Antwort. 

Foto: DER SPIEGEL

Stories: Die meistgelesenen Texte bei SPIEGEL+

Das Geheimnis der Steinmeier-Formel: In die Friedensverhandlungen zwischen der Ukraine und Russland kommt wieder Bewegung. Es geht um eine Idee des heutigen Bundespräsidenten, über die jahrelang gestritten wurde. 

Wladimir Putin mit Frank-Walter Steinmeier 2007 in Moskau

Wladimir Putin mit Frank-Walter Steinmeier 2007 in Moskau

Foto: Dmitry Astakhov/ Ria Novosti/ DPA

Kasse machen mit Schnäppchenschrott: Neue Billigportale locken mit Rabatten von mehr als 90 Prozent. Die Ware ist oft minderwertig oder sogar gefährlich. 

Mein Abend: Die Empfehlungen für Ihren Feierabend

Was Sie hören könnten: den Podcast "Smarter Leben". Diesmal hat mein Kollege Lenne Kaffka eine Mutter zu Gast, die sich mit Kleinkindern auf mehrere Kontinente getraut hat. Sie sagt: Reisen mit dem Nachwuchs ist ein Wagnis, das Eltern unbedingt eingehen sollten. Wie es gelingt, hören Sie hier.

Mrs. Maisels Aufstieg geht weiter: Rachel Brosnahan spielt die Titelfigur, die von der Hausfrau zur Stand-up-Comedienne wird

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Foto: Amazon Studios/ Prime Video

Was Sie schauen könnten: die dritte Staffel der Serie "Mrs. Maisel"; eine Story über eine New Yorker Hausfrau aus einer gutbürgerlichen Familie, die Ende der Fünfzigerjahre als Stand-up-Comedienne Karriere macht. Witzig, stürmisch ist die Serie, aber auch eine Geschichte der Emanzipation gegen alle Widerstände. Die acht Folgen bei Amazon Prime Video sind bis jetzt nur mit deutschen Untertiteln zu sehen. Trailer und Kritik gibt es hier.

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Ich wünsche Ihnen einen schönen Feierabend.

Herzlich

Maria Stöhr vom Daily-Team

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