Die Lage am Samstag Liebe Leserin, lieber Leser,


kann Friedrich Merz Kanzler? Und was würde er dann aus Deutschland machen? Diese Fragen stellen sich, weil er derzeit gute Chancen hat auf den Vorsitz der CDU. Wir schauen uns im neuen SPIEGEL daher genau an, wie Merz früher war, in seiner ersten Runde als Politiker, was er in seiner Phase als Wirtschaftsanwalt gemacht hat und was von ihm nun zu erwarten ist.

Titelbild
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Heft 46/2018
Was Friedrich Merz mit Deutschland vorhat

Er wäre, soviel ist sicher, ein Anti-Merkel. Merz ist das Gegenteil der Bundeskanzlerin und er würde ein ganz anderer Bundeskanzler sein, nicht so beherrscht, konservativer, ein besserer Redner, ein Mann der alten Bundesrepublik, ein Flugzeugbesitzer, Katholik aus dem Sauerland, ein Freund der Wirtschaft. Wenn Sie wissen wollen, wie dieser Mensch Deutschland verändern könnte, dann lesen Sie unsere Titelgeschichte.

Im Video:

SPIEGEL-Redakteur René Pfister analysiert die Stärken und Schwächen der Kandidaten Annegret Kramp-Karrenbauer und Friedrich Merz.

DER SPIEGEL

Verrutscht

Wie Donald Trump so ist, wissen wir. Und doch ist er immer noch ein bisschen schlimmer, wie am Mittwoch zu sehen war. Pressekonferenz in Washington, Jim Acosta von CNN fragt, Donald Trump verliert die Nerven, zetert, will ihm das Mikrofon wegnehmen lassen. Eine Praktikantin greift nach dem Mikro, bekommt es nicht, schaut Trump fragend an, verzieht sich, kommt wieder. Das alles ist fürchterlich anzusehen.

Pressekonferenz im Weißen Haus
ERIK S LESSER / EPA-EFE / REX

Pressekonferenz im Weißen Haus

Christoph Scheuermann, unser Korrespondent in Washington, saß hinter Acosta. Er erzählt die Geschichte der beiden, aber nicht so, wie man meinen könnte: Trump als Schurke, Acosta als Held. Trump hat sich unmöglich aufgeführt, das ist klar. Aber Acosta und andere nutzen solche Auftritte auch, um sich zu Helden zu machen, um Trump in den Zorn zu treiben, über den sie sich dann empören.

Es ist vieles verrutscht in den USA. Immerhin haben die Republikaner nicht mehr die ganze Macht, weil ihnen die Demokraten am Dienstag die Mehrheit im Repräsentantenhaus abnehmen konnten. Wir analysieren, was das für Trump heißt.

Kochen und Schießen

Alfredo Saraiva
Milos Djuric / DER SPIEGEL

Alfredo Saraiva

Ein Mann gründet eine Trattoria im Hamburger Bahnhofsviertel. Er macht alles alleine, kocht, bedient, spült. Er hat Erfolg, der Laden ist bald voll. Dann kommt ein Mann, der sich CinCin nennt. Er will Geld, er bekommt Geld. Er kommt wieder, will mehr Geld. Der Wirt zahlt. Er zahlt und zahlt, er ist das Opfer einer Schutzgelderpressung, hat Angst um seine Töchter.

Was würden Sie tun?

Alberto Saraiva tut dies: Er erschießt CinCin und betoniert die Leiche in seiner Trattoria ein. Dann macht er weiter, kocht, bedient, spült.

Aber er fliegt auf, kommt vor Gericht, wird freigesprochen. Jetzt lebt er nicht mehr in Hamburg, weil er die Rache der Verwandten von CinCin fürchtet. Meine Kollegen Özlem Gezer und Timofey Neshitov haben Saraiva getroffen und erzählen seine atemberaubende Geschichte.

Mäuse und Menschen

DER SPIEGEL

Was früher Kaffee und Kuchen war, wird das neue Abendbrot. So wollen es Forscher aus Kalifornien, die eine neue Ernährungsstudie vorgelegt haben. Die gute Nachricht: Man kann essen, was man will, auch Pizza oder Schwarzwälder Kirschtorte. Die schlechte: Um 16 Uhr muss Schluss sein. Danach wird bis zum Morgen gefastet.

Dazu finden Sie im neuen Heft eine Geschichte unseres Ressorts Wissenschaft. Versuche an Mäusen und Menschen haben gezeigt, dass dieser Rhythmus zu einer besseren Verdauung führt. Man nimmt nicht so leicht zu oder leichter ab. Das hat vor allem damit zu tun, dass der Mensch ein tagaktives Wesen ist, und die Nacht der Ruhe gelten soll, für alle Organe, auch die der Verdauung.

Besonders schlecht ist diese Nachricht für alle Bars und Restaurants. Gut für Kinos, Theater und die Fernsehanstalten. Besonders schlecht ist die Nachricht auch für mich. Niemals könnte ich auf ein schönes Abendessen verzichten.

Love-Story

Angela Merkel (1991)
Herlinde Koelbl / Agentur Focus

Angela Merkel (1991)

Liebesbriefe haben wir nur selten im Blatt. Dieser ist besonders schön, weil ihn ein Mann geschrieben hat, der besonders schön schreiben kann. Und die Adressatin ist interessant, die Bundeskanzlerin. Absender ist Martin Walser, einer der bedeutendsten lebenden Schriftsteller in diesem Land. Und er ist verliebt in Angela Merkel.

"Sie ist schön", schreibt er im neuen SPIEGEL.
"Ein Glücksfall."
"Und sah dabei schöner aus als je zuvor."
"Epochale Erfolgsfigur."
"Ich bin verführt."

Wenn Sie an der Verführung des Martin Walser durch Angela Merkel teilhaben wollen, sollten Sie unbedingt den neuen SPIEGEL lesen.

Die jüngsten Meldungen aus der Nacht

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende

Ihr Dirk Kurbjuweit

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insgesamt 33 Beiträge
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wolle0601 10.11.2018
1. Deutschland verändern?
Ja bitte. Etwas mehr Verstand und weniger Gefühl speziell bei Themen vom Typ "wir retten mal eben die Welt" im Öko- und Migrationsbereich. Im übrigen, war nicht vor ein paar Tagen noch bei SPON zu lesen, die deutsche Gesellschaft sei schon irreversibel nach linksgrün orientiert? Doch nicht mehr so sicher?
dirkcoe 10.11.2018
2. Trump als Opfer?
Sorry, aber das sehe ich nun wirklich nicht. Dieser Präsident ist und bleibt eine einzige Peinlichkeit für die zivilisierte Welt.
schamot 10.11.2018
3. Bei der Überschrift
Sehe ich mein Frühstück nochmal. Von ihrer Politik abgesehen kst sie total unatraktiv als Frau. Ein Neutrum.
Sintemale 10.11.2018
4. Der kann nicht anderes
"Und Martin Walser schreibt der Kanzlerin einen Liebesbrief." Der hat seinen Verstand eh zwischen den Beinen, dieser dirty ol` man.
testuser2 10.11.2018
5. Anti-Merkel ist gut, danke für diese unbeabsichtigte Wahlhilfe
Anti-Merkel ist gut. Merz ist ein Anti-Merkel - richtig beobachtet und eingeordnet, SPON. Und Merz würde von denen gewählt, die Merkel nicht wollen, weil Merkel als Symbol für eine Einwanderungspolitik der offenen Grenzen steht. Und dafür, dass diese Politik gegen den ausgesprochenen Willen der Mehrheit der Bevölkerung durchgesetzt wurde - und zwar mit allen Mitteln - der Denunziation, der Ausgrenzung, der Verunglimpfung. Alle, die gegen Merkel waren, wurden und werden verfolgt. Eine AKK, die im Geiste eine Merkel-Befürworterin ist (auch wenn sie sich populistischer Mittel bedient, um nicht als solche enttarnt zu werden), muss von Merkel-Gegnern abgelehnt werden. Von SPON wird sie aus diesem Grund gelobt und unterstützt, daher auch die vielen Negativ-Berichte gegenüber Merz und Spahn und die Positiv-Berichte über AKK. Anti-Merkel ist gut, danke für diese unbeabsichtigte Wahlhilfe mit dieser Überschrift im aktuellen SPIEGEL.
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