Die Lage am Samstag Liebe Leserin, lieber Leser,


ist dies das neue Traumpaar der deutschen Politik? CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer hat ihren unterlegenen Rivalen um den Parteivorsitz, Friedrich Merz, in dessen sauerländischer Heimat besucht - und die beiden präsentierten sich wie ein Herz und eine Seele. Vor allem Merz zeigte sich bei der Parteiveranstaltung in Eslohe handzahm: "Ich möchte, dass die CDU Deutschlands, dass Annegret Kramp-Karrenbauer als unsere Vorsitzende, erfolgreich ist. Und dazu möchte ich beitragen", erklärte er. Meinem Kollegen Florian Gathmann, der dabei war, kam das wie ein Treuespruch vor.

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Heft 16/2019
Was uns schwarze Löcher über die Geheimnisse des Universums verraten

Offenkundig bereiten sich Kramp-Karrenbauer und Merz gemeinsam auf die Zeit nach Angela Merkel vor, Wirtschaftsfachmann Merz könnte spätestens dann ein wichtiges Ministeramt übernehmen. Dazu passt, dass Merz wohl seinen Aufsichtsratsposten beim Düsseldorfer Bankhaus HSBC aufgeben will. Die Hintergründe zu dem bemerkenswerten Zweckbündnis zwischen AKK und Merz lesen Sie hier .

Von der Leyens geschickter Besuch in Washington

AP

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen konnte bei einem Besuch in Washington am eigenen Leib erfahren, wie die US-Regierung von Donald Trump funktioniert: Während der Chef und seine engsten Berater im Weißen Haus gern auf die Nato schimpfen oder Verbündete wie Deutschland für ihre verhältnismäßig niedrigen Verteidigungsausgaben rüffeln, senden Republikaner außerhalb dieses Zirkels auch versöhnliche Signale an die alten Freunde in Europa.

So wurde von der Leyen vom Mehrheitsführer im Senat, Mitch McConnell, empfangen, was an sich schon als eine freundschaftliche Geste verstanden werden kann. McConnell ist derzeit nach dem Präsidenten der mächtigste Republikaner in Washington, die Nato und Deutschland sieht er als zentrale Partner. Deshalb ist es auch clever von Ministern wie von der Leyen, bei ihm Werbung für die deutschen Positionen zu machen. Wenn es derzeit in den USA einen Politiker gibt, der Trump von außenpolitischen Dummheiten abhalten kann, dann ist es McConnell. Und die deutschen Diplomaten wissen: Man muss nicht unbedingt ins Weiße Haus gehen, wenn man in Washington gehört werden will.

Deutschlands neue Wohnungskrise

Henning Kaiser/ DPA

Die Wohnungsnot wird für Millionen Deutsche zur alltäglichen Last und zum Armutsrisiko. 40 Prozent der Menschen in Großstädten befürchten, dass sie in fünf Jahren keine Wohnung mehr in ihrem Viertel finanzieren können. Ein SPIEGEL-Team hat recherchiert, wie die Wohnungsnot den Wohlstand gefährdet und was getan werden kann, um sie zu stoppen (lesen Sie den Report hier). "Politiker sagen zu Recht, dass es die eine große Lösung nicht gebe, man müsse an vielen Stellschrauben drehen", sagt meine Kollegin Anne Seith. "Das müssten sie jedoch sehr viel entschiedener machen. Die Zustände sind vielerorts irrwitzig, und die Menschen fühlen sich damit allein gelassen."

Venezuela: Ehemaliger Spionage-Chef will auspacken

Nicolas Maduro
HO / Venezuelan Presidency / AFP

Nicolas Maduro

Die Krise in Venezuela bekommt einen neuen, interessanten Dreh: Nun hat der frühere Geheimdienstchef des Landes, Hugo Carvajal, den USA seine Zusammenarbeit angeboten. Carvajal wurde in Spanien festgenommen und bietet Washington einen "Schatz" von Informationen an. Das könnte interessant werden. Der Ex-General war lange einer der engsten Vertrauten des früheren Staatschefs Hugo Chavez und kennt natürlich auch den amtierenden Präsidenten Nicolas Maduro gut. Wie US-Medien berichten, soll Carvajal unter anderem über Informationen über Maduros Verbindungen zur libanesischen Hisbollah und zu kolumbianischen Rebellengruppen verfügen.

Gewinner des Tages …...

Philipp Schmidt / DER SPIEGEL

…... ist der Journalist und Bestsellerautor Michael Jürgs, 73. Der frühere "Stern"-Chefredakteur und Biograf von Romy Schneider spricht im neuen SPIEGEL über seinen Blick auf sich selbst und auf seine Branche (hier). Jürgs ist ein leidenschaftlicher Kollege, ein mutiger Schreiber und kluger Kopf, der in dem Interview auch offen von seiner schweren Erkrankung erzählt. Nach einer Operation sei er fast nach "Hause gekrochen", berichtet er. Über den Beruf des Journalisten sagt Jürgs: "Die Sprache ist für den Journalisten eine faszinierende Geliebte. Sie müssen sie jeden Tag aufs Neue erobern. Nicht bloß einmal. Aber die Recherche muss halt stimmen." Das sind Sätze für die Ewigkeit, typisch Jürgs eben.

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insgesamt 27 Beiträge
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Seite 1
zensurgegner2016 13.04.2019
1.
Rezepte von Gestern, gepaart mit Rezepten von Vorgestern machen noch kein MORGEN! Und solange in D 1/3 aller Staatsdiener bis 2030 in Ruhestand gehen, und in keinem einzigen, nicht in irgendeinem Bereich qualifizierter, ausreichnder Nachwuchs angedacht ist, solange droht Deutschland an die Wand zu fahren Und nirgends!, nicht an einer einzigen Baustelle daran arbeitet die Regierung In Konsequenz MÜSSEN zum Beispiel Straftaten verjähren, denn es gibt schlicht nicht mal genug Aktenträger, um bereits die Akten rechtzeitig von A nach B zu bringen. Geschweige denn Richter und co Nicht mal genug Richersääle gibt es https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/beamten-mangel-dem-staat-fehlen-mehr-als-185-000-mitarbeiter-15371607.html Und in 12 Jahren fehlen je nach Studie bis zu 250.000 Staatsdiener
chrisOHZ 13.04.2019
2.
Was soll das werden, bad guy and good girl?
rainerwäscher 13.04.2019
3.
Sie hat gemerkt, dass die Leute sie nicht sonderlich attraktiv finden, also nimmt sie ihn mit ins Boot für die ganz Konservativen. Er denkt, dass sie frühzeitig scheitert und er dann übernehmen kann: Win-Win.
jjcamera 13.04.2019
4. schlechte Meinung
Wohungsnot. Die schmerzliche Erkenntnis für Politiker ist, dass sie nicht alle Dinge im Leben der Bürger steuern können: Wartezeiten beim Arzt, Tabakkonsum, Klimawandel, Mietpreise, PKW-Anschaffung, Urlaubsziele, Landflucht, Mülltrennung... Ich finde es gut, wenn es noch Entscheidungen gibt, die wir persönlich und nicht die Politiker zu verantworten haben. Sie haben eine zu schlechte Meinung von uns Bürgern. Man könnte auch sagen, sie halten uns für zu dumm, als dass wir ohne sie zurecht kommen könnten.
tekau 13.04.2019
5. Gott bewahre uns
vor diesem neoliberalen Duo, dem nur noch Wirtschaft wichtig und Menschen egal sind.
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